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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Antares - Antennen.

A. den Dsobjaniden Dhamdham, welche Heldenthat er nebst seiner Liebe zur Abla und andern Abenteuern in einer berühmten Moallaka besang. Letztere, ein von arabischen Kommentatoren vielfach erläutertes Gedicht voll Leben, Kraft und poetischer Anschauung, erschien in den Gesamtausgaben der Moallakât (s. Arabische Litteratur) sowie auch einzeln herausgegeben von Menil und Willmet (Leid. 1816). Andre Gedichte Antaras finden sich in der "Hamâsa" und den übrigen arabischen Sammlungen, am vollständigsten bei Ahlwardt ("Six ancient poets", Lond. 1870). Als einer der berühmtesten Dichterhelden wurde A. zur Hauptperson eines gleichnamigen Heldenromans, der sich als Volksbuch (mit Unrecht schrieb man die erste Abfassung dem Philologen Asmai zu) entwickelt, allmählich einen bedeutenden Umfang erhalten und mannigfache Überarbeitungen erfahren hat (gedruckt z. B. in Beirut o. J., Bulak 1286 der Hedschra; abgekürzt ins Englische übersetzt von Hamilton, Lond. 1820, 4 Bde.). Vgl. H. Thorbecke, A., ein vorislamischer Dichter (Leipz. 1867).

Antāres ("Gegenmars", arab. Kelb el akrab, "Skorpionsherz"), Doppelstern erster Größe von feuerroter Farbe auf dem Herzen des Skorpions, in 245° 21' Rektaszension und 26° 8,5' südlicher Deklination; er empfing seinen Namen im Altertum wegen seines an Mars erinnernden Aussehens.

Antarktisch (griech., "dem Bären entgegengesetzt"), am Südpol oder gegen den Südpol hin gelegen; im Gegensatz zu arktisch, gegen den Nordpol hin gelegen. Daher: antarktischer Kontinent, s. v. w. Südpolarländer, das noch unerforschte Gebiet innerhalb des südlichen Polarkreises; antarktischer Pol, s. v. w. Südpol; antarktischer Ozean, s. v. w. Südliches Eismeer.

Antarthrītisch (griech.), gegen die Gicht dienend; Antarthritika, Gichtheilmittel; vgl. Arthritis.

Antecēdens (lat., das "Vorhergehende"), der Grund, entgegengesetzt dem Consequens (dem "Nachfolgenden") oder der Folge; daher in der Logik bei Urteilen das Subjekt, aus dessen Wesen das Prädikat (consequens) notwendig hervorgeht; in Schlüssen, besonders in hypothetischen, die dem Schlußurteil oder Schlußsatz (consequens) vorhergehenden Vordersätze oder Prämissen (Obersatz und Untersatz); bei Beweisen die Sätze, aus denen die Wahrheit eines andern Satzes abgeleitet wird (Beweisgründe). - In der Grammatik heißt A. das Hauptwort oder (oft ausgelassene) Demonstrativpronomen, worauf sich ein Relativpronomen oder eine unterordnende Konjunktion bezieht; dann auch besonders ein Satz, der zu einem andern in kausalem oder konditionalem Verhältnis steht. - In der Mathematik bezeichnet es bei Zahlenverhältnissen die vorausgestellte Zahl, mit der eine andre verglichen wird.

Antecéssor (lat.), Vorgänger, Amtsvorfahr.

Ante Christum (Ante Christum natum, lat.), vor Christo oder vor Christi Geburt.

Antecursor (lat.), Vorläufer.

Antedatieren (lat.), "vorausdatieren", zurückdatieren, einem Brief oder einer sonstigen Urkunde ein früheres Datum geben. Die Antedatierung von Anstellungsdekreten, Offizierspatenten u. dgl., welche Zuweilen vorkommt, ist namentlich für die Anciennität von Wichtigkeit. Unbefugtes A. kann unter Umständen unter den Begriff strafbarer Urkundenfälschung fallen. Nicht zu verwechseln ist mit dem A. das Postdatieren einer Urkunde, z. B. eines Wechsels, welchen man unter einem künftigen Datum als Ausstellungstag ausstellt.

Ante diëm (lat.), vor dem Tag, vor der (festgesetzten) bestimmten Zeit.

Antediluvianisch (lat.), "vorsintflutlich", was vor der noachitischen Flut gewesen oder geschehen ist oder vielmehr gewesen, geschehen sein soll. Daher: antediluvianische Menschen, die menschlichen Bewohner der Erde vor Noah; antediluvianische Tiere, die fossilen Überreste der untergegangenen Tierwelt. Das antediluvianische Zeitalter ist der Zeitraum von der Schöpfung der Welt bis auf Noah, nach biblischen Annahmen von 1 bis 1656 nach Erschaffung der Welt oder von 3947 bis 2291 v. Chr.

Anteflexio (lat.), Knickung nach vorn, z. B. A. uteri, s. Gebärmutter.

Anteilschein, Anteilverschreibung, s. Aktien.

Anteilswirtschaft, in der Landwirtschaft das Verpachtungssystem, wonach der Pachtschilling in einem Teil der Früchte entrichtet wird. Vgl. Halbpacht.

Antejustinianisches Recht, Inbegriff der römischen Rechtsnormen vor Justinian, bestehend in den Gesetzen der zwölf Tafeln, Senats- und Volksbeschlüssen, Edikten der Prätoren und Konstitutionen der Kaiser sowie in den öffentlich sanktionierten Entscheidungen berühmter Rechtsgelehrten. Sammlungen der kaiserlichen Konstitutionen dieser Zeit waren der Gregorianische, Hermogenianische und Theodosianische Kodex nebst den dazu gehörigen Novellen. Unter Justinian wurde das antejustinianische Recht Grundlage der von diesem Kaiser veranstalteten Gesetzsammlungen und ging teilweise in diese über, hörte aber seitdem auf, ein Gegenstand unmittelbaren und besondern Studiums zu sein, wenn es auch immer ein unentbehrliches Hilfsmittel zum Verständnis des Corpus juris und insofern Quelle des Pandektenrechts bleiben wird. Vgl. "Jurisprudentiae antejustininae quae supersunt" (hrsg. von Huschke, 4. Aufl., Leipz. 1879).

Antelapsārii (Supralapsarii, lat.), Gegner der Infralapsarii (s. d.).

Antelukān (lat.), vor Tagesanbruch geschehend.

Antemeridianisch (lat.), vormittägig.

Antemētische Mittel (Antemetica, griech.), Mittel, welche den Brechreiz (s. d.) mildern oder beseitigen.

Antemundān (lat.), vorweltlich.

Anten (lat. Antae), die pfeilerartigen abschließenden Vorsprünge der beiden Seitenwände der Cella eines antiken Tempels; weiteres s. Tempel. Auch s. v. w. Thürpfeiler.

Antenagĭum (mittellat.), das Erstgeburtsrecht.

Antennāria R. Br., Gattung aus der Familie der Kompositen, meist kleine, ausdauernde, kleinblätterige, filzig behaarte Kräuter mit doldentraubig oder trugdoldig angeordneten Blütenkörbchen, deren Korbhülle aus unverwelklichen, schönfarbigen Schuppen besteht. A. margaritacea Rafin. (Papierblume), mit 30-60 cm hohem, weißfilzigem Stengel, lineal-lanzettförmigen, unten weißfilzigen Blättern und schneeweißen Blüten, und die ähnliche A. plantaginea Dec., beide aus Nordamerika, werden als Gartenpflanzen kultiviert. A. dioica Gärtn. (Gnaphalium dioicum L., Katzenpfötchen), mit weißen, rosen- und purpurroten Blüten, findet sich überall auf trocknem, sonnigem Boden.

Antennen (lat., Fühler, Fühlhörner), am Kopf der Gliedertiere angebrachte Gliedmaßen, die meist zum Fühlen, bei manchen Krebsen jedoch auch zum Schwimmen oder Laufen benutzt werden und gewöhnlich auch noch Geruchsorgane tragen. Die A. sind stets aus Gliedern zusammengesetzt, die aneinander beweglich eingelenkt sind. Ihre Form ist