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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Bruchband

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Bruch (Personenname) - Bruchband.

in Köln und in Paris, 1821 Professor am protestantischen Seminar zu Straßburg, 1823 Prediger an der Nikolauskirche, 1852 geistlicher Inspektor und Mitglied des Oberkonsistoriums und 1866 des geistlichen Direktoriums. Als Vertrauensmann der deutschen Reichsregierung hielt er 1. Mai 1872 die Einweihungsrede bei Begründung der deutschen Universität Straßburg und ward deren erster Rektor. B. starb 21. Juli 1874. Von seinen Schriften sind hervorzuheben: "Lehrbuch der christlichen Sittenlehre" (Straßb. 1829-32, 2 Bde.); "Études philosophiques sur le christianisme" (das. 1839; deutsch, Frankf. 1850); "Weisheitslehre der Hebräer" (Straßb. 1851) und "Die Theorie des Bewußtseins" (das. 1864). Auch beteiligte er sich an der Herausgabe der "Protestantenbibel" (1872).

2) Max, Komponist, geb. 6. Jan. 1838 zu Köln, zeigte schon früh musikalisch-produktives Talent, war dann zuerst Schüler von K. Breidenstein in Bonn und hierauf, als Stipendiat der Frankfurter Mozart-Stiftung, 1853-57 spezieller Schüler von F. Hiller in Köln. In dieser Zeit waren schon mehrfach größere Kompositionen von ihm zur Aufführung gelangt. Ein späterer zweijähriger Aufenthalt in Mannheim war durch den Verkehr mit V. Lachner von weiterm Einfluß auf seine Fortbildung. 1865 wurde er Direktor des Musikinstituts in Koblenz, 1867 Hofkapellmeister in Sondershausen. Nachdem er die letztere Stelle 1870 niedergelegt, brachte er einige Jahre teils in Berlin, teils in Bonn zu, kehrte jedoch 1878 nach Berlin zurück, um die Leitung des Sternschen Gesangvereins zu übernehmen. 1880 folgte er einem Ruf als Kapellmeister nach Liverpool, siedelte aber schon 1882 wieder nach Deutschland über und wirkt seitdem als Dirigent der Orchestervereinskonzerte in Breslau. Von Bruchs im Druck erschienenen Kompositionen sind hervorzuheben: ein Klaviertrio, Op 5; zwei Quartette, Op. 9, 10; zwei Violinkonzerte, zwei Symphonien, Lieder mit Klavierbegleitung, Op. 7, 15, 17, 18; kleinere Stücke für Chor, wie die Frauenchöre, Op. 6; "Die Birken und die Erlen" von Pfarrius, Op. 8; Männerchöre mit Orchester, Op. 19 (unter ihnen "Römischer Triumphgesang" und "Wessobrunner Gebet"); ferner die Chorkompositionen: "Die Flucht der heiligen Familie", Op. 20; "Schön Ellen", für Chor, Soli und Orchester, Op. 21; "Salamis" von Lingg, Op. 25; "Flucht nach Ägypten" und "Morgenstunde" von Lingg, für Frauenchor und Soli, Op. 31; "Rorate Coeli", für Chor, Orchester und Orgel, Op. 29; endlich die größern Werke, welche neuerdings vorzugsweise seinen Namen bekannt gemacht haben: "Szenen aus der Frithjofssage", Op. 23; die beiden Opern: "Lorelei" (Text von Geibel, 1863) und "Hermione" (nach Shakespeares "Wintermärchen", 1872); "Szenen aus der Odyssee", Op. 41 (Text von Graff), und Schillers "Dithyrambe" und "Lied von der Glocke". In allen diesen Werken hat sich B. unstreitig als einer der begabtesten, vielseitigsten und tüchtigsten unter den neuern Komponisten bewährt; er besitzt eine leichte, glückliche Erfindungsgabe, welche ihm jederzeit mit ursprünglicher Frische zu Gebote steht; seine Melodien zeigen neben den allgemeinen Vorzügen schönen Ebenmaßes und treffenden Ausdrucks zu großem Teil eine Richtung auf das Kräftige, Ernste, Große und dabei etwas im edlen Sinn Populäres als charakteristische Eigenschaften. Den Höhepunkt seines bisherigen Schaffens scheint er in den "Szenen aus der Odyssee" und in Schillers "Lied von der Glocke" erreicht zu haben, deren dichterischer Stoff ihm reiche Veranlassung bot, die genannten Eigenschaften zu verwerten, während gleichzeitig die Kantatenform dieser Texte der Entfaltung seiner speziellen musikalischen Fähigkeiten günstiger war als die der Oper. Glänzenden Erfolg, namentlich durch den Vortrag Sarasates, hatten neuerdings auch seine Violinkompositionen, zu denen 1880 noch eine "Phantasie über schottische Volksmelodien" gekommen ist.

Bruchband (Hamma, Bracherium, franz. Brayer, engl. Truss), Instrument zur Zurückhaltung der Eingeweide in der Bauchhöhle, welche in Form eines Bruches hervorzutreten streben. Zunächst zerfallen die Bruchbänder nach dem Hauptunterschied ihrer Konstruktion in unelastische und elastische. Erstere, auch weiche Bandagen genannt, werden aus Leder, Leinwand oder irgend einem Zeuge gefertigt; auch Holz ist dazu angewandt worden. Die elastischen enthalten eine Feder mit Springkraft. Jedes B. besteht in den wesentlichen Teilen aus der Pelotte, auch Kopf oder Kissen genannt, und dem Leibgürtel, Körper genannt. Die Pelotte (P, Fig. 1 u. 2) hat eine hölzerne oder metallene Grundlage, den Schild, und erhält durch Polstern die erforderliche Form. An ihrer Außenseite sind Knöpfe, Haken etc. angebracht zur Befestigung des Leibgürtels und der sonst zu gebrauchenden Riemen. An die Pelotte schließt sich der Leibgürtel an, dessen Grundlage die Feder, ein elastisches, halbkreisförmiges, schmales Stück Stahl, bildet. Eine gute Feder muß sich der Körperform genau anpassen, daher vollkommen elastisch sein. Sie ist gleichfalls mit feinem, gutem Leder überzogen und ausgepolstert, und an sie fügt sich der Ergänzungsriemen (E) an, mittels dessen das B. geschlossen wird. Ein gut gearbeitetes B. muß einen gleichförmigen, mäßig starken Druck auf die Bruchöffnung ausüben und sich dabei den Körperbewegungen des Kranken anschmiegen, ohne sich zu verschieben oder sonst zu belästigen. Durch diese Eigenschaften hat das elastische B. einen großen Vorzug vor dem unelastischen, welches bald durch zu heftigen Druck, bald durch zu große Lockerheit der Anlage seinen Zweck verfehlt, weshalb sich die Anwendung des letztern nur auf wenige Fälle beschränkt. Es gibt auch Bruchbänder mit beweglicher (stellbarer) Pelotte, ferner solche mit