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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Australien

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Australien (Entdeckungsgeschichte).

gungen und seltener Ausdauer unternommenen Versuche, den Kontinent und zwar zuerst in der Richtung von S. gegen N. zu durchschneiden. Der erste, welcher ebensolchen Versuch machte, war der Deutsche Leichhardt. Durch längern Aufenthalt in den nördlichsten Teilen der Kolonie Neusüdwales mit dem Land hinlänglich bekannt, unternahm er 1844 seine große Reise von der Moretonbai nach Port Essington, das er nach 15 Monaten erreichte. Er ist dadurch der Entdecker von Queensland und Nordaustralien geworden. Dieser Erfolg trieb ihn darauf zu einem andern Versuch, den Kontinent von O. nach W. zu durchziehen. Die erste Unternehmung 1846 schlug gänzlich fehl, auf einer zweiten 1847 wählte er das inzwischen entdeckte Thal des Barku zum Weg in das Innere; allein er kehrte nicht zurück, und alle Anstrengungen, sein Schicksal zu erforschen, sind erfolglos geblieben. Die weitere Untersuchung von Queensland ist später namentlich durch zwei Expeditionen gefördert worden. Die des Landmessers Kennedy 1848 hatte den Zweck, von der Rockinghambai aus den nordöstlichen Teil des Landes bis zum Kap York zu erforschen, endete aber mit dem Untergang des Leiters und fast aller seiner Reisegefährten. 1855 erforschte August Gregory den von Wickham entdeckten Victoriafluß, drang in das westliche Tiefland Australiens ein und kehrte am Carpentariagolf nach Queensland zurück. Bald nach Leichhardt brach 1845 der Major Mitchell auf, um einen von den Bergen des östlichen A. zum Carpentariagolf führenden Fluß zu finden; er entdeckte dabei den Zusammenhang des Balun mit dem Condamine und Darling und das Thal des Belyando und glaubte den gewünschten Fluß im Barku gefunden zu haben, dem er eine Strecke gegen W. folgte. Aber Kennedys (dessen trauriges Ende oben erwähnt ist) fernere Untersuchung dieses Flusses 1847 ergab, daß er sich nach SW. wendet, und Aug. Gregory zeigte 1858, daß der Barku mit dem Cooper identisch ist. Während diese Versuche, die Nordküste zu erreichen, von Neusüdwales ausgegangen waren, wurden auch schon früh ähnliche von Südaustralien unternommen. Gleichzeitig mit Leichhardt unternahm es Kapitän Sturt, der Entdecker des Murray und Darling, vom letztern Fluß aus nach N. in das Innere einzudringen, und kam dabei über die Berge der Stanley- und De Grey-Kette bis in die öden Gegenden am Barku (seinem Cooper) und in das Mündungsland dieses Flusses. Von größter Wichtigkeit für die Kenntnis des Kontinents waren aber zwei Reisen zur Durchquerung desselben von N. nach S. Zu diesem Zweck wurde 1860 von Melbourne aus eine Expedition unter Robert O'Hara Burke abgesandt; Burke ließ seine Reisegefährten teils am Darling, teils am Cooper zurück und gelangte, nur von drei Männern begleitet, in die Nähe des Carpentariagolfs. Aber bei der Rückkehr fand er die Seinen am Cooper nicht mehr vor und kam mit seinem Begleiter Wills auf jammervolle Weise um. Auf die erste Kunde, daß er im Innern zurückgeblieben sei, sandte man 1861 sogleich Howitt ihm zu Hilfe, der seinen Tod erfuhr und auf einer zweiten Reise. 1862 seine und Wills' körperliche Überreste nach Melbourne brachte, den überlebenden King aber aus seiner schrecklichen Lage befreite. Fast zu gleicher Zeit sandte man drei Expeditionen (zwei aus Queensland und eine aus Südaustralien) ab, nach dem Verschwundenen zu forschen. Die erste führte Landsborough zur See nach der Mündung des Albertflusses, untersuchte das Thal des Gregory und die Gegenden südlich davon und kehrte durch die Thäler des Flinders und Thomson zum Barku und in die bewohnten Distrikte zurück. Fast auf demselben Weg zog Walker von Queensland aus zur Mündung des Albert in entgegengesetzter Richtung aus und durchschnitt auf der Rückreise das nördliche Queensland im Thal des Burdekin. M'Kinlay endlich begab sich von Südaustralien in das Mündungsland des Barku, dessen auffallende Bildung durch ihn zuerst bekannt wurde. Hier von Burkes indessen erfolgtem Tod unterrichtet, setzte er dennoch die Reise fort und erreichte auf einem Weg, der nur wenig östlich von dem von Burke eingeschlagenen liegt, die Küste von Carpentaria. Fast zugleich mit Burke unternahm M'Donall Stuart vom nordwestlichen Südaustralien aus eine Durchschneidung des Kontinents. Er ging auf seiner ersten Reise mit nur zwei Begleitern vom Eyresee 1860 aus und durchschnitt das zentralaustralische Bergland bis in seine nördlichen Teile, wo ihn unter 19° südl. Br. die Feindseligkeit der Ureinwohner zur Rückkehr nötigte. Die zweite Reise führte ihn bis an das äußerste Ende desselben Berglandes, aber erst auf der dritten Reise erreichte Stuart das Ufer des Vandiemengolfs. Das wichtigste Resultat war neben der Ansiedelung des Nordterritoriums mit Palmerston am Port Darwin die Anlage der großen Überlandtelegraphenlinie von Port Augusta am Spencergolf bis Port Darwin, welche 1872 vollendet wurde und nachmals zur Basis oder zum Ziel einer ganzen Reihe von nun folgenden Erforschungsreisen gedient hat. Warburton, welcher schon 1866 die Ufer des Eyresees und den untern Lauf des Cooper erforscht hatte, ging 1873 im Auftrag des reichen Herdenbesitzers Sir Thomas Elder nördlich von der Alice-Telegraphenstation aus und erreichte nach unsäglichen Beschwerden den De Grey-Fluß an der Nordwestküste des Kontinents. Die von ihm durchzogene Strecke war wüst und im höchsten Grad wasserarm. Nicht besser waren die Erfahrungen, welche John Forrest machte. Derselbe hatte schon 1869 von Perth aus einen Vorstoß nach NW. über die Salzsümpfe Barlee u. a. unternommen, war dann 1871 an der Südküste entlang Eyres Route in umgekehrter Richtung gefolgt und so nach Adelaide gelangt und durchmaß nun 1874 die ganze Strecke von der Westküste bis zum Überlandtelegraphen, den er, dem Lauf des Alberga folgend, erreichte. Parallele Linien mit dieser letzten Reiseroute zog Giles, der 1872 in seinen Exkursionen vom Überlandtelegraphen den großen Amadeussee entdeckt hatte, zuerst 1875 im S. von O. nach W. und 1876 in umgekehrter Richtung nördlich von Forrests Reiseroute. Als Resultat hat sich ergeben, daß das ungeheure Gebiet westlich vom Überlandtelegraphen bis nahe an die Westküste hin eine trostlose, für jegliche Ansiedelung unbrauchbare Wüste ist, in welcher in weiten Entfernungen verstreute Quellen kleine Oasen bilden. Vom untern Cooper ausgehend, erforschte Hodgkinson 1876 die an der Westgrenze Queenslands gelegenen Striche, ging vom Herbert zum Leichhardt und kehrte, diesem auswärts, später dem Diamentina folgend, zurück. Die noch völlig unbekannte Gegend westlich von dem Überlandtelegraphen bis zur queensländischen Grenze erforschten 1878 Barclay und Winnecke, von denen letzterer bis nahe an die Grenze selbst gelangte. John Forrest bereiste ebenfalls 1878 die Nordwestküste von Ashburton, Fortescue und De Grey, und Alexander Forrest entdeckte auf seiner 1879 unternommenen Reise vom Kingsund am Fitzroy auf-^[folgende Seite]