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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Brachy - Bracker.

1875, Biographien). Zuletzt erschien von ihm eine "Geschichte des königlichen Theaters zu Berlin" (Berl. 1877-78, 2 Bde.). Seine "Gesammelten Romane, Novellen und Dramen" gab Max Ring heraus (Jena 1879-83, 10 Bde.).

2) Udo, Schriftsteller, geb. 1835 zu Herren-Grebin bei Danzig, studierte in Jena und Breslau Jurisprudenz und begab sich 1858 nach Wien, wo er einen Band "Jugendgedichte" (1860) herausgab. In den Jahren 1860-66 lebte er als Beamter einer großen Privatgesellschaft in Ungarn und wandte sich nach deren Auflösung nach Nordamerika, wo er 1867 in die Redaktion der "Westlichen Post" in St. Louis eintrat und später die Redaktion des "New Yorker belletristischen Journals" übernahm. B. ist auch Mitarbeiter an verschiedenen Zeitschriften Deutschlands und ein namhafter Übersetzer der Dichtungen Bret Hartes u. a. Selbständig erschienen von ihm: "Bret Harte" (Berl. 1882) und "Das Theißland und seine Dichter" (New York 1882).

Brachy... (griech.), Kurz... (in Zusammensetzungen); z. B. brachybiotisch, kurzlebig, von kurzer Lebensdauer.

Brachydiagonale (griech.), in einem Rhombus die kleinere Diagonale im Gegensatz zur größern Makrodiagonale, besonders in der Kristallographie die Diagonalen der Basis des rhombischen und triklinen Kristallsystems, hiernach benannt: brachydiagonale und makrodiagonale Pyramiden, Prismen, Domen und Pinakoide; vgl. Kristall.

Brachygraph (griech.), ein "Kurz"-, d. h. Geschwindschreiber; im besondern s. v. w. Stenograph.

Brachykatalektisch (griech.), s. Katalexis.

Brachykephalen, Geschöpfe mit kurzem (rundem) Schädel, besonders von Menschenrassen (s. Mensch), im Gegensatz zu Dolichokephalen mit länglichen Schädeln. Die Brachykephalie, Kurzschädeligkeit, ist krankhaft, wenn bei längsverengertem Schädel nicht eine kompensatorische Vergrößerung der übrigen Durchmesser eintritt. Varietäten sind: Plagiocephalus (Schiefkopf), durch einseitige Verwachsung der Stirnnaht und andrer Nähte; Oxycephalus (Spitzkopf), durch Verwachsung der Lambdanaht oder auch der Kranz- und Pfeilnaht; Platycephalus (Flachkopf), durch Verwachsung der Kranznaht; Trochocephalus (Rundkopf), durch teilweise Verwachsung der Kranznaht und der benachbarten Nähte; Pachycephalus (Dickkopf), durch Verwachsung der Lambdanaht bedingt.

Brachylogie (griech., lat. Breviloquentia), gedrängte Kürze in der Rede, besonders aber eine rhetorische Figur, nach welcher ein zur Darstellung eines Gedankens erforderliches Element scheinbar ausgelassen ist, indem dasselbe auf irgend eine Weise im Satz versteckt liegt. Reich an solchen Brachylogien ist die griechische Sprache.

Brachylogus juris civilis (Corpus legum per modum Institutionum), eine kurze Darstellung der Elemente des römischen Rechts in lateinischer Sprache von einem unbekannten Verfasser, eine am Ende des 11. oder zu Anfang des 12. Jahrh. in Frankreich, vielleicht zu Orléans, verfaßte Privatarbeit, deren eigentlicher Titel nicht bekannt ist. Beste Ausgabe von E. Böcking (Berl. 1829). Vgl. H. Fitting, Über die Heimat und das Alter des sogen. B. (Berl. 1880).

Brachypetalisch (griech.), mit kurzen Blumenblättern.

Brachypodium Beauv. (Federschwingel, Zwenke), Gattung aus der Familie der Gramineen, ein- und mehrjährige Gräser mit mehrblütigen, fast rundlichen, kurzgestielten und begrannten Ährchen (Unterschied von Lolium und Triticum) in der lockern Ähre (keine Rispe, Unterschied von Festuca). B. pinnatum Beauv. (Federzwenke, s. Figur), mit kriechendem, unterirdischem Rhizom, hellgrünen Blättern und Halmen, aufrecht stehenden Ähren und anfangs an die Spindel gedrückten, später abstehenden Ährchen, wächst an sonnigen Rändern und auf Holzschlägen des Kalkmergelbodens und schadet der Kiefernsaat durch Beschattung. Vorzügliches Triftgras, dessen Halme aber nach der Blüte hart werden.

Brachyscii (griech., Kurzschattige), die Bewohner der heißen Zone, weil sie die Sonnenstrahlen mehr senkrecht haben und daher kurze Schatten werfen. Vgl. Amphiscii.

Brachysyllabus (griech.), ein aus kurzen Silben bestehender Versfuß.

Brachyurus, Kurzschwanzaffe.

Braciere (ital., spr. bratschere), Kohlenbecken, Wärmpfanne.

Brack (Brak), ein aus dem Niederdeutschen stammender Ausdruck, s. v. w. Ausschuß; etwas, das als untauglich ausgesondert (ausgebrackt) wird, speziell auch Pelzwerk von ganz geringem Werte. Daher Brackschafe, Brackvieh, Brackheringe etc.; Bracke, ein Kollegium zur Prüfung von Waren und zur Ausscheidung des Untauglichen; Bracker, die damit Beauftragten; auch s. v. w. Damm- oder Deichdurchbruch. Brack- oder brackiges Wasser, Mischungen von Süß- und Salzwasser, wie sie an den Mündungen der Flüsse in das Meer, in den Haffen etc. entstehen. Bei bedeutender Zufuhr von süßem Wasser können selbst größere Meerbusen der Versüßung unterliegen. Ein solches Beispiel bietet die Ostsee dar, deren Wasser namentlich im östlichen und nördlichen Teil fern von der Kommunikationsstelle mit der Nordsee nur noch gering gesalzen (brackisch) ist (0,7 Proz. Salze, darunter 0,5 Proz. Chlornatrium). Flora und Fauna werden im Brackwasser einen andern Typus als im Salzwasser und Süßwasser besitzen, so daß sich der brackische Charakter prähistorischer Wasserbecken durch die Natur der in den Absätzen derselben eingeschlossenen Pflanzen und Tiere ausdrückt (Brackwasserformationen). Vgl. Brackische Schichten.

Bracke, s. Hund.

Brackenheim, Oberamtsstadt im württemberg. Neckarkreis, 193 m ü. M., unfern der Zaber, in überaus fruchtbarer Gegend gelegen, hat 1 Amtsgericht, 1 altes Schloß, 2 Kirchen, 1 reiches Hospital, Weinbau und (1880) 1662 evang. Einwohner.

Bracker (Schauer, Beschauer), in Norddeutschland Bezeichnung für eine amtlich bestellte und verpflichtete Person, welche bei dem Abschluß von Kaufverträgen, namentlich bei dem Aussondern ("Bracken") von Vieh, mitwirkt. In Rußland hat der B. darauf zu sehen, daß die exportierten Waren von vorgeschriebener Qualität und richtig sortiert sind. Der B. erhält eine nach Gewicht oder Stückzahl der Ware festgesetzte Vergütung (Brackerlohn). Das deutsche Strafgesetzbuch (§ 266, Ziffer 3) bestraft den B., welcher bei den ihm übertragenen Geschäften diejenigen, deren Geschäft er zu besorgen hat, absichtlich