Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Alföld; Alfons

335

Alföld - Alfons (Aragonien, Asturien).

tischen Inhalts und ohne hervorragendes Interesse. Außer seinen Originalwerken hat man von A. mehrere Übersetzungen aus dem Griechischen und Lateinischen, darunter eine sehr gelungene des Sallust (neu hrsg. von Vanucci, Mail. 1869). Eine vollständige Ausgabe der "Opere" Alfieris erschien zu Pisa (1805-1815) in 22 Bänden; seine "Tragedie" in neuer Ausgabe, nach den Originalhandschriften revidiert, von Milanesi in Florenz (1855, 2 Bde.). Vgl. Centofanti, Sulla vita e sulle opere di A. (Flor. 1842); Teza, Vita, giornali, lettere di A. (das. 1861); Reumont, Die Gräfin von Albany (Berl. 1860).

2) Cesare, Marchese di Sostegno, ital. Staatsmann, geb. 1796 zu Turin, Sohn Carlo Emanuele Alfieris, Verwandter des vorigen, trat früh in die sardinische Armee, widmete sich dann der diplomatischen Laufbahn und ward sardinischer Legationssekretär in Petersburg, dann in Berlin und in Florenz, 1825 in Paris, wo sein Vater Gesandter war. Er wurde von Karl Albert 1831 nach seiner Thronbesteigung an den Hof nach Turin berufen, wo er sich den Patrioten Cavour, Balbo und Azeglio anschloß, 1842 in die von Cavour gestiftete Associazione agraria eintrat und später deren Präsident wurde. Auch förderte er die philanthropischen Zwecke des Instituts della Maternità, in das er auch eintrat, mit Eifer. Karl Albert ernannte ihn deshalb zum Präsidenten der Reformkommission, an deren Spitze er sich durch die Emanzipation der Universitäten, Errichtung von neuen Lehrstühlen der Rechtsgeschichte, des Völker- und Verwaltungsrechts, der Nationalökonomie u. a. verdient machte; auch erhielt er den Auftrag, eine konstitutionelle Verfassung für Sardinien auszuarbeiten. Im Sommer 1848, nach der Niederlage von Custozza, ward er vom König an die Spitze des Ministeriums berufen, trat aber, von Gioberti heftig bekämpft, bald zurück, ward Vizepräsident des Senats, 1856 Präsident desselben, legte dieses Amt 1866 nieder und starb 16. April 1869 in Florenz.

Alföld, große niederungar. Tiefebene, s. Ungarn.

Alfons (althochd. Adalfuns, s. v. w. "der an Geschlecht Auszuzeichnende", span. und ital. Alfonso, lat. Alphonsus), Mannesname, zu dessen Trägern mehrere Könige von Aragonien, Asturien, Kastilien, Neapel, Portugal und Spanien gehören.

[Könige von Aragonien und Navarra.] 1) A. I., 1105 bis 1134, der Schlachtengewinner (el Batallador), weil er in 29 Schlachten siegte, Sanchos V. Sohn, folgte seinem Bruder Pedro I. Sein Versuch, als Gemahl Urracas, der Tochter Alfons' VI. von Kastilien, nach desselben Tode das Reich an sich zu bringen, hatte anfangs (1114) Erfolg, aber nur für wenige Jahre; die Ehe wurde getrennt, und Urraca reizte selbst den kastilischen Adel gegen ihren Gemahl auf. Glücklicher war er den Mauren gegenüber. Er eroberte 1118 Saragossa und machte es zu seiner Residenz, nahm Tarragona und Calatayud mit Sturm und drang durch Valencia und Murcia bis Granada vor; 40,000 Christenfamilien, die in den Gebirgen der Alpujarras drei Jahrhunderte lang sich behauptet hatten, schlossen sich ihm an. In den Gebirgen von Valencia errang er einen entscheidenden Sieg über die Mauren (1126). Aber während der Belagerung der Grenzfeste Fraga vom maurischen Statthalter in Valencia überfallen (7. Sept. 1134), entkam er, verwundet, nur mit Mühe in das Kloster San Juan de la Pegna und starb hier acht Tage danach kinderlos. Ein bleibendes Verdienst erwarb er sich durch Begünstigung des dritten Standes.

2) A. II., Großneffe des vorigen, Sohn Raimunds von Barcelona und der Tochter König Ramiros, Petronella, 1162-96, war beliebt als Schützer der ständischen Freiheiten und Gönner der Troubadoure, eroberte von Navarra die Grafschaft Roussillon, erwarb auch einen Teil der Provence durch Erbrecht; starb 26. April 1196. A. dichtete selbst, in einer Kanzone feiert er das Glück der Liebe.

3) A. III., der Prächtige, Sohn. Peters III., 1285-91, bewilligte den Ständen auf dem Reichstag zu Saragossa 1287 die sogen. Unionsprivilegien, wonach die Stände, falls der König ohne richterlichen Spruch der Reichsversammlung gegen ein Ständemitglied Strafen verhängte, einen andern Herrn wählen durften. Um die Ruhe nach außen herzustellen, schloß er 1291 zu Brignoles mit Frankreich Frieden, starb aber bald darauf kinderlos und hinterließ seinem Bruder Jakob II. den Thron.

4) A. IV., der Gütige, 1327-36, Sohn und Nachfolger Jakobs II., geriet wegen einiger seiner zweiten Gemahlin, der Tochter Ferdinands IV. von Kastilien, Eleonore, gemachten Schenkungen mit den Ständen in Streit, in dem er unterlag; starb 1336.

5) A. V., der Großmütige (als König von Neapel und Sizilien A. I.), Sohn und Nachfolger Ferdinands des Gerechten, 1416-58, bestieg, 15 Jahre alt, den Thron. Von Johanna II. von Neapel zu Hilfe gerufen, besiegte er 1421 deren Feinde Sforza und Ludwig von Anjou und bemächtigte sich Caracciolis, des ihm feindlichen Lieblings der Königin. Diese erklärte nun A. seiner Ansprüche auf Neapel für verlustig und adoptierte Ludwig von Anjou. A. behauptete sich nur im Besitz weniger Plätze. Nach dem Tode der Königin (1435) und der Einsetzung des Herzogs Renatus I. von Lothringen zum Erben begann A. die Belagerung Neapels. Bei der Belagerung Gaetas aber wurde er von der genuesischen Flotte geschlagen, mit seinem Bruder gefangen und dem Herzog Philipp Maria von Mailand ausgeliefert (1435). Doch gelang es A., seine Freilassung zu bewirken und sich sogar Mailands Hilfe zu verschaffen. Nach fünfjährigem Kampf errang er vom Papst die Belehnung mit Neapel (1442). Er regierte klug und wohlwollend, wenn er auch zu Prachtliebe und Wollust neigte, und starb 27. Juli 1458. In seinen Erbstaaten folgte ihm sein Bruder Johann II., König von Navarra, in Neapel sein vom Papst legitimierter Sohn Ferdinand. Als Freund der Wissenschaften nahm A. die aus Konstantinopel flüchtenden Gelehrten auf.

[Könige von Asturien.] 6) A. II., der Keusche (el Casto), 792-842, Enkel Alfons' I., eines Sprößlings Rekkareds, der sich in dem Kantabrischen Gebirge gegen die Mauren behauptet hatte. Im Kampf gegen die letztern siegte A., wie berichtet wird, glänzend bei Lugo, drang bis zum Tajo vor und eroberte Lissabon, wurde aber durch eine Verschwörung entthront und in ein Kloster eingeschlossen. Bald befreit und wieder König, kämpfte er auch ferner glücklich gegen die Mauren und suchte den Staat durch Herstellung der alten westgotischen Verfassung zu befestigen. Oviedo erhob er zu einem würdigen Königssitz und gründete den Wallfahrtsort Santiago de Compostella. Er starb 842.

7) A. III., der Große, 866-910, folgte, 14jährig, seinem Vater Ordoño, beherrschte auch Leon und Galicien, unterwarf das unter Sancho, dem Grafen von Bigorre (873), und dessen Sohn Garcias (885) abgefallene Navarra, schlug die Mauren, besetzte Coimbra und drang bis nach Portugal und Altkastilien vor. Der durch diese Kriege veranlaßte Abgaben-^[folgende Seite]