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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Aarifi Pascha; Aarö; Aaron; Aaronsstab; Aaronswurzel; Aas; Aasblume; Aaskäfer; Aaspflanze; Aaspocken; Aastiere; Aasvär

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Aarifi Pascha - Aasvär.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Aasvär'

Teile des Amtes A. tragen gemeinhin noch die alten Namen. Die gleichnamige Hauptstadt, an einer Bucht des Kattegat gelegen, ist Sitz eines evangelischen Bischofs, hat eine schöne gotische Domkirche aus dem 13. Jahrh., ein Gymnasium und ein Museum. A., das 1870 nur 15,025 Einw. zählte, hat (1880) 24,831 Einw. und ist die zweitgrößte Stadt Dänemarks. Sie liegt an der Eisenbahnlinie Frederikshavn-Vamdrup und ist außerdem Ausgangspunkt der Ostjütländischen Eisenbahn. Der Hafen ist in den letzten Jahrzehnten vertieft, die Handelsflotte zählte 1881: 52 Schiffe von 4161 Ton. Im J. 1882 belief sich der Umsatz in der ausländischen Schiffahrt auf 133,165 T., in der inländischen auf 43,586 T. Die Einfuhr besteht in Wein, Petroleum, Salz, Zucker, Tabak, Manufaktur- und Kolonialwaren, die Ausfuhr in Getreide, Vieh, Speck, Häuten, Butter, Eiern und Austern. Die Stadt hat eine recht lebhafte Industrie. Sie ist eine der ältesten Städte Dänemarks, das dortige Bistum wurde schon um 951 von Kaiser Otto I. errichtet.

Aarifi Pascha, türk. Staatsmann, geb. 1830 zu Konstantinopel, Sohn des Diplomaten Schekib Pascha, begleitete seinen Vater 1847 auf einer Mission nach Rom, darauf nach Wien und erhielt sodann eine Anstellung im auswärtigen Ministerium. Später ward er erster Sekretär der türkischen Gesandtschaft in Wien und in Paris. Seine Kenntnis der fremden Sprachen verschaffte ihm die Ernennung zum ersten Dolmetsch des Diwans. Im J. 1872 ward er zum Unterstaatssekretär im auswärtigen Ministerium, darauf zum Präsidenten der Zivilkammer des Kassationshofs, 1873 zum Botschafter in Wien, 1874 zum Minister des Unterrichts und der Justiz ernannt. Bei der Einführung einer konstitutionellen Verfassung erhielt er die Präsidentschaft des Senats, dann das auswärtige Ministerium. Nach Khereddins Sturz betraute ihn der Sultan 30. Juli 1879 mit der Leitung des Ministeriums als Ministerpräsident, die er aber bloß bis zum Oktober innehatte. Seitdem Mitglied des Senats, war er vom Dezember 1882 bis 1884 wieder Minister des Auswärtigen.

Aarö, fruchtbare Insel im Kleinen Belt, zum preuß. Kreis Hadersleben gehörig, durch den 750 m breiten Aarösund vom Festland getrennt, 4 km lang, 3 km breit, mit 270 Bewohnern; nicht zu verwechseln mit der dänischen Insel Aeroe (s. d.).

Aaron, Sohn Amrams und der Jochebed, aus dem Stamm Levi, drei Jahre älter als sein einziger Bruder, Moses, dessen Sprecher (biblisch "Mund, Prophet"; 2. Mos. 4, 14 f.; 7, 1 f.) bei dem israelitischen Befreiungs- und Gesetzgebungswerk er war. Moses übertrug ihm die erbliche Hohepriesterwürde, die er durch Anfertigung des goldenen Kalbes und durch sein Auflehnen gegen Moses (4. Mos. 12, 1) verletzte. Von seinen Söhnen Nadab, Abihu, Eleasar und Ithamar starben die beiden ersten eines unnatürlichen Todes (3. Mos. 10, 1). A. starb auf dem Berg Hor, wo heute noch sein vermeintliches Grabgewölbe gezeigt wird.

Aaronsstab, Aaronswurzel, s. Arum.

Aas, die Leichname gestorbener oder getöteter Tiere, welche nach dem Tod in Fäulnis übergehen. Die Endprodukte der letztern sind Kohlensäure, Wasser, Ammoniak, Salze; es entstehen aber zunächst chemische Verbindungen, welche einen dem Menschen sehr lästigen Geruch verbreiten. Die schnelle Beseitigung des Aases ist daher dringend geboten. Früher begnügte man sich, das A. durch den Abdecker (Wasenmeister) fortschaffen zu lassen; jetzt wird es entweder ↔ (namentlich bei Seuchen) sofort vergraben, oder technisch verwertet. Das Fleisch der Tiere, welche nicht an innern Krankheiten eingegangen sind, kann bei Schweinen, Hunden und Geflügel verfüttert werden; die Häute, Haare, Klauen und Hörner, Fett, Knochen finden die gewöhnliche Verwendung, während Eingeweide und Fleisch zu Dünger verarbeitet werden. Pferdekadaver werden unter einem Druck von 2 Atmosphären mit Dampf behandelt, wobei das Fett schmilzt und die häutigen und sehnigen Teile sich in Leim verwandeln. Ersteres wird von der Leimbrühe getrennt und diese nach dem Eindampfen unter dem Namen Bonesize (s. d.) als Schlichte bei der Tuchweberei benutzt. Die Fleischrückstände geben Dünger. Aastiere heißen die von A. lebenden Tiere, welche namentlich in heißen, noch wenig zivilisierten Ländern viel zur Beseitigung des Aases beitragen. Es sind Hunde, Schakale, Hyänen, Spitzmäuse, Ratten, Geier, Adler, Kropfstörche, Raben, Haie, Weißfische, die Krustentiere, mehrere Käfer, zahlreiche Insektenlarven, Würmer und Infusionstiere.

Aasblume, s. Arum und Stapelia.

Aaskäfer (Silphidae Leach), Käferfamilie aus der Gruppe der Pentameren, Käfer von sehr verschiedener Größe und Körperform, mit meist elfgliederigen, allmählich sich verdickenden oder mit deutlich abgesetzter Keule versehenen Fühlern, den Hinterleib meist ganz bedeckenden, selten abgestutzten Flügeldecken, konischen, frei hervortretenden Hüften, meist fünfgliederigen Tarsen und sechs frei beweglichen Hinterleibsringen. Die ca. 300 Arten finden sich über den ganzen Erdkreis verbreitet, vorzugsweise in der gemäßigten Zone, einige augenlose in unterirdischen Höhlen. Sie leben von Aas oder legen in demselben wenigstens ihre Eier ab; auch suchen sie verfaulende Vegetabilien, besonders Pilze, auf; einige greifen auch lebende Insekten an. Die Larven sind länglich oder oval, meist abgeflacht und oberseits hornig, mit zwei gegliederten Anhängseln an der Hinterleibsspitze, viergliederigen Fühlern und sechs oder zwei Nebenaugen jederseits. Der A. (Silpha quadripunctata Leach), 13 mm lang, mit vier schwarzen Punkten auf den gelbbraunen Flügeldecken, lebt auf Eichen und Buchen und vertilgt Raupen. Silpha atrata Leach, 11 mm lang, schwarz, mit punktierten und mit drei erhabenen Längslinien gezeichneten Flügeldecken, auf Äckern, Wegen, überwintert, legt seine Eier unter moderndes Laub oder in die Erde; die glänzend schwarze, unten weiße Larve frißt bei Mangel an tierischer Nahrung die jungen Runkelrübenpflanzen und richtet bisweilen großen Schaden an. Sie verpuppt sich tief in der Erde. Der Totengräber (Necrophorus vespillo L., s. Tafel "Käfer"), 17,5 mm lang, mit großem Kopf, runder, gelber Keule an den kurzen Fühlern, fast kreisrundem, goldgelb behaartem Thorax und abgestutzten, schwarzen Flügeldecken mit zwei orangefarbenen Binden, erscheint überall in Mehrzahl, wo ein Aas liegt, u. sucht dieses unter die Erde zu bringen, indem er die Erde unter demselben fortschafft. In das begrabene Aas legt das Weibchen seine Eier. Die Larve nährt sich wie der Käfer von verwesenden tierischen Substanzen und verpuppt sich unter der Erde.

Aaspflanze, s. Stapelia.

Aaspocken, s. Pocken.

Aastiere, s. Aas.

Aasvär (spr. ohs-), eine Gruppe kleiner Inseln unfern der norwegischen Küste, zur Vogtei Helgeland (in Nordland) gehörig, seit wenigen Jahren wichtig geworden als einer der bedeutendsten Fischplätze

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 12.