Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

565

Bayrische Krone - Bazaine.

(2368 m). Vor diesen Ketten stehen vereinzelt der Säuling über Hohenschwangau (2041 m), die Soyernspitze (2312 m) und die Kreuzspitze (2189 m). Von den äußersten Voralpenstöcken sind zu nennen die Klamspitze (1926 m) und die Benediktenwand (1804 m). Noch weiter östlich zwischen Isar und Inn lagert das Mangfallgebirge, gruppiert um den schönen Tegern- und den Schliersee, denen die Mangfall ihre Wasserfülle verdankt. Unter den einzelnen Erhebungen sind hier namentlich der Wendelstein (1849 m), der Miesing (1873 m), die Rote Wand (1890 m) zu erwähnen. S. Karte "Bayern" und die "Alpenkarte".

Bayrische Krone (Zivilverdienstorden der Bayrischen Krone), s. Kronenorden 1).

Bayrischer Erbfolgekrieg, der Streit um den Besitz Bayerns zwischen Österreich und Preußen 1778-79. Um sich für den Verlust Schlesiens zu entschädigen, suchte Kaiser Joseph II. eine Gelegenheit, Teile von Bayern an sein Haus zu bringen. Eine solche schien sich 1778 zu bieten, als nach dem Aussterben der in Bayern regierenden ältern Wittelsbacher Linie mit dem Kurfürsten Maximilian Joseph (30. Dez. 1777) der Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz (von der Sulzbachischen Linie) auch in Bayern succedieren sollte. Da Karl Theodor ohne legitime Nachkommen war und für sein verschwenderisches Leben viel Geld brauchte, so verstand er sich 3. Jan. 1778 zu einer Konvention, wonach ganz Niederbayern, die Herrschaft Mindelheim in Schwaben und die böhmischen Lehen in der Oberpfalz an Österreich abgetreten werden sollten, wofür ihm von diesem das Erbrecht auf das übrige Bayern bestätigt wurde. Joseph II. gründete seine Ansprüche auf jene Gebiete auf einen alten Lehnsbrief Kaiser Siegmunds vom Jahr 1426, dessen Echtheit und Bedeutung in weitläufigen staatsrechtlichen Deduktionen nachgewiesen wurde. Allein nun trat Friedrich II. von Preußen, der Österreich in Süddeutschland nicht allzu mächtig werden lassen wollte, ins Mittel: er vermochte Karl Theodors eventuellen Erben, den Herzog Karl von Pfalz-Zweibrücken, zum Protest beim Reichstag gegen jene Abtretung und erklärte sich bereit, ihn in seinen Rechten zu schützen. Auf dem Reichstag erhob sich gegen das Vorgehen Österreichs gegründeter Widerspruch. Gleichzeitig wurden auch von Sachsen Ansprüche auf einzelne Teile von Bayern erhoben, und es entspann sich ein langwieriger Federkrieg in diplomatischen Noten und politischen Deduktionen. Da die Unterhandlungen trotz der Abgeneigtheit der Kaiserin Maria Theresia gegen den Krieg nicht zum Ziel führten, so ließ Friedrich II. im Juli 1778 seine durch sächsische Regimenter verstärkten Truppen in Böhmen einrücken, wo unter dem Oberbefehl Laudons und Lacys österreichische Truppen an der sächsischen und schlesischen Grenze zusammengezogen worden waren. Es kam aber, da kein Teil rechte Lust zum Krieg hatte, bloß zu strategischen Bewegungen und unbedeutenden Plänkeleien. Weil es sich bei diesen oft nur um Erbeutung von Lebensmitteln handelte, nannten die Soldaten den Krieg "Kartoffelkrieg". Der Eintritt des Winters machte auch diesem Scheinkrieg ein Ende, indem die preußischen Truppen sich der leichtern Verproviantierung wegen nach Schlesien und Sachsen zurückzogen. Endlich kam unter Vermittelung Rußlands und Frankreichs und besonders durch die Bemühungen Maria Theresias 13. Mai 1779 der Friede von Teschen zu stande, in welchem Österreich das Innviertel mit Braunau erhielt, dafür aber seinen auf andre bayrische Gebiete erhobenen Ansprüchen entsagte, Preußen die Erbfolge in den Markgrafschaften Ansbach und Baireuth zugestanden und die Ansprüche Sachsens mit 12 Mill. Mk. und der Landeshoheit über die Schönburgschen Herrschaften abgekauft wurden. Ein Nachspiel zu diesem Krieg war der 1785 gemachte Versuch Josephs II., Bayern gegen die österreichischen Niederlande einzutauschen. Auch hierzu wäre Karl Theodor bereit gewesen; allein auch diesmal vereitelte Friedrich II. vermittelst des von ihm unterstützten Protestes des Herzogs Karl von Pfalz-Zweibrücken den Versuch und stiftete, um allen ähnlichen Projekten ein Ziel zu setzen, 1785 den Deutschen Fürstenbund. Vgl. "Vollständige Sammlung der Staatsschriften zum Behuf der bayrischen Geschichte nach Absterben Kurfürst Maximilians III." (Frankf. 1778); Reimann, Geschichte des bayrischen Erbfolgekriegs (Leipz. 1869).

Bayrischer Hiesel, s. Klostermeyer.

Bayrischer Kreis, einer der zehn Kreise des Deutschen Reichs, schon 1500 eingerichtet zwischen Böhmen, dem österreichischen, fränkischen und schwäbischen Kreis, hatte zu verschiedenen Zeiten verschiedenen Umfang, 1805 noch 45,150 qkm (820 QM.). Ursprünglich bestand er aus dem Erzbistum Salzburg, den Bistümern Passau und Freising, dem Herzogtum Bayern, der Oberpfalz, der Stadt Regensburg u. a. Jetzt gehört er mit Ausnahme des Herzogtums Salzburg zu Bayern.

Bayrischer Wald, s. Böhmisch-Bayrisches Waldgebirge.

Bayrisches Meer, s. v. w. Chiemsee.

Baysalz, s. v. w. Baisalz.

Baza, Bezirkshauptstadt in der span. Provinz Granada, in gut bewässerter Ebene an den nördlichen Ausläufern der Sierra de B. gelegen, mit Resten maurischer Befestigungen, einer Schwefelquelle und (1878) 12,992 Einw., die beträchtlichen Wein-, Obst- und Hanfbau und Handel treiben. B. war zur Zeit der Mauren eine blühende Handelsstadt von 50,000 Einw. Im Altertum hieß es Basti, im Mittelalter Bastania. Am 10. Aug. 1810 siegten hier die Franzosen unter Soult über 20,000 Spanier, die nach Murcia zurückgeworfen wurden.

Bazaine (spr. basähn), François Achille, franz. Marschall, geb. 13. Febr. 1811 zu Versailles, Sohn eines französischen Offiziers, trat 1831 in die Armee ein, kam zur Fremdenlegion nach Algerien, wo er sich den Rang eines Oberleutnants erwarb, ging dann 1835 mit der Legion nach Spanien in den Dienst der Königin-Regentin, um gegen die Karlisten zu fechten, und kehrte 1839 als Kapitän nach Frankreich zurück. Wieder nach Algerien geschickt, avancierte er 1848 zum Oberstleutnant und 1850 zum Oberst eines Regiments der Fremdenlegion. Im Krimfeldzug erhielt er als Brigadegeneral 1854 das Kommando der beiden Fremdenregimenter, wurde nach der Einnahme von Sebastopol 1855, bei dessen Belagerung er ebenso große Tapferkeit wie Umsicht bewiesen hatte, Divisionsgeneral und Platzkommandant daselbst und befehligte im Oktober die Expedition gegen die kleine Festung Kinburn. 1859 zeichnete er sich bei Melegnano und Solferino aus. Bei der Expedition nach Mexiko 1862 befehligte B. anfangs unter Forey und trug zur Eroberung von Puebla wesentlich bei; auch zog er zuerst in die Hauptstadt ein. Im Oktober 1863 erhielt B. nach Foreys Abberufung den Oberbefehl, ward 1864 zum Marschall befördert und blieb auch unter Kaiser Maximilian in Mexiko, wo er sich mit einer reichen Kreolin verheiratete. Durch die Organisation der Kontra-Guerillas machte er den Krieg grausam und blutig. Gegen den Kaiser Maximilian