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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Argentit - Argonauten.

Vgl. Dominguez, Historia Argentina (Buenos Ayres 1861; in engl. Übersetzung, das. 1865); Kennedy, La Plata, Brazil and Paraguay during the present war (Lond. 1869); L. Schneider, Der Krieg der Tripelallianz gegen die Republik Paraguay (Berl. 1871-75, 3 Bde.); die "Revista de Buenos Ayres, Periodico mensual etc."

Argentīt, s. Silberglanz.

Argenton (spr. -schangtóng), Stadt im franz. Departement Indre, Arrondissement Châteauroux, an der Creuse und der Orléansbahn, mit einer Schloßruine und (1876) 5003 Einw., welche sich mit Tuchmanufaktur und Thongewinnung beschäftigen. A. stammt aus keltischer Zeit und war im Mittelalter befestigt.

Argentorātum, lat. Name von Straßburg.

Argentum, Silber; A. foliatum, Blattsilber; A. nitricum, salpetersaures Silberoxyd; A. nitricum fusum, geschmolzenes (und in Stängelchen gegossenes) salpetersaures Silberoxyd, Höllenstein; A. nitricum cum kali nitrico; A. nitricum fusum mitigatum, salpeterhaltiger Höllenstein; A. vivum, s. Quecksilber.

Ärger, eine Verstimmung, welche entweder als die unmittelbare Reaktion auf eine erfahrene Widerwärtigkeit in das Gebiet der normalen Seelenlehre fällt, welche unter Umständen aber auch ohne hinlängliche Begründung vorkommt und dann als eine krankhafte Verstimmung zu den Seelenstörungen zählt. Im letzten Fall kann die Ursache zum Ä. oder zur Ärgerlichkeit im allgemeinen durch körperliche Leiden, Darmkatarrhe, Stuhlverstopfung, Hämorrhoiden etc., oder durch Abspannung der Willenskraft durch Überanstrengung mit geistiger Arbeit bedingt sein, oder endlich kann der Ä. eine Äußerung, eine Teilerscheinung beginnender Geisteskrankheit sein, wie denn zahlreiche Fälle von Hypochondrie, Melancholie, Hysterie etc. mit dieser reizbaren Verstimmung beginnen. Fester Wille und energische Behandlung der Ursachen zum normalen und krankhaften Ä. sind die einzigen Heilmittel. Vgl. Verstimmung.

Ärgere Hand, im deutschen Recht bei nicht standesmäßigen Ehen Bezeichnung für den nicht ebenbürtigen Teil. Für solche Ehen, welche ein Mitglied des hohen Adels mit einem Nichtmitglied desselben abschließt, also bei sogen. Mißheiraten, gilt nämlich der Satz: "Das Kind folgt der ärgern Hand", d. h. es teilt den Rang und Stand des dem hohen Adel angehörigen Parens nicht und ist namentlich nicht successionsberechtigt. S. Ebenbürtigkeit.

Arges, s. Trilobiten.

Arghelstrauch, s. Cynanchum.

Argilīt, s. Thonschiefer.

Argilla, Thon, weißer Bolus; A. hydrata pura, Thonerdehydrat.

Arginusen, drei Inseln an der Küste der kleinasiat. Landschaft Äolis, Lesbos gegenüber, berühmt durch den Seesieg der Athener über die Spartaner unter Kallikratidas 406 v. Chr. Heute Ayanos.

Argiver, s. v. w. Argeier.

Arglist, s. List.

Argo, das 50ruderige Schiff der Argonauten (s. d.).

Argŏlis, Landschaft, s. v. w. Argos. Argolischer Meerbusen, Busen des Ägeischen Meers, der zwischen den Landschaften Argos und Lakonien tief in die Südwestküste des Peloponnes einschneidet (jetzt Golf von Nauplia).

Argologīe (griech.), Geschwätz, unnützes Gerede.

Argonaut, s. Papiernautilus.

Argonauten ("Argoschiffer"), die Teilnehmer jenes Zugs hellenischer Helden, der unternommen ward, um von Kolchis das Goldene Vlies zu holen (80 Jahre vor dem Trojanischen Krieg oder um 1350 v. Chr. gesetzt). Iason (s. d.), des Äson Sohn, erhielt von seinem Oheim Pelias, dem Herrscher von Iolkos in Thessalien, auf Heras Veranlassung den Auftrag, das Goldene Vlies (vgl. Chrysomallos) des Widders, auf welchem Phrixos und Helle (s. d.) entflohen waren, aus dem Areshain in Kolchis zu holen, wo es, von Phrixos in einer Eiche aufgehängt, von einem Drachen bewacht ward. Zu dieser Fahrt ließ Iason von Argos, dem Sohn des Phrixos, die 50ruderige Argo bauen. Das Schiff war so groß, wie noch keins gesehen worden, und von einer Holzart, welche im Meer nicht fault; Athene selbst hatte den Bau geleitet und an dem Schiff ein Stück dodonäisches Eichenholz angebracht, welches die Gabe zu sprechen und Orakel zu erteilen besaß. Iason forderte hierauf die berühmtesten Helden Griechenlands zur Teilnahme an dem Unternehmen auf. Von diesen Helden, welche sehr verschieden und in sehr verschiedener Zahl genannt werden, sind als die bekanntesten zu nennen: Admetos, Amphiaraos, Amphion, Ankäos, Argos (der Erbauer des Schiffs), Herakles, Iason, Idas, Idmon, Kalais, Kastor, Kepheus, Laertes, Lynkeus, Meleagros, Mopsos, Nestor, Oileus, Orpheus, Peleus, Philammon, Polydeukes (Pollux), Polyphemos, Telamon, Theseus, Tiphys, Tydeus, Zetes. Als sie alle versammelt waren, wurden die Plätze verlost. Iason ward Befehlshaber, Tiphys (und nach dessen Tod Ankäos) Steuermann, Lynkeus machte den Lotsen, Zetes und Kalais beaufsichtigten die Ruderer. Im Vorderteil des Schiffs saß Herakles, im Hintergrund Peleus, der Vater des Achilleus, und Telamon, der Vater des Aias. Iolkos war der Sammelplatz. Bald hatte das Schiff den Hafen von Iolkos hinter sich; Orpheus belebte den Mut mit Harfenspiel und Gesang. Zuerst stieg man am Pelion aus und besuchte Cheiron; dann ging die Fahrt um Chalkidike nach Samothrake. Von hier wurde das Schiff an die ilische Küste verschlagen und von da nach der Insel Lemnos, wo die Frauen ihre Männer wegen Untreue ermordet hatten und als Amazonen lebten. Sie gewährten den Fremden gastliche Aufnahme, und die Helden würden in der Umarmung dieser Weiber Kolchis vergessen haben, wenn nicht Herakles, der mit einigen Genossen auf dem Schiff zurückgeblieben war, die Säumigen gemahnt hätte. Iason riß sich von Hypsipyle los und bestieg zuerst das Schiff. Thrakische Winde trieben es in die Nähe der phrygischen Küste nach Kyzikos, wo die sechsarmigen Giganten und die friedlichen Dolionen nebeneinander wohnten. Letztere nahmen die A. gastlich auf und unterrichteten sie über den Weg, den sie zu nehmen hätten. Inzwischen waren aber von der andern Seite der Insel die "Sechsarmigen" hervorgebrochen und hatten den Hafen mit Felsblöcken gesperrt. Herakles, der auch diesmal nicht vom Schiff wich, erschoß ihrer viele mit Pfeilen, Gleiches thaten seine zurückkehrenden Genossen. Rasch wurden darauf die Anker gelichtet; aber in der Nacht trieb ein heftiger Sturm die A. noch einmal dem Lande der Dolionen zu, ohne daß sie es erkannten. Ebensowenig erkannten die Dolionen ihre Gastfreunde wieder. König Kyzikos, der die Ankommenden für Räuber hielt, begann den Kampf und wurde von Iason mit dem Speer durchbohrt; die Dolionen flohen. Am Morgen wurde der Irrtum offenbar. Drei Tage lang trauerten Hellenen und Dolionen und stellten den Gefallenen zu Ehren Trauerkampfspiele an. Iason errichtete zur Sühne der Rhea einen Altar nebst