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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Assoluto; Assonanz; Assortiment; Assos; Assoupieren; Assuân; Assuay; Assumieren; Assumtion; Assur; Assurance; Assurpanibal

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Assoluto - Assurpanibal.

histoire d'un étudiant" (2. Aufl. 1873); "Gabrielle de Chênevert" (1863); "Les aventures du capitaine Corcoran" (1867); "François Buchamor" (1872); "Rachel, histoire joyeuse" (1874); "Pendragon" (1881) etc. Seine frühern politischen Artikel sammelte er unter den Titeln: "D'heure en heure" (1862); "Vérité! Vérité!" (1863); "Pensées diverses" (1864) u. a. In letzterer Zeit trat er als politischer Schriftsteller, mehr und mehr verbittert, nur noch in den Organen der Kommunepartei auf, wie er denn auch seinem Deutschenhaß ("Le docteur Judassohn") bei jeder Gelegenheit Luft zu machen pflegt.

Assoluto (ital.), absolut, unbedingt; prima donna assoluta, erste (Koloratur-) Sängerin ohne Einschränkung, d. h. die keine Gleichgestellte neben sich hat.

Assonanz (franz., "Anklang"), eine Art des Reims (oder ein historischer Vorklang des Reims), bestehend in dem Gleichklang der Vokale in mehreren aufeinander folgenden Wörtern oder in den Schlußwörtern der Verse, ohne Berücksichtigung der Konsonanten, z. B. Berg, Kern; Raben, Schlafen; glückliche, günstige etc. In deutschen Volksliedern kommt die A. häufig als Notbehelf statt des Reims vor, ebenso bei den ältesten Kunstdichtern des Mittelalters an Stelle des Endreims, den erst Heinrich von Veldeke wieder zu Ehren brachte. Als wirkliche Kunstform dagegen ist sie in Spanien heimisch und vermag daselbst bei dem Reichtum der Sprache an volltönenden Auslauten vollkommen den Reim zu ersetzen. Namentlich die so reiche Romanzenlitteratur der Spanier bedient sich fast durchweg der A. Das Althochdeutsche konnte beim volltönenden Klang seiner Flexionen eine gleich wirkungsvolle A. ermöglichen, wie sich z. B. aus den Wortformen des "Ludwigsliedes": lônôt, vrancônô, gilônôn, frônô etc. erkennen läßt, während nach der letzigen abgeschwächten Form der Wörter die A. zu matt klingt, um den Reim vertreten zu können. Dennoch hat sich seit dem Bekanntwerden der Deutschen mit der spanischen Poesie auch die deutsche Dichtkunst diese Form nicht entgehen lassen, und außer assozierenden Übersetzungen spanischer Dichtungen (Calderon von Schlegel und von Gries, Romanzen von Diez, Geibel u. a.) besitzen wir auch zahlreiche assozierende Originaldichtungen von Tieck, Uhland, Rückert, Platen, Chamisso u. a.

Assortiment (franz.) oder Sortiment, fachgemäße Vereinigung und Anordnung zusammengehöriger Sachen, besonders ein nach den verschiedenen Gattungen und Arten (Sorten) der Handelsartikel geordnetes Warenlager. Daher assortieren, Sachen in einer naturgemäßen Ordnung vereinigen, das Lager mit verschiedenen Arten (Sorten) von Waren versehen, bez. vervollständigen und diese nach Sorten einteilen.

Assos, im Altertum Stadt in Mysien, am Adramyttischen Meerbusen (Busen von Edremid), von der noch bedeutende Reste beim heutigen Behram übrig sind. 1881-83 veranstaltete das amerikanische Institut für Archäologie in A. Ausgrabungen, durch welche die Agora mit Stoa und Buleuterion, ein vierstöckiges Bad, ein Heroon, Theater, Gymnasium und sieben christliche Kirchen aufgedeckt wurden.

Assoupieren (franz., spr. assup-), einschläfern; betäuben, lindern.

Assuân (Eswan, das alte Syene), die südlichste Stadt des eigentlichen Ägypten, 106 m ü. M., rechts am Nil, der hier seine letzten Katarakten bildet, zwischen Palmen- und Akazienhainen gelegen, mit 4000 Einw. Altertümer umgeben ringsum die Stadt: hier von den Pharaonen und Ptolemäern erbaute, jetzt halb unter Flugsand begrabene Tempel und Paläste, dort von den Römern und Arabern aufgeführte Festungswerke und Gemäuer. Bemerkenswert sind auch die über 6 km langen Steinbrüche roten Granits (hier als Syenit bezeichnet, doch von dem in Europa so genannten Gestein verschieden), aus welchem die Obelisken und kolossalen Statuen der ägyptischen und äthiopischen Tempel gebildet wurden. Auf der linken Seite des Stroms liegen die Katakomben von Syene, gegenüber nach S. hin eine Menge reizender und fruchtbarer Inseln, darunter das Elephantine (s. d.) der Alten und Philä (s. d.) mit berühmten Tempelruinen. A. ist heute besonders als Grenzort Ägyptens von Wichtigkeit; es ist Sitz eines Nazirs, hat ein Post- und Telegraphenamt, einen hübschen Bazar und ein verhältnismäßig stattliches Aussehen. Hier gewinnt die Schiffbarkeit des Nils erst jene Bedeutung, welche der Stadt früh und auch im Mittelalter während der Araberherrschaft einen verbreiteten Handelsruf verschaffte. Da man im Altertum bemerkte, daß die Sonne am längsten Tag zu Syene keinen Schatten werfe, zog man hier den Wendekreis des Krebses, der aber weit südlicher liegt.

Assuay (Azuay, Azuy), eine Provinz der südamerikan. Republik Ecuador, zählt auf 29,288 qkm (531,9 QM.) gegen 100,000 Einw. Das Land umfaßt die Hochebene von Cuença und die dieselbe umschließenden Teile der Andes sowie das östlich an die letztern angrenzende niedrigere Gebiet, nur die östlichen und westlichen Striche sind eben. Der größte Teil der Einwohner sind zivilisierte Indianer, deren Hauptbeschäftigung Landbau (Weizen, Gerste, Zuckerrohr) und fast noch mehr Viehzucht ist; die Industrie besteht in der Verfertigung geschätzter Gewebe aus Wolle und Baumwolle und feiner Töpferwaren; auch sammelt man an den Ostabhängen der Kordilleren viel Chinarinde. Das Land ist reich an Silber-, Blei-, Eisenerzen und Steinkohlen. Hauptort ist Cuença.

Assumieren (lat.), annehmen, gelten lassen; assum(p)sit, "er hat übernommen", in der Rechtssprache das Versprechen, wodurch man für jemand etwas zu Leistendes übernimmt.

Assumtion (Assumption, lat.), An-, Aufnahme; Aufnahme in den Himmel; daher auch Bezeichnung von Gemälden der Himmelfahrt Christi, der Maria etc.

Assur ("der Gütige"), Beiname des babylon. Gottes El, dann Name dieses Gottes bei den Assyrern, nach dem die älteste Stadt derselben (jetzt Ruinen von Kalat Schirgath) und auch das Land benannt wurden.

Assurance (franz., spr. assürangs), Sicherheit, Zuversicht; Versicherung, Assekuranz.

Assurpanibal, König von Assyrien (mutmaßlich der Sardanapal der Griechen und des Berosos), Sohn Assarhaddons, folgte diesem 668 v. Chr. auf dem Thron. Er schlug einen Angriff der äthiopischen Könige Tirhaka und Urdamane auf Ägypten siegreich zurück und behauptete auch in den andern Provinzen des Reichs trotz entschiedener Aufstände die Herrschaft; der König von Lydien huldigte ihm. Dagegen brach um 650 eine furchtbare Empörung in Babylonien aus, wo sich sein Bruder Samas sum ukin (Saosduchin), den er selbst als Vizekönig eingesetzt hatte, unabhängig zu machen suchte. Gleichzeitig standen Elam, Syrien, Arabien und Ägypten auf, A. besiegte zwar die Babylonier und die mit ihnen verbündeten Fürsten von Syrien und Elam, zwang nach dreijähriger Belagerung Babylon durch Hunger zur Unterwerfung und bestrafte die Empörer aufs grausamste; sein Bruder wurde in den Feuerofen geworfen. Elam ward furchtbar verwüstet, aber nicht