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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Banjalūka; Banjanen; Banjo; Banjumas; Banjuwangi; Bank; Banka; Bankbán; Bankdurchschlag; Bankeisen

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Banjaluka - Bankeisen.

"Tales of the O'Hara family" (2 Serien, Lond. 1825 bis 1827), darunter "Crohoore" (deutsch "Der Zwerg", Hamb. 1828) und "The Nowlans" (deutsch, Leipz. 1835). Dann folgten zahlreiche andre, wie: "Boyne Water" (1828), "The mayor of Windgap" (1835) und "Father Connel" (1842). Trotz einer ihm von der Regierung 1837 bewilligten Pension starb er in Dürftigkeit 1. Aug. 1842 zu Windgap Cottage bei Kilkenny. Das Beste hat B. in denjenigen seiner Schriften geleistet, in welchen er auf dem Boden seiner Heimat geblieben ist; denn keiner von jenen Schriftstellern, welche Irland in die moderne Romantik einführten, hat es in gleichem Maß verstanden, den irischen Landmann in seiner pittoresken Originalität, in seinen Leiden und Verirrungen lebendig und wahr zu schildern. Darum nannte man ihn den "Jeremias Irlands". Plan und Verwickelung ist in Banims Romanen und Novellen meist glücklich, aber er gefällt sich zu sehr in Detailmalerei und in Übertreibung des Schrecklichen. Auch stören lange politische Erörterungen. Vgl. P. John Murray, Life of John B. with extracts from his correspondence (Lond. 1857). -

Sein Bruder Michael B., Mitarbeiter an den "Tales of the O'Hara family", veröffentlichte unter dem Titel: "The town of the cascades" (Lond. 1864, 2 Bde.) Szenen aus dem irischen Volksleben, in denen sich warmes Gefühl und origineller Humor aussprechen. Er starb 1874.

Banjalūka, befestigte Kreisstadt in Bosnien (Kreis B.), Station der Militärbahn Novi-B., am Wrbas, in frischem Wald- und Wiesenland, ist die schönste Stadt Bosniens, ungemein weitläufig gebaut und mißt längs des breiten, aber seichten Flusses fast 6 km. B. hat 1 Schloß, 1 Citadelle, 44 Moscheen (darunter die große und prächtige Ferhad-Moschee), 2 alte Römerbäder und (1879) 9560 Einw. (darunter 6474 Mohammedaner). Es ist Sitz eines Platzkommandos und Kreisgerichts. Die dortigen Pulvermühlen liefern das beste türkische Pulver. In der Umgegend sind viele Berg- und Hüttenwerke und heiße Quellen; auch findet man römische Altertümer. Hier stand das Ad Ladios der Römer. Historisch merkwürdig ist B. wegen der Belagerung 1737 durch die Österreicher unter Prinz Joseph von Hildburghausen. In der Nähe ist das 1870 gegründete Trappistenkloster Maria Stern, das sich um die Entwickelung der Gegend bedeutende Verdienste erworben hat, mit Schul- und Waisenhaus, Tuchfabrik und Brauerei.

Banjanen (Baniya), hochgeachtete Kaste der Kaufleute in Ostindien, (1881) 3,275,921 Köpfe stark, am zahlreichsten in den Nordwestprovinzen und Bengalen, dann in Pandschab, Haidarabad, Zentralindien etc. Ihre eigentliche Heimat ist Gudscharat, von wo sie auch Handelsgeschäfte am Persischen Meerbusen, in Arabien und Ostafrika gründeten; in letzterm Weltteil haben sie sich auch bis in die neueste Zeit mit dem Sklavenhandel befaßt. Vgl. E. Schlagintweit, Indien (Leipz. 1881).

Banjo, ein Lieblingsinstrument der amerikanischen Neger, das dieselben aus Afrika mitgebracht haben, wo es sich unter dem Namen Bania vorfindet. Das B. ist eine Art Guitarre mit langem Hals und einer Art Trommel als Schallkörper. Es hat 5-9 Saiten, wovon die Melodiesaite mit dem Daumen gespielt wird.

Banjo (richtiger Bugiô oder Bugiyo, spr. bungio), in ältern Berichten über Japan Name der Gouverneure und andrer hoher Beamter.

Banjumas, niederländ. Residentschaft an der Südküste der Insel Java, 5555 qkm (101 QM.) groß mit (1883) 1,046,405 Einw. (darunter 583 Europäer und 3982 Chinesen), ist gegen die Küste hin niedrig und morastig, im N. und O. dagegen sehr gebirgig. Im nordöstlichsten Teil liegt das Hochland Dieng (2046 m), eigentlich ein großer, alter Krater, der von einem Kranz von Gipfeln bis zu 2558 m Höhe umgeben ist, und in und um welchem sich viele Kraterseen, Solfataren und Mofetten (Guwo-upas, "Gifthöhlen", darunter das berüchtigte "Todesthal", wo vulkanische Gase, hauptsächlich Kohlensäure, in starker Menge dem Boden entsteigen) befinden. Auf den Dieng folgt ein Strich vulkanischer Berge gegen W. bis an den Vulkan Slamat (3439 m). Am Fuß dieser Berge zieht sich gegen W. das reiche Thal des Seraju hin, der zur Südküste abfließt. Der Boden ist gut angebaut, und die Residentschaft gehört zu den ergiebigsten Javas. Die Hauptstadt B. liegt am Seraju. An der Küste ist der Hafenort Tschilatschap zu erwähnen. Auch die Küsteninsel Kampangan gehört zu B.

Banjuwangi, ehemalige niederländ. Residentschaft auf der Insel Java, an der Balistraße, jetzt eine Abteilung der Residentschaft Besuki (s. d.). Bis in das 17. Jahrh. blühte hier das stark bevölkerte brahmanische Reich Balambangan, das später zerstört wurde, wie seine Einwohner vernichtet sind; die jetzigen Bewohner sind erst in neuern Zeiten aus den westlichern Gegenden eingewandert. Die Stadt B. an der Balistraße ist wichtige Station für die telegraphische Verbindung Europas mit Australien (Port Darwin).

Bank, in der physischen Geographie eine Erhöhung des Meeresgrundes, entweder bis zur Oberfläche des Wassers reichend, oder in verschiedener Tiefe unter derselben liegend und oft den Schiffen gefährlich. Dergleichen Bänke (Sandbänke) entstehen überall da, wo sich zwei Wasserströme begegnen und einander in ihrer Bewegung, also auch in ihrer Fähigkeit, den mitgeführten Sand und Schlamm weiter zu tragen, hemmen, so daß derselbe niederfällt. Die Bänke sind auch häufig Sammelplatz von Austern, Perlenmuscheln (Muschelbänke) etc. -

In der Geologie s. v. w. Schicht, besonders bei bedeutenderer Mächtigkeit derselben. -

Auch s. v. w. Geschützbank.

Banka, Insel, s. Bangka.

Bankbán (Banus Bank, eigentlich Benedikt Bor), bekannt durch sein Attentat gegen Gertrud, die Gemahlin des ungarischen Königs Andreas II., Tochter des Herzogs von Meran. Dieselbe hatte angeblich einem ihrer Brüder, die an Andreas' Hof lebten, Gelegenheit verschafft, die schöne Gemahlin des B. zu verführen, worauf der gekränkte Mann sich an die Spitze der Unzufriedenen im Land stellte und in Abwesenheit des Königs das königliche Schloß stürmte, wobei die Königin getötet und ihr Bruder Berthold, Erzbischof von Kalocsa, als einer der Reichsverweser mißhandelt wurde. Indessen lag der maßgebende Grund dieses 1213 vor sich gehenden Ereignisses weit mehr in der politischen Verstimmung der nationalen Partei gegen die Königin und ihre Brüder als die begünstigten Häupter des königlichen Rats. B. büßte diese That mit dem Leben. Der Stoff wurde mehrfach dramatisch bearbeitet, z. B. von Grillparzer in dem Trauerspiel "Ein treuer Diener seines Herrn" (Wien 1830) und im Magyarischen von Katona.

Bankdurchschlag, ein Durchschlageisen, welches an der Werkbank auf kaltes Metall angewandt wird.

Bankeisen, ein nagelartiges Stück Eisen, welches an dem der Spitze entgegengesetzten Ende flach geschlagen und hier mit mehreren Löchern versehen ist. An der Übergangsstelle befindet sich ein Ansatz zum Einschlagen des Bankeisens in eine Wand. Durch das