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Biographisches Künstler-Lexikon

Dr. Hermann Alex. Müller, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig, 1882

Die bekanntesten Zeitgenossen auf dem Gesamtgebiet der bildenden Künste aller Länder mit Angabe ihrer Werke.

Schlagworte auf dieser Seite: Vollon; Vollweider; Voltz

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Vollon - Voltz.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Volkmar'

kauf des letzten Kleinods (1858, Hauptbild) und deutsche Auswanderer (1860), zu denen, nachdem sie sich 1862-64 in Italien aufgehalten, als einige ihrer besten Leistungen die neue Erzieherin (1868), Beginn einer Künstlerlaufbahn (1870) und die Schulfreundinnen (1880) hinzukamen.

Vollon (spr. wollóng), Antoine, franz. Blumen-, Landschafts- und Genremaler, geb. 20. April 1833 zu Lyon, bildete sich auf der dortigen Akademie, ging dann nach Paris und debütierte auf der Ausstellung 1864. Anfangs malte er Stillleben von kräftiger, derber Färbung, Kücheninterieurs, Seefische u. dgl., später brachte er auch Landschaften und zuletzt häufig Genrebilder von starkem, an Courbet erinnerndem Realismus, der manchmal ins Plumpe u. Unschöne verfällt, z. B. eine lebensgroße Küchenmagd, die einen Kessel putzt. Andre Bilder von ihm seit 1870 sind: Kuriositäten (Museum des Luxembourg), nach dem Ball, ein Winkel in meinem Atelier, ein Stückchen vom Markte, der Neujahrstag, eine Fleischbank, Rüstungen (1875, im Luxembourg) u. a. 1870 erhielt er das Ritter- und 1878 das Offizierkreuz der Ehrenlegion.

Vollweider, August (Anmerkung des Editors: richtig: Johann Jakob), Landschaftsmaler, geb. 1835 zu Eichstetten (Großherzogtum Baden), wollte sich anfangs der Lithographie widmen, wurde Schüler von Eisenlohr in der Perspektive und im Ornamentenzeichnen, widmete sich aber nachher unter Schirmers Leitung ganz der Landschaftsmalerei, besuchte 1858 München und machte mehrere Studienreisen in die Schweizer Alpen, in den Schwarzwald, nach Belgien, Paris etc. Seine Landschaften, namentlich aus den Hochgebirgen, sind überaus Poetisch gedacht, trefflich in der Zeichnung und fein ausgeführt, aber gewöhnlich von sehr gedämpftem, flauem Kolorit. Zu den besten gehören: Heidelberger Schloß, an der Quelle (Kunsthalle in Karlsruhe), Kieferngruppe mit Wasserfall, deutsche Eichen (1867, Hauptbild), Wellhorn und Wetterhorn, Rosenlaui, Sustenpaß in der Schweiz, Germanen im Eichenwald. 1862 gab er ein »Lehrbuch der Perspektive« mit Atlas heraus ↔ und 1865 von ihm lithographierte Landschaftsstudien J. W. (Anmerkung des Editors: Johann Wilhelm) Schirmers. Sein Amt als Inspektor und Lehrer an der Kunstschule zu Karlsruhe gab er 1874 auf und ließ sich in Bern nieder.

Voltz, 1) Friedrich Johann, Idyllenmaler, geb. 31. Okt. 1817 zu Nördlingen, erhielt dort den ersten Unterricht von seinem Vater Joh. Michael V. (gest. 1858), unter dem er auch zuerst das Radieren lernte, so daß er bereits 1834 durch zwölf nach alten Meistern radierte Blätter in den Stand gesetzt wurde, im Winter 1834 bis 1835 die Akademie in München zu besuchen und sich dann durch Kopieren älterer Meister weiter zu bilden, während er die Sommermonate meistens auf Studienreisen im bayrischen Gebirge zubrachte. 1843 und 1845 war er in Italien und 1846 in den Niederlanden. Infolge des Aufblühens der koloristischen Richtung in München durch Piloty, Ed. Schleich u. a. wurde er zu dem seinem Talent am meisten entsprechenden Gebiet, zum idyllischen Tierstück, geführt, das er mit großer Wärme des Gefühls, mit meisterhafter Charakteristik der Tiere und kräftigem Kolorit behandelt. Reisen nach Paris, Wien und Berlin hielten ihn in steter Verbindung mit dem Kunstleben der Gegenwart. Unter seinen überaus zahlreichen und sehr verbreiteten (freilich in den letzten Jahren schwächer gewordenen und von andern Meistern überflügelten) Bildern nennen wir einige der bedeutendsten: die Heimkehr der Herde (Neue Pinakothek), Viehweide (1861), die ersten Störche (1859, im Besitz des Großherzogs von Oldenburg), ruhende Viehherde (Museum in Köln), Idylle (1862), Rinderherde bei herannahendem Gewitter, Heimkehr der Hirten ins Dorf (1863), Heimkehr der Herde am Herbstabend, tränkende Kühe (Nationalgallerie in Berlin), Rinderherde, Herde am See bei Frühlingsregen u. a. Er ist Professor in München, Mitglied der Akademien von München, Berlin und Wien und Inhaber zahlreicher Medaillen, des Roten Adler- und des Michaelsordens.

2) Ludwig, Tiermaler, geb. 1825 zu Augsburg, Bruder und Schüler des vorigen, besuchte die Akademie in München

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 541.