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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Abbott; Abbrechen; Abbrennen des Bodens; Abbreviatoren; Abbreviaturen; Abbt; Abbūna; ABC; Abcbuch; Abchasen

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Abbott - Abchasen.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Abbotsford'

täten, Büchern, Manuskripten, die von den jetzigen Besitzern Abbotsfords, James Hope Scott und dessen Frau (der einzigen Enkelin Sir Walters), in Ehren gehalten werden. Der auf A. gegründete Baronstitel der Familie erlosch schon 1847 mit dem Tode des letzten Sohns Walter Scotts.

Abbott (spr. äbb-), 1) Jakob, nordamerikan. Jugendschriftsteller, geb. 1803 zu Hallowell in Maine, studierte am Bowdoin College, war 1825-29 Professor der Mathematik am Amherst College und übernahm darauf die Leitung der Mount Vernon-Mädchen-Schule zu Boston, woselbst er 1879 starb. Seine Jugendschriften bestehen aus etwa 200 Bänden, von denen die "Rollo books" (28 Bde.), "The Franconia stories" (10 Bde.), "Marco Paul's adventures" (6 Bde.), "Harper's story books" (36 Bde.) und "Little learner series" (5 Bde.) eine große Verbreitung gefunden haben. Mehrere davon sind auch in fremde Sprachen übersetzt worden. Abbotts Schriften sind belehrend und haben den Zweck, die Jugend für christliche Tugenden zu gewinnen. Nach seinem Tod erschien: "The young christian" (mit Biographie, New York 1882).

2) John Stevens Cabot, nordamerikan. Geschichtschreiber, geb. 1805 zu Brunswick in Maine, gest. 17. Juni 1877 zu Fairhaven in Connecticut, hat sich namentlich durch seine "History of Napoleon" (New York 1856) bekannt gemacht, in welcher er Napoleons I. Handlungen und Charakter verteidigte. Er schrieb auch eine Geschichte des nordamerikanischen Bürgerkriegs (1863-65), ein Leben Napoleons III. (1868), Friedrichs d. Gr. (1871) u. a.

Abbrechen, in der Elementartaktik das Verkürzen der Fronte einer Truppe; aus der Linie entsteht dadurch eine geöffnete Kolonne, aus breiterer Kolonne eine schmälere. A. eines Gefechts, das Abstehen von Erreichung des ursprünglichen Gefechtszwecks, ehe man in den Entscheidungskampf eintritt, oder nach erreichter Absicht, z. B. bei Rekognoszierungen. Man entzieht sich dabei allmählich der Waffenwirkung des Gegners unter Beibehaltung völliger Gefechtsbereitschaft, solange ein Nachdrängen des Gegners zu gewärtigen ist. - A. in der Reitkunst, s. Abbiegen.

Abbrennen des Bodens, s. Bodenbearbeitung.

Abbreviatoren (lat.), die wichtigsten Beamten der päpstlichen Kanzlei, welche die Entwürfe zu den päpstlichen Bullen fertigen; sie kommen seit etwa 1350 vor.

Abbreviaturen (lat.), Abkürzungen von Wörtern in der Schrift, deren man sich bedient entweder der Raum- und Zeitersparnis halber, oder damit das Geschriebene nicht von jedermann gelesen werden könne. Dergleichen waren schon im Altertum in Handschriften und auf Münzen etc. gebräuchlich und bestehen teils in der Abkürzung eines Worts oder einer Silbe auf einen oder einige Buchstaben, teils in wirklich stellvertretenden Zeichen. Die Römer nannten solche Abkürzungszeichen Notae und die sich derselben bedienenden Schreiber Notarii. Sie unterschieden dreierlei A.: Abkürzungen ganzer Wörter und Silben (sigla, literae singulae), Vertauschungen von Buchstaben zum Behuf der Geheimschrift und willkürlich gewählte Zeichen von der seit dem Mittelalter gebräuchliche Name Notae Tironianae rührt von Tullius Tiro, dem Freigelassenen des Cicero, her, welcher diese A. ordnete und dadurch erst in Aufnahme brachte. Seneca ordnete sie von neuem und zählte ihrer schon 5000. Wie viele dieser A. bei den Römern in regelmäßigem Gebrauch gewesen sein müssen, ist z. B. aus einer Angabe des Dichters Martial zu entnehmen, nach der sich berechnen läßt, daß sein ↔ Abschreiber in der Minute neun Verse schrieb. Genaueres s. Tiro. Auch im Mittelalter machte man von A. in Inschriften und auf Münzen sowie in Handschriften besonders seit dem 11. Jahrh. zunehmenden Gebrauch. Noch in die ältesten Drucke gingen viele der damals gebräuchlichen A. über, aber in den letzten Jahrhunderten sind dieselben mit ganz wenigen Ausnahmen, wie ع und 2c. für et cetera und & für et (und), völlig abgekommen. Die im Altertum und in den Handschriften des Mittelalters und der neuern Zeit vorkommenden Abkürzungen findet man in den Werken über Paläographie (s. d.) erklärt. - Über die jetzt am gewöhnlichsten vorkommenden, z. B. die in der Musik, in einzelnen Wissenschaften, in Handel und Wandel wie im schriftlichen Verkehr eingeführten, A. s. die einzelnen Buchstaben "A", "B" etc. und die betreffenden Stellen im Alphabet.

Abbt, Thomas, philosoph. Schriftsteller, geb. 25. Nov. 1738 zu Ulm, studierte seit 1756 in Halle erst Theologie, dann Mathematik, Philosophie und schöne Wissenschaften und wurde 1760 außerordentlicher Professor der Philosophie zu Frankfurt a. O. Schon im folgenden Jahr als Professor der Mathematik nach Rinteln berufen, wurde er 1765 zum Regierungs- und Konsistorialrat zu Bückeburg ernannt, wo er 3. Nov. 1766 starb. Unter seinen philosophischen, im Geiste der Aufklärungsphilosophie abgefaßten Schriften sind die wichtigsten: "Vom Verdienst" (Berl. 1765) und "Vom Tod fürs Vaterland" (Bresl. 1761). Seine "Vermischten Werke" wurden herausgegeben von Fr. Nicolai (Berl. 1768-81, 6 Bde.; 2. Aufl. 1790). Vgl. Thiele, Th. A. (Halle 1879).

Abbūna, s. Abuna.

ABC, s. v. w. Alphabet (s. d.); auch angewendet auf die Anfangsgründe einer Wissenschaft, Kunst u. dgl.

Abcbuch, s. Fibel.

Abchasen, eins der kaukas. Bergvölker, ein Zweig der Tscherkessen im Bezirk Suchum der kaukasischen Statthalterschaft, westlich vom Kaukasus bis zum Schwarzen Meer (Abchasien), war früher ziemlich zahlreich, zählt jetzt aber, nachdem schon nach 1864 ein großer Teil und wieder in dem letzten russisch-türkischen Krieg etwa 32,000 Personen nach der Türkei ausgewandert, nur noch 13,200 Köpfe. Die A. zerfallen in die Achtschipsu, Pschu, Zebeldi, Dschigeti oder Sadzen, Bsybsk, Abdschub und Samurzakansk. Sie sind dunkel von Farbe, von hagerer, aber kräftiger Gestalt und gewöhnlich von mittlerer Größe. Dem Charakter nach sind sie unbändig und roh, rachsüchtig und diebisch, dabei indolent und Strapazen abgeneigt. Ihre Hauptbeschäftigung ist Ackerbau und Viehzucht; nebenbei betreiben sie Weinbau und Bienenzucht. Ihre Nahrung besteht zumeist aus saurer Milch, Maiskolben und schlechten Maiskuchen; Festspeisen sind Otschomuqua (mit frischem Käse durchkneteter Hirsebrei), Adshgogo (gehacktes und mit Pfeffer etc. stark gewürztes Schaffleisch) und Kiafta (Fleischkugeln, mit Zwiebeln durchknetet und in Fett schwimmend). Ihre Hütten liegen in den Wäldern zerstreut und bestehen meist nur aus schlechten geflochtenen Strauchwänden mit einem Farnkrautdach. Die Begräbnisstätten der Toten, für die man eine große Pietät hat, sind verhältnismäßig viel besser unterhalten als die Wohnungen der Lebenden. Die A. haben sich zum Teil die äußere Form der Lehre Mohammeds bewahrt, halten aber selbst diese nicht heilig; die Samurzakansk bekennen sich äußerlich zum Christentum, sind aber lau und entbehren aller Kenntnis des Glaubens. Die Sprache der A. zeigt mit dem Tscherkessischen einige Verwandtschaft (vgl.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 19.