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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Altar de los Collanes; Altarkerzen; Altaroche

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Altar de los Collanes - Altaroche.

gewandelt. In den christlichen Kirchen stand der A. in der ältesten Zeit frei vor der Apsis (s. d.), dann in der Chornische, stets gegen Morgen gerichtet. Später unterschied man den Hochaltar im Chor (Choraltar) und die Seitenaltäre, welche zuerst für Privatmessen benutzt wurden. Die romanische Kunstperiode behielt die seit dem 6. Jahrh. gebräuchliche Tischform mit steinerner Deckplatte für den A. bei, wofür der A. in der Allerheiligenkapelle zu Regensburg und der Krodoaltar in Goslar (Fig. 2) charakteristische Beispiele sind, überwölbte denselben aber häufig mit einem Bogen oder Baldachin (ciborium), wie z. B. im Dom zu Regensburg und in St. Stephan zu Wien, und schmückte ihn reich mit Bildwerk und Aufsetztafeln aus Gold, Email und Elfenbein (s. auch Antependium). Die Gotik wählte zuerst das schlichte Material des Holzes zu ihren Altären, welche jedoch mit Schnitzerei, Malerei oder Vergoldung reich ausgeschmückt wurden. Die charakteristische Gestalt ist die des sogen. Flügelaltars, welcher in der Regel innen mit plastischem, außen mit gemaltem Schmuck versehen ist. Die umfangreichsten Altäre dieser Art sind: das Jüngste Gericht in der Marienkirche zu Danzig, der Hochaltar in der Klosterkirche zu Blaubeuren, die Krönung Marias im Münster zu Breisach und der Brüggemannsche Hochaltar im Dom zu Schleswig. Renaissance und Gotik haben dann den Altären willkürlich gewählte Architekturformen der Antike verliehen. Das Altarbild im eigentlichen Sinn, als großes Gemälde, welches den Hauptbestandteil des Altarschmucks ausmacht, datiert aus dieser Periode. Auf dem A. stehen Kruzifix, Blumen und Lichte (s. Altarkerzen). Gleichfalls zum Schmuck dient die Altarbekleidung, deren Farbe nach den verschiedenen kirchlichen Zeiten und Feiern wechselt. Über den A. gebreitet wird das Altartuch (palla, mappa) von feiner Leinwand. Vor dem Gebrauch muß jeder A. vom Bischof geweiht werden. Zur Feier der Messe außerhalb des Kirchengebäudes, auf Reisen, im Feld, ist ein Tragaltar im Gebrauch, gewöhnlich ein mäßiger Steinwürfel, in welchem, wie in jedem katholischen A., Reliquien eingeschlossen sind, und der beim Gebrauch auf einen Tisch oder ein angemessenes Gestell gesetzt wird, oft aber auch in Form eines Diptychons aus vergoldetem Silber und andern Metallen (Fig. 3). In der lutherischen Kirche hat auch der A. nach Form und Ausschmückung vieles von der katholischen Kirche beibehalten, während die reformierte zum einfachen Abendmahlstisch zurückgekehrt ist. Die griechische Kirche bedient sich eines tischartigen Altars von Stein oder Holz und hat in der Regel in jeder Kirche nur einen A.

^[Abb.: Fig. 2. Der Krodoaltar zu Goslar.]

^[Abb.: Fig. 3. Silbervergoldeter Feldaltar eines Großkomturs des Deutschen Ordens (1388 in Elbing angefertigt, jetzt im Schloß zu Marienburg). ⅓ der Größe.]

Altar de los Collanes (Capac-Urcu), Vulkan in der Ostkette der Kordilleren von Ecuador, südöstlich von Riobamba. Er erscheint wie ein halbkreisförmiger, zerrissener Kamm, in dessen Mitte sich eine Ebene ausbreitet. Nach alten Inkatraditionen hatte dieser Berg früher eine Kegelgestalt und war höher als der Chimborazo; durch Einsturz der Spitze bei einer gewaltigen Eruption im 15. Jahrh. soll er seine jetzige Gestalt erhalten haben. Sein höchster Gipfel erreicht 5257 m Höhe.

Altarkerzen, die auf dem katholischen Altar brennenden Kerzen, welche während der Messe an die Nachtzeit des Abendmahls erinnern. Ihrer zwei, für hohe Feste auch vier, wurden vielfach auch in der lutherischen Kirche beibehalten.

Altaroche (spr. -rosch), Durand Marie Michel, franz. Schriftsteller, geb. 18. April 1811 zu Issoire (Puy de Dôme), studierte in Paris Rechtswissenschaft, widmete sich aber bei Ausbruch der Julirevolution der schriftstellerischen Laufbahn und beteiligte sich als Mitarbeiter an einer Reihe republikanischer Zeitungen. Nachdem er 1834 bis Februar 1848 die Leitung des "Charivari" geführt, ward er im April d. J. als Abgeordneter in die Konstituierende Versammlung gewählt, schied aber 1849 aus dem politischen Leben aus und übernahm die Direktion erst des Odéontheaters, dann der Folies Nouvelles (später