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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Adelaide - Adelskrone.

3 Colleges, 9 Banken, Markthalle, deutsches Klubhaus, 2 Theater etc. Der prächtige botanische Garten steht unter Leitung Schomburgks. Die Stadt zählt (1881) 38,479, mit den Vorstädten 67,954 Einw.; sie wird aus großen, durch den Torrensfluß gespeisten Reservoirs mit Wasser versorgt, ist Sitz des Gouverneurs, der Regierung, des Obergerichts, eines anglikanischen und eines römisch-katholischen Bischofs, einer Handelskammer, eines deutschen und zehn andrer Konsuln. Es erscheinen 4 tägliche und 14 andre Zeitungen, darunter eine deutsche. Die Industrie ist weniger entwickelt als der sehr bedeutende Handel, welcher nicht allein für die Kolonie Südaustralien, sondern auch für große Teile der Nachbarkolonien fast ausschließlich über A. seinen Weg nimmt. Zu den durch die Parklands von A. getrennten Vorstädten: Kenttown, Kensington, Norwood, Mitcham führen Pferdebahnen. Der Hafen ist Port Adelaide (s. d.), wohin eine Eisenbahn führt, ebenso wie zum Seebad Glenelg, mit offener Reede.

Adelaïde (franz. u. ital.), s. v. w. Adelheid.

Adelaidenland, s. Südpolarländer.

Adelantādo (span.), ein "Avancierter", Oberst, Statthalter, Ehrentitel.

Adelbert, s. Adalbert.

Adelborst, holländ. Name für Seekadett.

Adelfelchen (Adelfisch), s. Renke.

Adelheid (altdeutsch Adalheit, "strahlend an Geschlecht"), weiblicher Name. Merkwürdig sind: 1) deutsche Kaiserin, Tochter König Rudolfs II. von Burgund, geb. 933, war zuerst mit Lothar, dem Sohn König Hugos von Italien, vermählt, sollte nach dessen Tod (950) den Sohn Berengars II. von Ivrea, Adalbert, ehelichen, ward, als sie sich dessen weigerte, eingekerkert, entfloh und rief den deutschen König Otto I. um Schutz an. Mit diesem in Pavia 951 vermählt und 962 in Rom als Kaiserin gekrönt, übte sie bedeutenden Einfluß auf die öffentlichen Angelegenheiten in Deutschland und Italien aus. Nach Ottos Tod lebte sie eine Zeitlang als Statthalterin in Pavia; sie starb 16. Dez. 999 im Kloster Selz im Elsaß.

2) Adelaïde Eugène Louise von Orléans, Tochter des Herzogs Philipp von Orléans, jüngere Schwester des Königs Ludwig Philipp, geb. 23. Aug. 1777, durch Klarheit des Geistes wie durch seltene Herzensgüte ausgezeichnet, ward mit ihrem Bruder von Frau v. Genlis erzogen, mußte 1792 aus Frankreich flüchten und fand bis 1814 Zuflucht in Belgien, der Schweiz und Deutschland, zeitweise in Klöstern. Im J. 1814 kehrte sie nach Frankreich zurück und lebte im Haus ihres Bruders, dem Palais Royal, das sie zum Sammelpunkt der liberalen Partei machte. Ihr kluger Rat galt bei Ludwig Philipp am meisten, und man nannte sie seine Egeria. Nach der Julirevolution 1830 war sie es, die ihn zur Annahme der Krone bewog. Sie starb 31. Dez. 1847.

Adelheidsquelle, s. Heilbrunn.

Adelholzen, Wildbad in Oberbayern, südlich von Traunstein, 5 km von der Eisenbahnstation Bergen (München-Salzburg), mit drei Quellen (Salpeter-, Schwefel- und Alaunquelle), gegen Gicht, Lähmungen und chronische Hautausschläge empfohlen. Vgl. Sauer, Führer in und um A. (Münch. 1874).

Adelnau (poln. Odalanow), Stadt im preuß. Regierungsbezirk Posen, an der Bartsch, 14 km von der Eisenbahnstation Ostrowo, mit Amtsgericht, evangelischer und kath. Kirche und (1880) 2197 Einw. Das Landratsamt für den Kreis A. ist in Ostrowo.

Adelphismus (v. griech. adelphos, Bruder), Verbrüderung; Adelphie, Verwachsung der Staubfäden.

Adelsberg (slowen. Postojna), Marktflecken im österreich. Herzogtum Krain, auf dem öden Karst und an der Wien-Triester Eisenbahn, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, mit (1880) 1621 Einw. Westlich davon der Schloßberg (672 m) mit den Ruinen der Burg A. In der Umgebung von A. sind zahlreiche Höhlen, unter denen die 1 km nordwestlich gelegene unter dem Namen der Adelsberger Grotte die berühmteste ist und die großartigsten Tropfsteingebilde enthält. Der vordere Teil derselben war schon in älterer Zeit bekannt, die Entdeckung des größten Teils dagegen erfolgte 1818. Der Eingang liegt 19 m über dem Fluß Poik, welcher sich hier in die Grotte stürzt und nach einer Strecke von 800 m unterirdisch verschwindet. Die Grotte ist im ganzen 4172 m lang; ihre Richtung geht von SW. nach NO. Der tiefste Punkt am Eintritt der Poik ist 514 m, der höchste 576 m ü. M. Die Temperatur beträgt 9-11° C. Der stollenartige Gang der Grotte erweitert sich zunächst zum Großen Dom mit grotesken Tropfsteingebilden und dem Franzensmonument; seitwärts hiervon befindet sich die alte Grotte mit vielen Inschriften. Die 1818 entdeckten Räume enthalten die Ferdinandsgrotte, den Tanzsaal, in welchem jährlich am Pfingstmontag bei schöner Beleuchtung der ganzen Höhle das Grottenfest gefeiert wird, das Belvedere, den Kalvarienberg, den großartigsten, am weitesten gegen N. gelegenen Teil, 41,7 m hoch, mit den Trümmern von vielen Hundert zum Teil riesigen Säulen, das Grab, einen Stalagmit von 19 m Umfang, u. a. Andre Grotten in der Nähe von A. sind: die Magdalenengrotte, berühmt als der erste Fundort des Grottenolms (Proteus anguineus), für dessen einzige Heimat sie geraume Zeit galt, die Poikhöhle, durch welche die Poik ihren unterirdischen Lauf nordwärts fortsetzt, die Planinagrotte, die Höhlen bei Luegg. Vgl. Schmidl, Zur Höhlenkunde des Karstes (Wien 1854), und dessen "Wegweiser" (das. 1858); Costa, Die Adelsberger Grotte (2. Aufl., Laib. 1863).

Adelsbrief (Adelsdiplom), die Urkunde, welche einem Neugeadelten zum Beweis seiner Standeserhöhung erteilt wird. Diese Diplome werden in Fraktur auf Pergament geschrieben, von dem Landesherrn, welcher dieselben erteilt, eigenhändig unterzeichnet, und es wird ihnen in alter Weise das in einer Metallkapsel verwahrte Siegel angehängt. Das in den verschiedenen landesfürstlichen Kanzleien Deutschlands sowie Österreichs gebräuchliche Formular der Adelsbriefe ist im wesentlichen dasselbe, welches vor vier Jahrhunderten unter den Kaisern Sigismund und Friedrich III. in Gebrauch war. Die ersten Adelsbriefe erteilte Kaiser Karl IV.; der bis jetzt bekannte älteste A. wurde einem Geistlichen, dem Scholaster an der St. Stephanskirche in Mainz, Wycker Frosch, 30. Sept. 1360 verliehen.

Adelsheim, Stadt im bad. Kreis Mosbach, an der Seckach und an den Linien Heidelberg-Würzburg der Badischen und Bietigheim-Osterburken der Württemberg. Staatsbahn, mit Amt, Amtsgericht, 3 Schlössern und (1880) 1602 Einw.

Adelskrone, in der Heraldik ein mit Perlen und Edelsteinen besetzter Goldreif mit acht perlentragenden Spitzen, von denen fünf sichtbar sind (s. Abbildung). Die eigentliche A. ist die alte Königskrone, bei welcher auf dem Reif zwischen vier Blättern, von

^[Abb.: Adelskrone.]