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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Banco; Bancroft; Bancroft-Verträge; Band; Banda

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Banco - Banda.

1865-66, 2 Bde.); "Litterarisches Bilderbuch" (das. 1866, 3 Bde.).

Banco (ital., "Bank"), früher im Handelsverkehr s. v. w. Bankvaluta, die Währung, in welcher eine Bank rechnete und zahlte. In Deutschland hauptsächlich die bisherige Hamburger Bankwährung, in welcher früher 27¾ Mark gleich einer Kölner Mark fein, seit 1. Juli 1868 aber 59,3316 Mark = 0,5 kg fein Silber gerechnet wurden. Die Einheit, die Mark (Mark B., Bankmark, à 16 Schilling à 12 Pfennig), war = 1 Mk. 2,7 Pf. deutscher Reichswährung = 1 Mk. 4 Schill. 2,7 Pf. frühern Hamburger Kurantgeldes. Die Hamburger und Altonaer Kaufleute führten ihre Rechnung in dieser Bankovaluta, welche gegen Hamburger Kurant ein Aufgeld von 20-25 Proz. genoß. Seit 15. Febr. 1873 ist die deutsche Reichswährung an die Stelle der Bankovaluta getreten. In Schweden waren bis 1874: 8 Thaler B. = 3 Thlr. Silber, 1 Thlr. B. = 1 Mk. 72⅛ Pf. deutscher Reichswährung.

Bancroft, 1) George, nordamerikan. Geschichtschreiber und Staatsmann, geb. 3. Okt. 1800 zu Worcester in Massachusetts, ward zu Exeter in New Hampshire und auf dem Harvard College zu Cambridge vorgebildet, studierte seit 1818 in Göttingen und seit 1820 in Berlin, bereiste dann Deutschland, Frankreich, die Schweiz und Italien, wurde nach seiner Rückkehr nach Nordamerika Lehrer der griechischen Sprache an der Universität Cambridge, gründete aber bald in Gemeinschaft mit Cogswell 1823 eine eigne Lehranstalt, die Round Hill-Schule zu Northampton, wo er mit Vorliebe deutsche Lehrer, darunter Karl Follen, um sich sammelte. Nachdem er eine Zeitlang Kollektor (Oberzolldirektor) des Hafens von Boston gewesen, ward er unter dem Präsidenten Polk (1845) Marineminister und gründete eine Sternwarte in Washington und eine Marineschule in Annapolis. Von 1846 bis 1849 war er Gesandter der Vereinigten Staaten in London. Hier sammelte er die Materialien zu seinem Werk "History of the revolution of North America" (Bost. 1855, 3 Bde.; deutsch, Leipz. 1852-64, 5 Bde.). Seit 1850 zu New York und im Sommer zu Newport lebend, beschäftigte er sich ausschließlich mit der Vollendung seiner großen "History of the United States" (1834-74, 10 Bde.; neue Ausg. 1883, 6 Bde.; deutsch, Leipz. 1847-75), wodurch er sich unstreitig den Platz des ersten amerikanischen Geschichtschreibers erwarb. Mit einem gründlichen Quellenstudium und vollständiger Beherrschung seines Stoffs verbindet er eine tiefe Einsicht in das geistige und politische Leben Europas und eine reiche politische und staatsmännische Erfahrung. Eine Fortsetzung dieses Werks bildet die "History of the formation of the constitution of the United States" (1882, 2 Bde.). Außerdem schrieb er: "History of the colonisation of the United States" (o. J.), "A. Lincoln, a memorial address" (Washingt. 1866) und "Literary and historical miscellanies" (1855). 1867-74 lebte B. als Gesandter der Vereinigten Staaten in Berlin und zog sich sodann wieder in das Privatleben zurück.

2) Hubert, nordamerikan. Historiker, geb. 1832 im Staat Ohio, siedelte 1852 nach San Francisco über, woselbst er eine Buchhandlung gründete und bald zu großem Reichtum gelangte. Mit ungeheuern Kosten sammelte er eine aus 40,000 Bänden bestehende Bibliothek, die hauptsächlich aus Werken über die altamerikanische Geschichte und Ethnographie besteht. Ein Teil der für die kaiserliche Bibliothek in Mexiko bestimmten Bücher des Kaisers Maximilian ist in seinen Besitz gelangt. Nach Veröffentlichung seines auf umfassenden Quellenstudien beruhenden ethnologischen Werks "The native races of the Pacific States" (New York 1875-76, 5 Bde.) übernahm er die Herausgabe eines großen, auf 25 Bände berechneten Sammelwerks unter dem Titel: "History of the Pacific States of North America" (San Francisco 1882 ff.).

Bancroft-Verträge, Bezeichnung für die unter Vermittelung des damaligen nordamerkanischen ^[richtig: nordamerikanischen] Gesandten Bancroft (s. d.) in Berlin zwischen den Vereinigten Staaten und dem Norddeutschen Bund, bez. mit den süddeutschen Staaten abgeschlossenen Staatsverträge zur Regelung der Auswanderungsverhältnisse.

Band, s. Bandweberei.

Band (Bändchen), in der Architektur Bezeichnung vorn flacher (Fig. 1 u. 2) oder gegliederter (Fig. 3 u. 4) Platten und Plättchen, welche meist als Trennungsglieder von Fassadenteilen dienen. Sie stammen von der antiken Architektur her und kommen in den von dieser abgeleiteten Baustilen vor, während die mittelalterliche Baukunst an ihre Stelle runde Gliederungen setzte. Deutsches B., s. Fries.

^[Abb.: Fig. 1., Fig. 2. Flache Bänder.]

^[Abb.: Fig. 3., Fig. 4. Gegliederte Bänder.]

Banda, Cavalieros de la (Ritter von der roten Binde, Equites fasciae rubrae), span. Ritterorden, gestiftet um 1330 von Alfons XI., König von Kastilien und Leon, für jüngere Söhne des hohen Adels, welche zehn Jahre beim Hof gedient oder so lange gegen die Mauren gefochten hatten. Die 38 Ordensartikel geboten den Mitgliedern Waffenübungen, ausschließliche Teilnahme an den Kriegen des Königs gegen die Mauren, Enthaltung von jeder Lüge, Prahlerei, Würfelspiel u. dgl. Das Heiraten war erlaubt. Das Abzeichen war eine rote Binde auf der rechten Schulter. Der Orden erreichte zu Ende des 14. Jahrh. seine höchste Blüte, kam dann in Verfall, ward beim Regierungsantritt Philipps V. erneuert, erlosch aber bald darauf.

Banda (Dar B.), Landschaft in Zentralafrika, südlich von dem an Wadai grenzenden Dar Runga, das Quellgebiet der zum Schari abfließenden Ströme Bahr el Abiad und Bahr el Azrak, ist von Niam-Niam bewohnt und soll von einem großen Fluß, dem Bahr Kuta (Congo?) Nachtigals, durchschnitten werden.

Banda (Bandainseln), niederländisch-ostindische, zur Residentschaft Amboina gehörige Inselgruppe der Molukken in der Bandasee, südlich von Ceram (s. Karte "Hinterindien"), zwischen 3° 50' und 4° 40' südl. Br., besteht aus zwei Hauptinseln: Lontor (Groß-B.), 16 km lang, 3,5 km breit, und Neira, 7,4 km lang, 3,7 km breit, die beide ein längliches Seebecken mit einem östlichen und einem westlichen Eingang umschließen, und einer Anzahl kleinerer, teilweise unbewohnter Eilande: Pulo-Aij, Pulo-Run, Pulo-Rozinghain, Pisang etc. Sämtliche Inseln bestehen aus Eruptivgestein, steigen steil und teilweise sehr hoch empor, sind aber dabei mit dem üppigsten Grün bedeckt. Das Gesamtareal beträgt nur