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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Topham; Törnqvist; Torsslow; Toudouze; Toulmouche; Tournois

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Topham - Tournois.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Tondeur'

Rom, wo er seine erste bedeutende Arbeit schuf: eine verwundete Venus, die von der Iris zum Olymp getragen wird, der dann während eines zweiten Aufenthalts in Rom für König Wilhelm eine Marmorgruppe der Mutterliebe folgte. Sehr ausgedehnt wurde seit 1858 in Berlin seine Thätigkeit in allegorischen und mythologischen Gestalten, die er in anmutiger Haltung u. großer Schönheit der Formen ausführt, z. B.: eine Borussia als Brunnenfigur mit den vier Hauptflüssen Preußens, Frühling, Sommer und Herbst als dekorative Gewandfiguren, zwei von den Städtefiguren auf den Seitenflügeln der Berliner Börse, eine Gruppe: Tag und Nacht, Pan mit einer Wasser schöpfenden Nymphe als Brunnenschmuck für die Villa Ravené in Moabit (1867), die beiden herrlichen Bronzestatuen Bülows und Blüchers am Postament der großen Bläserschen Reiterstatue Friedrich Wilhelms III. in Köln und außerdem zahlreiche Porträtbüsten.

Topham (spr. tópp-häm), Francis W., engl. Genremaler, geb. 1838 zu London, Sohn des Genremalers Francis William T. (gest. 1877), war anfangs Schüler seines Vaters und besuchte später die dortige Akademie, lebte dann mehrere Jahre in Italien und Frankreich und ließ sich in London nieder, wo er seine Bilder regelmäßig ausstellt. Die bedeutendern sind: die Ruinen von Pompeji, der Fall Cola di Rienzis, Rekrutierung im modernen Italien (1878), Flüchtlinge aus Pompeji und Plünderung von Assisi durch die Peruginer 1442.

Törnqvist, Henrik Albert, schwed. Architekt, geb. 7. Jan. 1818 zu Stockholm, besuchte das dortige technologische Institut und die Akademie, an der er sich den höchsten Preis erwarb, und machte sodann 1846-51 als Pensionär des Staats Studienreisen nach Frankreich, Italien, Deutschland, der Türkei, Kleinasien, Ägypten und Nubien. Nach seiner Rückkehr wurde er 1853 Mitglied der Akademie und später Ritter des Wasaordens. Seine Hauptbauten sind in Stockholm: Konradsberg (Asyl für Geisteskranke), die große wissenschaftliche Akademie (1860-65), das Tiergartentheater, ↔ das Ateliergebäude am Platz Karls XIII. und das neue Postgebäude; in Upsala das Stadt- und Provinzialkrankenhaus und zahlreiche Kirchen in der Provinz.

Torsslow, Sten Harald, schwed. Landschaftsmaler, geb. 10. Febr. 1838 zu Stockholm, war nach beendeter Schulzeit 1857-59 Eleve der Akademie, ging dann auf ein Jahr nach Düsseldorf, wo er Gudes Unterricht genoß, machte Studienreisen in Dalekarlien und Lappland, 1864 in Österreich und Tirol und 1874 in Norwegen. 1865 wurde er Hofopernsänger in Stockholm, ohne deshalb seine Thätigkeit als Maler aufzugeben. Seine bedeutendsten, sehr geschätzten Landschaften sind: aus dem Stockholmer Schärengarten, Fjellpartie in Lappland, Sonnabendstanz bei einer Sennhütte in Dalekarlien (Staffage von Wallander) und andre aus Schweden und Norwegen. 1869 wurde er Genosse der Akademie seiner Vaterstadt.

Toudouze (spr. tuhdúhs), Edouard, franz. Historienmaler, geboren zu Paris, Schüler von Pils und Leloir, erhielt 1871 den großen Preis für Rom, wo er mehrere Jahre verweilte. An seinen historischen Bildern wird die großartige Auffassung gerühmt, wenn sie auch bisweilen etwas zu dekorativ behandelt sind, z. B.: Eros und Aphrodite im Nachen, Lots Weib als Salzsäule (1877) und Agamemnons Ermordung durch Klytämnestra.

Toulmouche (spr. tulmúsch), Auguste, franz. Genremaler, geb. 21. Sept. 1829 zu Nantes, war in Paris Schüler von Gleyre. Nach seinem Debüt: Joseph und Potiphars Weib (1852) malte er pikante Scenen aus dem eleganten und behaglich ausgestatteten Leben der wohlhabenden Klassen; seine Technik ist sehr zierlich und elegant, berücksichtigt aber die Nebendinge oft sehr auf Kosten der Hauptsache; z. B.: der erste Kummer, die verbotene Frucht (zwei junge Mädchen in einer Bibliothek), die Vernunftheirat, die Mitteilung des Geheimnisses, in den vier Wänden, der Spiegel, der Sommer u. a. 1870 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Tournois (spr. turnoa´), Joseph, franz. Bildhauer, geboren zu Chazeuil (Côte

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 525.