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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Amerikainseln; Amerikanische Altertümer

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Amerikainseln - Amerikanische Altertümer.

Verdienste um die Aufhellung der Geographie Nordamerikas erwarb sich auch Herzog Bernhard von Weimar, während Pohls, Pöppigs, Charles Darwins, M. Wagners, Scherzers, d'Orbignys, Gillies', v. Tschudis, Philippis, Burmeisters u. a. Streben mehr auf Erforschung des Südens und seiner Erzeugnisse gerichtet war. Aus der neuesten Zeit sind Hauptsächlich die durch die Franzosen (bis 1806) angeregte Untersuchung Mexikos, die außerordentlich erfolgreiche Entdeckungsreise von Agassiz auf dem Amazonenstrom (1865-66), die Forschungen Whympers und Dalls in Alaska (1866-67), die Expedition des Generals Palmer durch das Gebiet des Rio Colorado nach dem Stillen Ozean (1867-68), die Forschungen Whitneys im Felsengebirge (1869), die Auffindung und Untersuchung des "geologischen Wunderlands" am Yellowstonefluß im Territorium Wyoming durch Washburn (1870) und Hayden (1871), die Erforschung der Cañons des Green River und Colorado durch Major Powell (1869-71), die Untersuchung der Territorien Nevada und Arizona durch Wheeler (1871-72), die der Gegenden um den Nipigonsee durch R. Bell (1869) und Austin und Russell (1870), Habels ethnologische, meteorologische und zoologische Forschungen in Zentralamerika (1864-1871), die Untersuchung Patagoniens durch Musters (1869), die Erforschung der Nebenflüsse des Amazonenstroms durch Hartt (1870-71) und Chandleß (1862-71), die geologischen Aufnahmen Sir W. Logans und Murrays in Kanada, die Arbeiten des französischen Missionärs Abbé Petitot im Mackenziegebiet, die großartigen Forschungen der deutschen Reisenden Reiß und Stübel (1868-76) in Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivia zu erwähnen. Der ganze Erdteil liegt bis auf wenige Striche im Innern und im nördlichsten Teil vor uns aufgeschlossen.

[Litteratur.] Epochemachend in der wissenschaftlichen Untersuchung des Naturcharakters Amerikas sind A. v. Humboldts und J. ^[Jabbo] Oltmanns Untersuchungen über die Geographie des neuen Kontinents (Par. 1810, 2 Bde.). Außerdem sind von neuern, A. behandelnden Werken hervorzuheben: Malte-Brun, Gemälde von A. (deutsch von Greipel, Leipz. 1824); Wappäus' Handbuch (das. 1855-71, 3 Bde.); Long, Porter und Tucker, America and the West-Indies, geographically described (Lond. 1843); Macgregor, The progress of America from the discovery of Columbus to the year 1846 (das. 1847, 2 Bde.); A. v. Humboldt und A. Bonpland, Voyage aux régions équinoxiales du Nouveau Continent, fait en 1799-1804 (Par. 1815-31, 3 Bde. mit Atlas; deutsch von Hauff, Stuttg. 1859-60, 4 Bde.); A. v. Humboldt, Ansichten der Natur (3. Aufl., das. 1849, 2 Bde.); Waterton, Wanderings in South America, the Northwest of the United States and the Antilles (Lond. 1825, neue Ausg. 1871); A. v. Humboldt, Examen critique de l'histoire de la géographie du Nouveau Continent etc. (Par. 1836-39, 5 Bde.; deutsch von Ideler, neue Ausg., Berl. 1853, 3 Bde.); Andree, A. (Braunschw. 1851); Morton, American ethnography (Philad. 1839); Waitz, Anthropologie der Naturvölker, Bd. 3 u. 4 (Leipz. 1862-64); v. Hellwald, Die amerikanische Völkerwanderung (Wien 1866); v. Martius, Beiträge zur Ethnographie und Sprachenkunde Amerikas (Leipz. 1867, 2 Bde.); Williams, History of the negro race in America (Bost. 1882, 2 Bde.); Ratzel, Die Vereinigten Staaten von Nordamerika (Münch. 1878-80, 2 Bde.); Hellwald, A. (Leipz. 1884 ff., Prachtwerk).

Zur Entdeckungsgeschichte: Kunstmann, Die Entdeckung Amerikas, nach den ältesten Quellen dargestellt (Münch. 1859); Kohl, Geschichte der Entdeckung von A. (Brem. 1861); Handelmann, Geschichte der amerikanischen Kolonisation (Kiel 1856, Bd. 1); Peschel, Geschichte des Zeitalters der Entdeckungen (2. Aufl., Stuttg. 1877); Brinton, The myths of the New World (New York 1868); De Costa, The Pre-Columbian discovery of America by the Northmen (Albany 1869); Gravier, Découverte de l'Amérique par les Normands (Par. 1874); F. v. Hellwald, Im ewigen Eis, Geschichte der Nordpolarfahrten (Stuttg. 1881); Weise, History of the discoveries of America to the year 1525 (New York 1884). Bibliographisch verzeichnet die gesamte A.-Litteratur die "Bibliotheca americana" von Sabin (New York 1872 ff.).

Die besten neuesten Karten sind 1) für die polaren Gebiete: zahlreiche Detailkarten in "Petermanns Mitteilungen", seit 1851; 2) für Britisch-Nordamerika: Grundemann, Missionsatlas (Gotha 1871, Sekt. Nordamerika, Blatt 3); 3) für die Vereinigten Staaten von Nordamerika: Petermann, Karte der Vereinigten Staaten (6 Blatt, das. 1880); Walker, Statistical atlas of the United States (72 Karten, 1876); 4) für Mexiko, Zentralamerika und Westindien: H. Kiepert, Karte des nördlichen tropischen A. (6 Blatt, 1858) und "Karte von Mittelamerika" (4 Blatt, 1858); Petermann, Westindien und Zentralamerika (Stielers "Handatlas", Blatt 79-82, 1884); 5) für Südamerika: Kiepert, Mittleres Südamerika ("Handatlas", Blatt 40, 1874); Petermann, Südamerika (Stielers "Handatlas", Blatt 90-95, 1884).

Amerikainseln, s. Fanninginseln.

Amerikanische Altertümer. Während in der Alten Welt die prähistorischen Perioden tausend, resp. Tausende von Jahren hinter uns liegen, reichen dieselben in Amerika ungleich näher an die Jetztzeit heran, nämlich bis zu der Einwanderung der weißen Rasse, bis zum Beginn also etwa der Neuzeit. Wie in der östlichen Hemisphäre, so liegen auch für die westliche Erdhälfte zahlreiche Beweise für das hohe Alter des Menschen vor. So fand schon 1838 Lund menschliche Reste vereint mit solchen ausgestorbener Tiere in den Höhlen der Provinz Minas Geraës in Brasilien. Vermischt mit den Knochen von Mastodon und Mammut wurden Reste menschlicher Thätigkeit in Missouri durch Koch und in Iowa und Nebraska durch Aughey nachgewiesen. In Kalifornien finden sich in den goldführenden Sanden und Kiesen menschliche Werkzeuge mit den Knochen diluvialer Tierformen, wie Elephas, Mastodon, Pferd, Löwe, Lama, vermischt. Steinäxte und Lanzenspitzen sind ferner in Mexiko in quartären Ablagerungen mit Knochenteilen des Elephas Colombi gefunden. In Südamerika sind am Rio de la Plata in den Pampasablagerungen Argentiniens durch Ameghino eine große Zahl von Beobachtungen gemacht worden, welche die gleichzeitige Existenz des Menschen und jetzt ausgestorbener Tierformen, unter ihnen namentlich des Megatherium, des Mylodon und Glyptodon, erwiesen haben.

Einen weitern Beweis für das hohe Alter des Menschen auf dem amerikanischen Kontinent liefern die zahlreichen Muschelhaufen (entsprechend unsern Kjökkenmöddings) an den verschiedensten Punkten der amerikanischen Küsten. In Nordamerika finden wir solche Muschelberge (shell-mounds) längs der Küsten des Atlantischen Ozeans und des Golfs von Mexiko in einer Länge und Breite von zuweilen mehr als 100 m und einer Höhe von über 10 m. Ebenso