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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bentley; Benton

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Bentley - Benton.

rend er der Insel Sizilien nach der 1812 ausgebrochenen Revolution eine der englischen ähnliche Verfassung und ein Parlament gab. 1813 landete er in Katalonien, mußte jedoch nach der unglücklichen Schlacht von Villafranca die Belagerung von Barcelona aufheben und sich wieder einschiffen. Sodann befehligte er die britische Kriegsmacht im Mittelländischen Meer, landete 1814 bei Livorno und rief die Italiener zur Unabhängigkeit auf. Darauf nahm er Genua ein und regierte es bis zu dessen Anfall an Sardinien. 1815 in Florenz lebend, eilte er nach der Einnahme Neapels durch die Österreicher dorthin, war dann eine Zeitlang britischer Gesandter in Rom und später Mitglied des englischen Unterhauses. 1827 wurde er Generalgouverneur von Ostindien. Hier führte er manche gute Einrichtungen ein, verbot z. B. das Verbrennen der Witwen und gab den Europäern mehr Freiheit zum Pacht und Anbau von Ländereien. Unter dem Ministerium Melbourne 1835 zurückgerufen, begab er sich nach Paris, wo er 17. Juni 1839 starb.

3) William George Frederick Cavendish, Lord, brit. Staatsmann, geb. 27. Febr. 1802, Neffe von B. 2), stieg in der englischen Armee bis zum Major, ging dann in den Zivildienst über, ward Privatsekretär Cannings und später Mitglied des Parlaments für Lyme Regis, das er bis zu seinem Tod länger als 20 Jahre vertrat. 15 Jahre blieb er fast unbeachtet, bis er sich aus Groll gegen den Herzog von Wellington und Sir Robert Peel, denen er die seinem Oheim Canning bewiesene Feindschaft nicht verzeihen konnte, mit Disraeli an die Spitze der sogen. Protektionistenpartei stellte. Doch unterstützte er, im Widerspruch mit den Hochtories, die Katholikenemanzipation und die Reformbill, sprach auch für die Emanzipation der Juden sowie für die Besoldung der katholischen Geistlichkeit in Irland durch den Staat. B. war ein gewandter Redner, zugleich ein echter Sportsman. Er starb plötzlich 21. Sept. 1848. Ihm wurde 1851 auf dem Cavendish Square ein Denkmal errichtet. Sein Leben beschrieb Benjamin Disraeli (8. Aufl., Lond. 1872; deutsch, Kassel 1853).

Bentley (spr. béntli), 1) Richard, einer der größten Kritiker, geb. 27. Jan. 1662 zu Oulton bei Wakefield in Yorkshire, wurde auf der Schule in Wakefield gebildet und schon im 15. Jahr in das St. John's College zu Cambridge aufgenommen, wo er besonders Theologie studierte. 1683 ging er als Lehrer nach Spalding in Lincolnshire, übernahm aber bald darauf die Stelle eines Erziehers bei dem Sohn des Dr. Stillingfleet, spätern Bischofs von Worcester. Seit 1684 Magister artium, begleitete er denselben 1689 nach Oxford, wo er die Bodleianische Bibliothek eifrig benutzte und sich besonders mit den alten Klassikern beschäftigte. 1692 wurde er durch Stillingfleet zum Hauskaplan mit Pfründe sowie bald darauf zum Dozenten einer von Boyle zur Verteidigung der natürlichen und geoffenbarten Religion gegründeten Stiftung ernannt. Seine Vorlesungen wie seine Polemik gegen die herrschende Philosophie, welcher er mathematische Beweise vom Dasein Gottes entgegenhielt (zu diesem Zweck mit Newton in Verbindung tretend), befestigten seinen Ruf. 1694 wurde er Kustos der Bibliothek von St. James, 1700 Vorsteher des Trinity College in Cambridge, 1701 Archidiakonus in Ely, 1716 Professor der Theologie. Nachdem er wegen übermäßiger Geldforderungen für Promotionen mehrere Jahre lang von seinem Amt suspendiert gewesen, beschäftigte er sich schließlich nur mit Homer und den römischen Dichtern und starb 14. Juli 1742. B. ist der Begründer der modernen philologischen Kritik, indem er ihre letzten Entscheidungen an die Subjektivität, den Maßstab des eignen Verstandes, verwies. Führte ihn auch die Einseitigkeit seines rein logischen Verfahrens öfters, zumal bei den Dichtern, fehl, so ist ihm doch nach Böckh an Größe des kritischen Talents überhaupt niemand gleichgekommen. In der Metrik hat er die Bahn für G. Hermann gebrochen. Er erregte schon allgemeine Aufmerksamkeit, als er gegenüber der Boyleschen Ausgabe der Briefe des Phalaris (Oxf. 1695) in "A dissertation upon the epistles of Phalaris, Themistocles, Socrates, Euripides and others and the fables of Aesopus" (in W. Wottons "Reflexions upon ancient and modern learning", Lond. 1697) die Echtheit der Briefe bestritt und nach Boyles Gegenschrift in "A dissertation upon the epistles of Phalaris with an answer to objections of the Hon. Charles Boyle" (das. 1699; beide Abhandlungen mit Einleitung und Noten von W. Wagner, Berl. 1874; lateinisch von Dan. Lennep, Groning. 1777; deutsch von W. Ribbeck, Leipz. 1857) siegreich durchfocht. Hierauf erschienen: "Emendationes in Aristophanis Plutum et Nubes" (in der Küsterschen Ausgabe, Amsterd. 1710) und "Emendationes in Menandrum et Philemonem" (unter dem Pseudonym "Phileleutherus Lipsiensis", Utr. 1710). Sein Hauptwerk ist jedoch die Ausgabe des Horaz (Cambr. 1711; zuletzt und am besten hrsg. mit Index von Zangemeister, Berl. 1869). Ihr folgten die des Terenz, Phädrus und P. Syrus (Cambr. 1726; zuletzt von Vollbehr, Kiel 1846) und des Manilius (Lond. 1739). Nach seinem Tod erschien die unvollendete Ausgabe des Lucan (besorgt von Cumberland, Strawberry-Hill 1760; Glasg. 1816). Auch gab er 1732 auf Veranlassung der Königin Karoline Miltons "Paradise lost" mit allerdings willkürlichen Konjekturen heraus. Die Gesamtausgabe seiner Werke von Dyce (Lond. 1836, 3 Bde.) blieb unvollendet. Die "Opuscula philologica" erschienen gesammelt Leipzig 1781. Sein Nachlaß, der sich in der Bibliothek des Trinity College zu Cambridge befindet, birgt noch jetzt ungehobene Schätze. Die Emendationen zu Plautus wurden daraus veröffentlicht von Schröder (Heilbr. 1880). Vgl. F. A. Wolf in den "Litterarischen Analekten", Bd. 1 (Berl. 1816); Monk, The life of R. B. (Lond. 1830); Mähly, R. B. (Leipz. 1868); Jebb, B., in den "English men of letters" (Lond. 1882).

2) Robert, Botaniker, geb. 1823 zu Hitchin (Hereford), studierte in London Medizin, ward 1847 Mitglied des College of surgeons, lehrte mehrere Jahre Botanik an medizinischen Schulen, wurde dann nacheinander Professor der Botanik am King's College, Professor der Arzneimittellehre und Botanik an der Pharmaceutical Society und Professor der Botanik an der London Institution. Seine Arbeiten beziehen sich meist auf medizinische Botanik; er schrieb: "Manual of botany" (Lond. 1861, 3. Aufl. 1873), "Principal plants employed in medicine" (das. 1875 ff., mit Trimen), gab mit Farre und Warington Pereiras "Manual of materia medica and therapeutics" (das. 1854-55) heraus und redigierte zehn Jahre lang das "Pharmaceutical Journal".

Benton (spr. bennten), s. Fort Benton.

Benton (spr. bennten), Thomas Hart, bedeutender nordamerikan. Staatsmann, geb. 14. März 1782 auf einer Farm bei Hillsborough im Staat Nordcarolina, siedelte nach Tennessee über und ward hier Advokat und Mitglied der Legislatur. Beim Ausbruch des Kriegs mit England (1812) brachte er ein Freiwilligen-^[folgende Seite]