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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Abnŏba; Abnormität; Abnutzung; Abo; Abo-Björneborg; Abolition; Abolitionisten; Abomāsus; Abomé

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Abnoba - Abomê.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Abner'

dessen Sohn Isboseth die Herrschaft über Israel. Auch befreite er die nördlichen Stämme von den Philistern und war in seinem Kriegsunternehmen gegen David glücklich, ging aber, von Isboseth mit Undank belohnt, 1025 zu David über und ward darauf von Joab ermordet.

Abnŏba, lat. Name des später auch Silva Marciana genannten Schwarzwalds.

Abnormität (lat.), Abweichung von der Regel oder Norm eines Naturkörpers, einer Erscheinung etc., besonders wenn sie einen hohen Grad erreicht. S. Anomalie.

Abnutzung, die Verschlechterung der Sachen durch den Gebrauch. Dieselbe ist teils durch die Beschaffenheit der benutzten Gegenstände, teils durch die Art des Gebrauchs, teils durch die Einwirkung von Naturkräften (z. B. Atmosphärilien) bedingt. Bei manchen Gütern wird die A. durch fortwährende Ausbesserung oder Auswechselung schadhafter Teile ausgeglichen (Schienenwege); bei andern tritt dagegen früher oder später ein Zeitpunkt ein, wo sich eine völlige Erneuerung nötig macht, für welchen Fall der Erneuerungsfonds gebildet wird. Um sich über den jeweiligen Stand einer wirtschaftlichen Unternehmung ein Urteil bilden zu können, ist die A. durch die Abschreibung (s. d.) in Rechnung zu ziehen. - Im Forstwesen versteht man unter dem Abnutzungssatz das aus der Forsteinrichtung hervorgehende Maß für die jährliche Hiebsgröße der nächsten Zeit. Je nachdem diese Hiebsgröße in Flächenmaß oder in Holzmasse ausgedrückt wird, unterscheidet man Flächen und Massenabnutzungssatz.

Abo (spr. obo, finn. Turku, schwed. Torg-Markt), Hauptstadt des finn. Gouvernements A.-Björneborg, liegt zu beiden Seiten des Aurajoki, der sich unweit der Stadt in den Bottnischen Meerbusen ergießt und ihren Hafen (Bekholm) bildet, hat ein Hofgericht, ein Gymnasium, eine Real-, eine Navigations- und eine Handelsschule, ein Institut für Taubstumme und (1881) 22,967 Einw. A. hat mehrere Fabriken, namentlich Baumwollspinnerei, Zucker-, Tabaks- und Kleiderfabriken, eine Maschinenbauanstalt und lebhaften Handel. Der Wert der Einfuhr (besonders Eisen- und Stahlwaren, Kaffee, Rohzucker, Baumwolle, Manufakturwaren) betrug 1882: 18,8 Mill. finnländ. Mark (à 80 Pf.), der der Ausfuhr (besonders Holz und Holzwaren, Stangen- und Gußeisen) 9,6 Mill. finnländ. Mark; 1881 liefen 566 Schiffe von 148,935 Ton. ein, 621 von 154,950 T. aus. Durch die Linie A.-Toijala steht die Stadt mit St. Petersburg in Eisenbahnverbindung. Es erscheinen in A. (1882) 6 Zeitungen. A. ist Sitz des Gouverneurs und eines lutherischen Erzbischofs; das hier im 13. Jahrh. errichtete Bistum wurde 1817 von der russischen Regierung zu einem protestantischen Erzbistum erhoben. Die früher berühmte, von der Königin Christine 1640 gestiftete Universität ist seit dem Brand von 1827 (bei welchem alle Universitätsgebäude mit der 40,000 Bände starken, an Handschriften reichen Bibliothek zu Grunde gingen) nach Helsingfors verlegt. Am 7. Mai 1743 ward in A. ein Friede zwischen Rußland und Schweden abgeschlossen, worin Rußland die Provinz Kymmenegård mit den Festungen Fredrikshamn und Wilmanstrand erwarb. 2 km von der Stadt liegt an der Mündung des Aurajoki Schloß Abohus, die älteste Feste Finnlands, mit Arsenal.

Abo-Björneborg, Gouvernement im russ. Großfürstentum Finnland, 24,171 qkm (465 QM.) mit (1880) 344,649 Einw., worunter 285,088 Finnen und 58,467 Schweden. Hauptstadt ist Abo. ↔

Abolition (lat.), eine besondere Art der Begnadigung (s. d.) oder der Aufhebung einer gesetzlich verdienten Strafe durch die höchste Gewalt im Staat. Sie unterscheidet sich von der Begnadigung im engern Sinn dadurch, daß sie noch vor erlassenem Straferkenntnis erfolgt, indem das angefangene oder noch bevorstehende Untersuchungsverfahren niedergeschlagen wird. Die A. ist entweder eine generelle (abolitio generalis, publica, Amnestie, Generalpardon), die einer ganzen Klasse von Verbrechern einer bestimmten Art, oder eine spezielle, die einem Einzelnen für einen bestimmten Fall erteilt wird. Privatansprüche aus dem Verbrechen werden durch die A. nicht aufgehoben. Die A. ist in manchen Verfassungsurkunden untersagt, in andern wesentlich beschränkt; in der Strafrechtstheorie wird sie vielfach als unzulässig angefochten. Abolieren, tilgen, abschaffen.

Abolitionisten (lat.), in den Vereinigten Staaten von Nordamerika Name derjenigen Philanthropen, welche es sich zur besondern Aufgabe machten, durch Rede und Schrift auf Abschaffung der Sklaverei hinzuwirken. Schon 1775 wurde in Philadelphia eine pennsylvanische Abolitionsgesellschaft gegründet und Benjamin Franklin zu deren Präsidenten erwählt, welcher 1790 im Kongreß die Abschaffung der Sklaverei beantragte. Im Staat New York trat 1785 eine Manumissionsgesellschaft zusammen, und ähnliche Vereine bildeten sich in den Staaten Connecticut, Rhode-Island, Delaware, Maryland und Virginia. Diese erste Abolitionsbewegung erlosch infolge der 1790 beschlossenen und auf 1808 festgesetzten Abschaffung des afrikanischen Sklavenhandels, lebte bei Gelegenheit des Missourikompromisses 1820 vorübergehend wieder auf, nahm aber erst mit dem Anfang der 30er Jahre größere Dimensionen an. So namentlich zur Zeit der Nullifikations- und Sezessionsbestrebungen Calhouns, welche es allmählich durchsetzten, daß die bisher selbst im Süden als Ausnahmezustand geltende Sklaverei fortan gesetzlich sanktioniert ward. William Lloyd Garrison begann im Verein mit Benjamin Lundy seine abolitionistische Wirksamkeit und gründete in Boston 1. Jan. 1831 die Wochenschrift "The Liberator". Am 1. Jan. 1832 wurde daselbst die "New-England Antislavery Society" gestiftet, welche sich bald über alle Neuenglandstaaten ausbreitete. Ähnliche Gesellschaften bildeten sich in New York und andern Städten. Anfang Dezember 1833 hielten die A. ihre erste größere Versammlung in Philadelphia ab, aus welcher dann die "American Antislavery Society" hervorging. Obwohl sich dieselbe gegen jede gewaltsame Maßregel zur Befreiung der Sklaven erklärte, so stellten doch die Sklavenhalter das abolitionistische Streben als einen Angriff auf die konstitutionellen Rechte des Südens hin. In dem 1861 ausgebrochenen Krieg standen die A. natürlich auf seiten der Unionsregierung, und ihre Agitation war es vornehmlich, welche diese zum Erlaß der Emanzipationsakte vom 1. Jan. 1863 hindrängte.

Abomāsus (Abomasum, lat.), der Labmagen der Wiederkäuer.

Abomé, Hauptstadt des Königreichs Dahomé, auf der Sklavenküste von Guinea, liegt mitten im Land, hat über 11 km im Umfang und ist mit einer Erdmauer umzogen. A. ist besonders bekannt als Stätte der scheußlichsten Menschenschlächterei, die als religiöses Zeremoniell bei den Hoffesten stattfindet, daher die sechs Thore der Stadt, die Paläste des Königs und öffentlichen Plätze mit Tausenden von Menschenschädeln verziert sind. A. hat zwischen 50-60,000

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 50.