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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Adamello; Adami; Adamíten; Adamo; Adams; Adams

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Adamello - Adams.

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Adamáua'

die das Land bewässern. Das Klima ist feucht, doch nicht ungesund, die Vegetation tropisch. Groß ist namentlich die Menge der Kulturpflanzen, unter denen Bananen, Adansonien, Ölpalmen, Butterbäume, Zuckerrohrarten (Holcus Sorghum), Erdmandeln (Arachis hypogaea) und Baumwolle zu nennen sind. Der Baumwollbau geht durch das ganze Land. Die überaus reichen Produkte Adamáuas würden bedeutenderen Absatz finden, wenn der Binuëstrom als Handelsweg eröffnet wäre. Die Bevölkerung besteht aus einer Anzahl heidnischer Negerstämme, unter denen die Batta, Marghi, Fali und Mbum zu nennen sind. Ein Gesamtstaat war nicht vorhanden, bis von NW. her die Fulbe eindrangen, sich meist zerstreut im Land niederließen und allmählich durch ihre überwiegende Körperkraft und Intelligenz, ihre Thätigkeit, ihren Reichtum und durch die Macht des Islam, zu dem sie sich bekennen, die heidnische Bevölkerung unterjochten. Hauptstadt ist Yola mit 12,000 Einw. In neuester Zeit bereiste Robert Flegel das Land, fand bei den Einwohnern willfährige Aufnahme und empfiehlt A. als Kolonisationsgebiet für Deutsche. Vgl. "Ausland" 1884.

Adamello (Monte A.), höchster Gipfel der zu den Ortleralpen (s. d.) gehörenden Adamelloalpen, südlich vom Ortler im Val Camonica, dicht an der Tiroler Grenze, 3547 m hoch, umgeben von einer riesigen Gletschermasse, darunter die tief unter die Waldgrenze ins Val di Genova herabreichende Vedretta Mandron. Er wird vom Ortler durch den Tonalpaß (1876 m) getrennt und hängt mit der begletscherten Presanella (3561 m) zusammen. Der A. wurde 1864 zuerst von Payer erreicht und seitdem meist von der Mandronhütte aus bestiegen. Vgl. Payer, Die A.-Presanella-Alpen (Ergänzungsheft zu "Petermanns Mitteilungen" 1865).

Adami, Friedrich, belletrist. Schriftsteller von vorwiegend preußisch-patriotischer Tendenz, geb. 18. Okt. 1816 zu Suhl, studierte in Berlin und widmete sich seit 1838 ausschließlich litterarischer Thätigkeit. Hauptmitarbeiter der "Neuen Preußischen (Kreuz-) Zeitung", 1868 zum Hofrat ernannt, schrieb A. außer zahlreichen Festspielen und Prologen, größern und kleinern Bühnenwerken, Übersetzungen und Bearbeitungen: "Dramatische Genrebilder aus der vaterländischen Geschichte" (Berl. 1870, 2 Bde); "Große und kleine Welt; ausgewählte historische Romane" (das. 1870, 4 Bde.); die weitverbreitete populäre Biographie "Luise, Königin von Preußen" (10. Aufl., das. 1882) sowie die Schriften: "Vor fünfzig Jahren. Nach den Aufzeichnungen von Augenzeugen" (das. 1863) und "Aus Friedrichs des Großen Zeit" (das. 1869).

Adamíten, Name der antinomistischen Gnostiker des 2. Jahrh. in Nordafrika, welche die ursprüngliche Unschuld durch völlige Nacktheit wiederherstellen wollten. Gleichen Namen führt eine mit den Pikarden in Verbindung stehende Sekte der Taboriten, nach ihrem Gründer, dem Bauern Niklas, auch Nikolaiten genannt. Diese verwarfen das Christentum und allen äußern Gottesdienst, steigerten den Kommunismus bis zur Gemeinschaft der Weiber, und viele gingen ganz unbekleidet. - Eine diesen verwandte Sekte ist 1849 im Chrudimer Kreis hervorgetreten. Soviel von ihrer streng geheim gehaltenen Lehre bekannt geworden, glauben sie nur an eine Macht als Schöpferin des Weltalls, das nun selbständig bestehe. Ihre nächtlichen Zusammenkünfte sollen sie in völliger Nacktheit feiern, im übrigen untereinander auf bürgerliche Rechtlichkeit halten. Die Sekte gänzlich zu unterdrücken, ist noch nicht gelungen. ↔

Adamo, Max, Historienmaler, geb. 1837 zu München, wurde auf der dortigen Akademie zunächst unter Phil. Foltz gebildet, führte damals im Nationalmuseum das Fresko: die Blütezeit Nürnbergs und Regensburgs aus, wurde dann Schüler von Piloty und malte unter dessen Leitung Herzog Alba im Rat zu Brüssel und 1870 den Sturz Robespierres im Nationalkonvent. Zu den besten seiner spätern Bilder gehören Oraniens letzte Unterredung mit Egmont, Karl I. und Cromwell bei der Begegnung mit dem Parlamentsheer zu Childerley, die Auflösung des Langen Parlaments durch Cromwell sowie die Genrebilder: der Adept im Laboratorium, gestörte Gelehrsamkeit und der Waffenschmied.

Adams, gewerbreicher Ort im nordamerikan. Staat Massachusetts, in der gebirgigen Grafschaft Berkshire, am obern Hoosacfluß, mit (1880) 5591 Einw.

Adams (spr. äddäms) 1) Samuel, nordamerikan. Staatsmann, geb. 27. Sept. 1722 zu Boston, war Kaufmann daselbst und seit 1765 Mitglied der Legislatur von Massachusetts. Als Sprecher bei den Meetings unablässig thätig, die Bewegung gegen die englische Tyrannei in den Kolonien in Gang zu bringen, und 1774 als Abgeordneter von Massachusetts in den Delegiertenkongreß gewählt, drang er hier alsbald auf den Kampf mit England und wirkte zum Zustandekommen der Unabhängigkeitserklärung eifrigst mit. Washingtons Bestrebungen für Erweiterung der Macht der Zentralregierung trat er entgegen und schloß sich der Partei der Demokraten an. 1789-94 bekleidete er den Posten eines Gouverneurs von Massachusetts, trat 1797 vom öffentlichen Schauplatz ab und starb 2. Okt. 1803 in Boston. Ehrlich und uneigennützig, trug A. durch seine unermüdliche Thätigkeit wesentlich zur Begründung der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten bei. Vgl. Wells, Life and public services of Samuel A. (Bost. 1865, 3 Bde.); Morse, Samuel A. (das. 1884).

2) John, zweiter Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, geb. 19. Okt. 1735 zu Braintree (jetzt Quincy) in Massachusetts, stammte aus einer Puritanerfamilie, die 1640 aus England nach Massachusetts ausgewandert war. Er eröffnete seine politische Laufbahn damit, daß er in mehreren Schriften die Rechte der Kolonien mit Wärme und Sachkenntnis darlegte. Im J. 1774 als Vertreter von Massachusetts in den ersten Kongreß von Philadelphia gewählt, war er bei der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 wesentlich beteiligt. Im J. 1778 ging er als Bevollmächtigter des Kongresses nach Frankreich, um ein Bündnis und einen Handelsvertrag mit diesem Staat zu stande zu bringen, was aber nicht durch ihn, sondern durch Franklin geschah. Nachdem er die Konstitution von Massachusetts hatte abfassen helfen, kam er Ende 1779 zur Anknüpfung von Friedensunterhandlungen mit England zum zweitenmal nach Paris, wo seine Thätigkeit jedoch nicht den gewünschten Erfolg hatte, und ging dann als Gesandter nach Holland, wo es ihm durch Unterhandlungen und Schriften gelang, Kabinett und Volk für die Sache seines Vaterlands zu gewinnen. Von dort kehrte er 1782 wieder nach Paris zurück und brachte hier, von Franklin, Jefferson, Jay und Laurens unterstützt, den Frieden mit England glücklich zu stande (3. Sept. 1783); 1785-88 war er Gesandter in London. Nach seiner Rückkehr in die Heimat ward er Washington als Vizepräsident zur Seite gestellt und nach dessen Rücktritt trotz der Gegenbestrebungen der Antiföderalisten 1797 zum Präsidenten der Union erwählt. Durch die Maßregeln, die er zur

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 104.