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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Arnobĭus; Arnold

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Arnobius - Arnold.

Lucca. Die Länge des A. beträgt 220 km, schiffbar ist er nirgends. Sein Wasser ist meist trübe; seine Ufer sind dichtbevölkert, herrlich angebaut und freundlich wie ein ungeheurer Garten, im Oberlauf bieten sich auch großartige Naturszenerien.

Arnobĭus (A. der ältere), Rhetor zu Sicca in Numidien um 300 n. Chr., schrieb bald nach der Diokletianischen Verfolgung seine noch erhaltene Apologie "Disputationes adversus gentes" (hrsg. von Reifferscheid, Wien 1875). - Von ihm zu unterscheiden ist A. der jüngere, ein semipelagianischer Kirchenschriftsteller und Bischof in Gallien um 450.

Arnold, 1) Christoph, als Astronom berühmter Bauer, geb. 17. Dez. 1650 zu Sommerfeld bei Leipzig, errichtete auf seinem Wohnhaus ein Observatorium, entdeckte hier den Kometen von 1682 acht Tage vor Hevel, beobachtete ihn und den Kometen von 1686 fleißig, erwarb sich aber den größten Ruhm durch seine Beobachtung des Durchgangs des Merkur durch die Sonne 31. Okt. 1690. Seine Beobachtungen wurden in die "Acta Eruditorum" aufgenommen. Im Druck erschien von ihm: "Göttliche Gnadenzeichen, in einem Sonnenwunder vor Augen gestellt" (Leipz. 1692, mit Kupfern). Er starb 15. April 1695; seine Sternwarte erhielt sich bis 1794. Nach ihm benannte Schröter drei sogen. Thäler im Mond. Arnolds Briefwechsel wird auf der Ratsbibliothek zu Leipzig aufbewahrt.

2) Gottfried, luther. Theolog, geb. 1666 zu Annaberg, ward 1697 Professor der Geschichte in Gießen. Zu Dresden schon früher von Spener pietistisch angeregt, alsdann in Quedlinburg einem mystischen Separatismus zugeführt, legte er 1698 seine Professur nieder. Doch änderte er seine Ansicht wieder, verheiratete sich 1700, ward Hofprediger der verwitweten Herzogin von Sachsen-Eisenach in Allstedt, 1704 Prediger zu Werben, 1707 in Perleberg, wo er 1714 starb. A. verfaßte mehrere mystische Schriften, auch geistliche Lieder; sein Hauptwerk aber ist die ihrer Zeit schon durch die deutsche Darstellung Aufsehen erregende "Unparteiische Kirchen- und Ketzerhistorie" (beste Ausg., Schaffh. 1740-42, 3 Bde.), worin er den Ketzereien ein Streben nach wahrem Christentum zuschrieb und ihre Berechtigung durch die Mängel und Ausartung der Kirche nachwies. Vgl. Dibelius, Gottfried A. (Berl. 1873).

3) Samuel, engl. Komponist, geb. 10. Aug. 1740 zu London, ward in der königlichen Vokalkapelle unter Gates und Rares gebildet und erwarb sich bereits durch seine erste Oper: "The maid of the mill" (1764), und das Oratorium "The cure of Saul" (1767) die bleibende Gunst des Publikums. Er ward 1783 königlicher Hofkomponist, 1789 Direktor der Academy of ancient music, 1793 Organist an der Westminsterabtei und starb 12. Okt. 1802 in London. A. hat über 40 Opern und Intermezzi geschrieben, die alle beifällig aufgenommen wurden, aber an Wert seinen Kirchenkompositionen, namentlich seinen 7 Oratorien, nicht gleichkommen. Sein verdienstlichstes Werk war die "Cathedral music", eine Sammlung der besten kirchlichen Kompositionen englischer Meister (1790, 4 Bde.), die 1847 von Rimbault neu herausgegeben wurde. Auch eine Ausgabe von Händels Werken in 36 Foliobänden besorgte A., die unter den Auspizien des Königs (Lond. 1786 ff.) in prachtvoller Ausstattung erschien, aber nicht frei von Fehlern ist.

4) Georg Daniel, Rechtsgelehrter, auch als elsäss. Dichter bekannt, geb. 18. Febr. 1780 zu Straßburg, studierte in seiner Vaterstadt, dann in Göttingen, zuletzt in Paris, ward 1806 Professor des Code civil an der Rechtsschule zu Koblenz, 1809 Professor der Geschichte zu Straßburg, 1811 zugleich Professor der Jurisprudenz, 1820 Präfekturrat, welche Stelle er aber wieder aufgab. Er starb 18. Febr. 1829. Besonderes Verdienst erwarb er sich durch sein Werk "Elementa juris civilis Justinianei; cum Codice Napoleoneo et reliquis legum codicibus collata" (Straßb. u. Par. 1812). Seine lyrischen Gedichte erheben sich über das Gewöhnliche; das Beste aber leistete er durch sein Lustspiel "Der Pfingstmontag" ("Le lundi de la Pentecote"), im Straßburger Dialekt (Straßb. 1816, 2. Aufl. mit Illustrationen und vermehrt mit einer Auswahl von Gedichten und Biographie 1851), nach Goethes Urteil ein Werk, das an Klarheit und Vollständigkeit des Anschauens und an geistreicher Darstellung der Einzelheiten wenige seinesgleichen findet.

5) Thomas, ein für das kirchliche Leben und das Erziehungswesen Englands hochwichtiger Mann, geb. 13. Juni 1795 zu Cowes auf der Insel Wight, studierte in Manchester und Oxford Theologie, um zunächst als Mentor von Privatzöglingen, dann als Vorsteher der öffentlichen Schule in Rugby zu wirken. Ausflüge auf das Festland nährten in ihm den Sinn für deutsche Litteratur, den er als Bearbeiter von Niebuhrs römischer Geschichte ("History of Rome", unvollendet, 1846-49, 3 Bde., u. öfter) bethätigte. Er wurde einer der ältesten und klarsten Vertreter der breitkirchlichen Partei und entschiedener Gegner des Puseyismus. Im J. 1841 übernahm er die Professur der Geschichte zu Oxford, starb aber schon 12. Juni 1842. Vgl. Stanley, Life and correspondence of Thomas A. (13. Aufl. 1882, 2 Bde.; deutsch, Potsd. 1846); Zinzow, Thomas A. (Stettin 1869); Wuttig, Thomas A. (Hannov. 1884).

6) Yourij von, russ. Komponist, geb. 1. Nov. 1811 zu St. Petersburg, Sohn eines Staatsrats, studierte in Dorpat 1828-30 Cameralia und trat 1831 als Fahnenjunker in ein Kürassierregiment ein, mit dem er den polnischen Feldzug mitmachte und an sieben Schlachten sowie am Sturm auf Warschau tapfern Anteil nahm. Nach hergestelltem Frieden trat er in den Staatsdienst, trieb aber nebenbei, einer unüberwindlichen Neigung folgend, mit regstem Eifer Musikstudien und ließ als erste Frucht derselben die Oper "Die Zigeunerin" erscheinen, der 1859 die Musik zur Ballade "Swätlana" von Shukowskij folgte, mit welcher A. den von der Petersburger Philharmonischen Gesellschaft ausgesetzten Preis errang. Von 1863 bis 1868 lebte er in Leipzig, wo er zugleich als musikalischer Schriftsteller (namentlich in der "Neuen Zeitschrift für Musik") thätig war; seit 1870 ist er Professor am Konservatorium der Musik zu Moskau. Als Kritiker wie in seinen zahlreichen Kompositionen folgt A. der Richtung der sogen. neudeutschen Schule. An theoretischen Arbeiten veröffentlichte er: "Die Theorie der Musik auf akustischen Grundlagen" und "Die alten Kirchenmodi" (Leipz. 1878). Auch als Historiker wirkte er mit Erfolg durch seine zu Petersburg gehaltenen Vorträge über die Geschichte der Musik.

7) Friedrich August, Semitist, geb. 16. Nov. 1812 zu Halle a. S., studierte seit 1831 auf der Universität daselbst und in Berlin Theologie und Orientalia, habilitierte sich 1841 in Halle für orientalische Sprachen, ward 1862 zum außerordentlichen Professor ernannt und starb 18. Aug. 1869. Von seinen Schriften sind namentlich anzuführen: "Palästina, historisch-geographisch dargestellt" (Halle 1845), seine Ausgabe der "Moallakât" (Leipz. 1850), die "Chre-^[folgende Seite]