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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bayern

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Bayern (Industrie, Bierbrauerei).

chen, Nürnberg, Fürth, Speier, Landau, Kaiserslautern; Kunsttischlerei in München, Würzburg, Edenkoben; Fässerfabrikation in Kaiserslautern, Zweibrücken, Kitzingen, Miltenberg, Landshut etc.; Fabrikation der Resonanz- und Klaviaturhölzer in Passau, Oberzwieselau, Lichtenthal; von Holzstiften in Obernzell bei Passau und Landau in der Pfalz; von Holzschuhen in Passau und im Bezirk Pirmasens; Stockfabrikation in Nürnberg und Fürth; feine Holzschnitzerei in München; Schnitzwarenfabrikation in Berchtesgaden, Reichenhall, Oberammergau, Garmisch, Partenkirchen, Brückenau; Anfertigung von Holzgalanteriewaren in Nürnberg und Fürth; von Goldleisten und Goldrahmen in München, Fürth und Nürnberg. Von den 44 Zündholzfabriken bestehen sehr bedeutende im Bayrischen Wald (Oberzwieselau etc.), phosphorfreie Zündhölzer werden fabriziert in Augsburg und Rosenheim; Holzstoff für Papierfabrikation wird bereitet in Kötzting, Gemünden, Kempten etc.; Korbflechterei findet sich im Bezirk Lichtenfels in Oberfranken als Hausindustrie sehr verbreitet. Als häusliche Industrie floriert um Lindau die Strohhutflechterei. Die Hauptsitze der Industrie in Kurzwaren sind Nürnberg und Fürth. Hauptsächlich floriert dort die Fabrikation von Spielwaren aus Holz, Metall, Papiermaché, Papier, Stein, Glas etc. Für die Fabrikation von Kämmen aus Horn ist Nürnberg, für die aus Elfenbein und Holz Fürth zu nennen.

Die Papierfabrikation hebt sich immer mehr, Papier- und Pappefabriken gibt es im ganzen 81; Hauptsitze derselben sind München, Augsburg, Kempten, Nürnberg, Regensburg, Aschaffenburg, Speier, Passau etc. Von den 8 Buntpapierfabriken bestehen die nennenswertesten zur Anfertigung von Gold- und Silberpapier in München, Augsburg, Fürth und Nürnberg. Kartonagearbeiten werden hauptsächlich in und bei Nürnberg gefertigt, wo dieselben einen Massenausfuhrartikel bilden. Spielkarten fabriziert namentlich Nürnberg; Buchbindereiwaren München, Nürnberg, Speier, Passau. In Beziehung auf die Fabrikation von Schreib- und Zeichenbedürfnissen (Bleistiften, Schiefertafeln etc.) nimmt die Fabersche Fabrik in Stein bei Nürnberg den ersten Rang ein (550 Arbeiter). Außerdem ist die Bleistiftfabrikation in Nürnberg und Regensburg nicht unbedeutend. Zentralpunkt für die Photographie, Xylographie, Lithographie, Kunstdruckerei, Albertotypie ist München; für Kartographie München und Nürnberg; für Bildhauerei und kirchliche Kunst München; für Glasmalerei München und Regensburg. Hauptsitz des Kunstgewerbes überhaupt ist München, woselbst der thätige Kunstgewerbeverein ein Lager hält. Kunsthandel floriert in München; Buchhandel in München, Regensburg, Bamberg, Erlangen, Nördlingen und Würzburg. Die Lederfabrikation ist in B. in großem Aufschwung. Rotgerberei wird hauptsächlich in Nördlingen, Memmingen, Passau, Kaufbeuren, Kempten, Augsburg, Pirmasens, Zweibrücken, Homburg und Speier betrieben. Die Hauptsitze der Fabrikation von Sohlleder sind Nürnberg, Passau, Aschaffenburg, Schweinfurt, Marktbreit; von Schmalleder, Sattlerleder, lackiertem Leder München; Maschinenriemen werden in Edenkoben, Schweinfurt, Passau und Nürnberg angefertigt. Kautschuk- und Guttaperchafabrikation wird in München und Augsburg, Kürschnerei in München, Fürth, Frankenthal, Ledergalanterie in Nürnberg, Fürth, München, Bürsten- und Pinselbinderei hauptsächlich in Nürnberg, Fürth, Erlangen, München, Dinkelsbühl, Germersheim, Kaiserslautern etc. betrieben. Einen bedeutenden Aufschwung hat die Webindustrie gemacht, sie beschäftigt (1882) 24,794 Selbständige (4523 weibliche) und 36,568 Gehilfen (15,852 weibliche). Seidenweberei findet sich in München; Seidenzwirnerei in Augsburg, Bamberg, Zweibrücken; Seidendruckerei und Kunststickerei in München. Kammgarne werden in Augsburg, Kaiserslautern, Tuchstoffe in Augsburg, Kaufbeuren, Memmingen, Nördlingen, sodann hauptsächlich in der Pfalz (Zweibrücken) etc., Teppiche in Nördlingen, Filztuche in Augsburg und Herzogenaurach angefertigt. Baumwollspinnereien und -Webereien bestehen vorzugsweise in Schwaben, zusammen 12 Spinnereien (6 in Augsburg) mit 459,768 Spindeln und 21 Webereien mit 8840 Webstühlen (außer Augsburg in Kempten, Kaufbeuren, Sonthofen, Lindau etc.), in Kaiserslautern, Bamberg, Kulmbach, Hof, Schweinfurt etc. Die Baumwollen- und Wollenhandweberei wird sehr stark betrieben in Niederbayern und im nordöstlichen Teil von Oberfranken (im sogen. Vogtland). Garnfärbereien und Bleichereien gibt es in Augsburg, Kaufbeuren, Kempten, Bamberg und Hof; Leinspinnerei in Bäumenheim bei Donauwörth, Babenhausen, Scheidegg und Weiler bei Lindau, Memmingen etc.; Seilerei in Füssen, Immenstadt, Regensburg, Kaiserslautern, Bergzabern, Ludwigshafen, Kirchheimbolanden, Obermoschel etc.; mechanische Leinweberei in Bäumenheim bei Donauwörth, Kempten, Nördlingen, Herxheim, Bergzabern, Edenkoben; Hanfweberei in Rosenheim; Gold- und Silberstickerei in München, Nürnberg und Weißenburg a. S.; Fabrikation künstlicher Blumen in München. Roßhaargespinste werden angefertigt in München, Speier, Kitzingen, Griesbach; Strumpfwaren in Redwitz bei Wunsiedel, Hof, Zweibrücken, Kusel, Speier; Handschuhe in München, Augsburg, Regensburg und Erlangen; Schuhwaren in Pirmasens, Waldfischbach, München; Rouleaus in München und Augsburg. Größere Mahlmühlen bestehen in München, Schweinfurt, Kitzingen, Schonungen, Rosenheim, sehr viele in der Pfalz (Zweibrücken, Homburg, Kaiserslautern); Malzfabriken hauptsächlich in München, Nürnberg, Augsburg, Erlangen (insgesamt 1882: 115 Malzfabriken); Zuckerfabriken und Raffinerien in Regensburg, Friedensau bei Ludwigshafen, Frankenthal, Baireuth und Schweinfurt. Zuckerwaren werden fabriziert in München, Fürth, Nürnberg; Schokolade und Schokoladewaren in München, Würzburg, Kitzingen, Ludwigshafen, Neustadt a. d. Haardt; Zichorie in Augsburg, Fürth, Bamberg, Frankenthal, Zweibrücken; Weine und Schaumweine in Würzburg (s. oben), Deidesheim und Neustadt a. d. Haardt. Von außerordentlichem Umfang ist die Bierfabrikation, die in München, Erlangen, Kulmbach, Kitzingen, Nürnberg und Speier am schwunghaftesten betrieben wird. Die Zahl der diesseit des Rheins im Betrieb stehenden Bierbrauereien betrug 1882: 5482 (darunter 23 Aktienbrauereien und 363 Kommunbrauereien); dieselben verbrauchten 5,241,833 hl Malz (Malzaufschlag hierfür 31,436,141 Mk.) und erzeugten 11,861,782 hl Braunbier, 257,782 hl Weißbier und 365,543 hl sogen. Nachbier. Sehr bedeutend ist der Bierexport (1882: 890,364 hl) aus München, Kulmbach, Erlangen, Nürnberg und Kitzingen. Die Fabrikation von Spiritus und Spirituosen findet sich vorzugsweise in München, Regensburg, Schweinfurt, Augsburg, Nördlingen, Forchheim, Bamberg, Baireuth, Aschaffenburg und Ansbach. Branntweinbrennereien gab es in B. 1882 überhaupt 5320, darunter 455 in den Städten, 1290 in der Pfalz. Von den Brennereien verarbeiten unter anderm 1347 Weintreber, 1251 Kartoffeln,