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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Somers; Sommer; Somogyi; Sonderland; Sondermann; Sonne

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Somers - Sonne.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Soltau'

aber später nach Paris, wurde Schülerin von Dubufe und schlug namentlich in ihren Genrebildern einen naturwahrern, realern Weg ein.

Somers, Louis Jean, belg. Genremaler, geb. 1813 zu Antwerpen, war Schüler von Ferdinand de Braekeleer, machte dann Studienreisen nach Paris und Italien und malte sehr ansprechend komponierte, lebenswahre und gut kolorierte Genrebilder ernsten und heitern Inhalts sowie einige Historienbilder, unter letztern namentlich Oliver Cromwell eine Verschwörung gegen sein Leben entdeckend (1837, Museum in Leipzig), und unter den Genrebildern z. B.: das in den Kontrasten ziemlich forcierte Bild: Elend und Reichtum (1860), die im Gedanken etwas unklare Méditation (1861), Mönche in der Sakristei oder im Kreuzgang, Bänkelsänger, Zecher etc.

Sommer, 1) August, Bildhauer, geb. 5. April 1839 zu Koburg, erhielt seine Bildung auf der Schule in Stuttgart, besuchte dreiviertel Jahr die Akademie in München, arbeitete zwölf Jahre in Wien und in Budapest und zog vor einigen Jahren nach Rom. Für Wien lieferte er mehrere Büsten und Reliefs im Opernhaus, für Budapest die figuralischen Arbeiten zum neuen Hauptzollamt, zur Universitätsbibliothek und zum Bad auf der Margareteninsel, auch eine Statue für das Grabdenkmal der Baronin v. Gerlitz; an sonstigen kleinern Arbeiten: einen Taubendieb, Kentauren für eine Schlange kämpfend, Androklus dem Löwen den Dorn ausziehend, eine Gruppe aus Shakespeares »Sommernachtstraum«, eine Hebe, eine Amorettenverkauferin etc.

2) Oskar, Architekt, geboren im Dezember 1840 zu Wolfenbüttel, besuchte die polytechnische Schule in Hannover, ging aber wegen der dort herrschenden Vorliebe für die Gotik nach drei Jahren zu Semper in Zürich und schloß sich dessen Richtung (Renaissancestil) an. Später ging er nach Florenz, beteiligte sich bei der Konkurrenz für die Fassade des dortigen Doms und wandte sich dann nach Berlin, arbeitete eine Zeitlang in Hitzigs Baubüreau und wurde 1869 als Architekturlehrer ↔ ans Städelsche Institut in Frankfurt berufen, wo er bis jetzt zwei bedeutende Bauten ausführte: das neue Städelsche Kunstinstitut in Sachsenhausen und die prächtige neue Börse, letztere in Gemeinschaft mit Burnitz (s. d.).

Somogyi (spr. ssomóhdji), Daniel, ungar. Landschaftsmaler, geb. 13. Sept. 1837 zu Nyiregyháza, verließ früh seine Heimat und kam auf die Insel Malta, wo er die Aquarellmalerei zu treiben begann. 1870 siedelte er nach München über und bildete sich dort im wesentlichen als Autodidakt aus. Seine zahlreichen Landschaftsbilder schildern fast ausschließlich die erhabene Alpennatur in Oberbayern, Österreich und der Schweiz.

Sonderland, Fritz, Genremaler, geb. 20. Sept. 1836 zu Düsseldorf als Sohn des bekannten Genremalers Joh. Baptist S. (gest. 1878), war anfangs Ingenieur, trat dann in die dortige Akademie und wurde Schüler von Hiddemann, worauf er Studienreisen in den Moselgegenden, in Westfalen und im Schwarzwald machte. Er hat bis jetzt, wenn auch nicht hervorragende, doch recht anziehende, gewöhnlich heitere, humoristische Genrebilder aus dem Volksleben ausgestellt, z. B.: der Großmutter Geburtstag, Siegesdepesche (1871), geangelt und gefangen, bestraft, die hohen Steuern (1872), unterbrochener Briefwechsel, der Schulmeister, der Friedensversuch und dîner à part.

Sondermann, Hermann, Genremaler, geb. 1832 zu Berlin, war 1851-53 Schüler von Otto und widmete sich dem Porträt, bildete sich dann in Antwerpen, Paris und zuletzt in Düsseldorf unter Jordan. Seine Genrebilder sind von guter Erfindung, gesundem Humor, aber manchmal etwas zu trockner, stumpfer Farbe; z. B.: der Bienenvater (1860), Heimkehr von der Jagd, die Versteigerung, Schlittenfahrt, der Ehekontrakt (1866), das Kaffeekränzchen (1868), Vorzimmer eines Advokaten, der Festbraten (1870), der unwillkommene Freier, der erste Schnee, Kirchenfeier, eine durstige Seele etc.

Sonne, Jörgen Valentin, dän. Schlachten- und Genremaler, geb. 14. Juni 1801 zu Birkeröd auf Seeland, Bruder

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 498.