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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Burnside; Burntisland; Burnus; Buro; Burollos; Burow; Burrhahn; Burriana; Burritt

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Burnside - Burritt.

(Braunschw. 1840), Pertz (Leipz. 1859), Bartsch (Hildburgh. 1865), Laun (3. Aufl., Brem. 1885) u. a. In Dumfries ward dem Dichter 1859 ein Denkmal gesetzt. Unter seinen Biographien sind noch die von Lockhart (Edinb. 1828 u. öfter) und Sharp (Lond. 1879) hervorzuheben. Eine treffliche Charakteristik des Dichters gibt Carlyle in seinen "Essays", Bd. 1.

Burnside (spr. börnsseid'), Ambrosius Everett, nordamerikan. General, geb. 23. Mai 1824 zu Liberty im Staat Indiana, ward in der Militärakademie zu Westpoint erzogen, aus der er 1847 als Artillerieoffizier ausschied. Sechs Jahre später zog er sich aus dem militärischen Dienst zurück und lebte anfangs als Gewehrfabrikant zu Bristol in Rhode-Island, dann in einer Stellung an der Illinois-Zentraleisenbahn. Der Bürgerkrieg rief ihn wieder unter die Waffen. Nach der ersten Schlacht von Bull-Run 1861 zum Brigadekommandeur ernannt, nahm er an der Reorganisation der Potomacarmee unter M'Clellan teil und machte Anfang 1862 eine Expedition nach Nordcarolina, um die Insel Roanoke und die Albemarle- und Pamlicosunde einzunehmen. In Verbindung mit dem Kommodore Goldsborough gelang ihm dies auch im März 1862, hauptsächlich infolge der Schlacht auf der Insel Roanoke. Als Generalmajor zur Potomacarmee gesendet, spielte er eine Hauptrolle bei den Unternehmungen, welche die Vertreibung des Generals Lee aus Maryland bezweckten. Bei Antietam, 17. Sept. 1862, führte B. den linken Flügel, der den stärksten Stoß auszuhalten hatte. Im November übernahm er an M'Clellans Stelle den Oberbefehl. Allein für die oberste Leitung des Unionsheers war er nicht geeignet, was der unüberlegte Angriff auf Fredericksburg am Rapahannock im Dezember 1862 bewies, weshalb er im Januar 1863 auf dem westlichen Schauplatz, zunächst im Ohiodepartement und dann unter General Grant in Tennessee, wieder ein untergeordnetes Kommando übernahm. Im Herbst 1863 gelang es ihm, Knoxville einzunehmen, und seit dem Sommer 1864 stand er als Divisionär bei Petersburg unter Grant und kämpfte mit Auszeichnung in allen Schlachten desselben in Virginia. Im April 1865 nahm er seinen Abschied, war 1866-69 Gouverneur von Rhode-Island und starb 13. September 1881. Vgl. Poor, Life and public services of B. (Providence 1882).

Burntisland (spr. bornt-eiland), Stadt in der schott. Grafschaft Fife, an der Nordküste des Firth of Forth, Leith gegenüber und mit diesem durch eine Dampffähre verbunden, hat einen trefflichen Hafen und (1881) 4271 Einw., Sitz eines deutschen Konsuls. Nördlich der Stadt erhebt sich der 124 m hohe Hügel Dunearn, mit einem Kreis von Steinblöcken bedeckt.

Burnus (arab.), der aus dichtem Wollstoff gearbeitete Überwurf der Beduinen, meist von weißer Farbe, mit einer Kapuze versehen, die bei Regenwetter über den Kopf gezogen wird. Nachahmungen dieses B. in verschiedenen, namentlich der Schaube ähnlichen Formen waren auch bei den europäischen Völkern im 19. Jahrh. hin und wieder in der Mode.

Buro (Buru), niederländisch-ostindische, zur Residentschaft Amboina gehörende Insel der Molukken, von ovaler Form und (mit der kleinen Insel Amblau) 8771 qkm (159,3 QM.) Flächeninhalt. Sie ist längs der Küste von ausgedehnten ungesunden Strandsümpfen umgeben, im Innern dagegen mit Bergen angefüllt, die im Pik von Tomahu 3148 m Höhe erreichen. Diese mit dichten Urwäldern bedeckten Berge erschweren trotz der Fruchtbarkeit des Bodens die Ausdehnung des Landbaues, der noch ganz in der Kindheit liegt. Die Vegetation ist überaus reich und üppig, ebenso mannigfaltig die Tierwelt der Insel; der Hirscheber (Babirusa) kommt hier allein in den Molukken vor. Die Bevölkerung der Insel (etwa 50,000 an der Zahl) ist der von Amboina, Ceram und den benachbarten Inseln in ethnologische Beziehung verwandt, steht aber in jeder Beziehung niedriger. Hauptausfuhrartikel sind Kajeputöl, das nirgends so gut bereitet wird wie hier, und das getrocknete Fleisch der zahlreichen Rehe; allein der Handel ist unbedeutend, die Insel trotz ihrer großen Hilfsquellen überhaupt sehr vernachlässigt. Der Hauptort Katjeli liegt an der Südostküste und ist zugleich der Hafenplatz von B., wo sich auch eine kleine christliche Gemeinde von Eingebornen findet.

Burollos, See, s. Burlus.

Burow, Julie, Schriftstellerin, geb. 24. Febr. 1806 zu Kydullen in Ostpreußen, vermählt seit 1830 mit dem Baumeister Pfannenschmidt in Danzig, mit dem sie später nach Bromberg übersiedelte; starb 19. Febr. 1868 daselbst. Von ihren zahlreichen Romanen und Erzählungen verdienen besonders die frühern, wie: "Frauenlos" (Königsb. 1850), "Ein Arzt in einer kleinen Stadt" (2. Aufl., Leipz. 1855), "Aus dem Leben eines Glücklichen" (Königsb. 1852), "Novellen" (Leipz. 1853, darunter die Preisnovelle "Das Pfarrhaus in Rothanger"), "Bilder aus dem Leben" (das. 1854), "Erinnerungen einer Großmutter" (Prag 1856) etc., namentliche Erwähnung. Gewandtheit und bis zur Unschönheit gehender Realismus in Schilderung des kleinbürgerlichen Lebens, dabei viel praktischer Verstand und echt norddeutsche Gemütswärme zeichneten dieselben aus. Außerdem veröffentlichte sie: "Gedichte" (Prag 1858), mehrere Schriften über Erziehung ("Die Erziehung der Töchter", Leipz. 1855; "Über die Erziehung des weiblichen Geschlechts", 2. Aufl., Bromb. 1858) sowie einige weitverbreitete Anthologien: "Herzensworte" (24. Aufl., Berl. 1877); "Blumen und Früchte deutscher Dichtung" (22. Aufl., das. 1877); "Denksprüche für das weibliche Leben" (23. Aufl., das. 1884); "In stillen Stunden" (6. Aufl., das. 1874); "Frauenleben" (6. Aufl., das. 1874). Auch eine Selbstbiographie (Prag 1857) gab sie heraus.

Burrhahn, s. v. w. Kampfläufer.

Burriana, Stadt in der span. Provinz Castellon, unfern der Mittelmeerküste, mit einem Hafen und (1878) 10,058 Einw., welche Bau von Südfrüchten betreiben und insbesondere Orangen in großer Menge ausführen.

Burritt (spr. borrit), Elihu, bekannter amerikan. Friedensapostel, geb. 8. Dez. 1811 zu New Britain im Staat Connecticut als das zehnte Kind eines Schuhmachers, hatte nur gewöhnlichen Schulunterricht empfangen, als er in seinem 17. Jahr zu einem Schmied in die Lehre kam. Als seine Lehrzeit vorüber war, ließ er sich von seinem Bruder, einem Schullehrer, unterrichten, kehrte aber dann zu seinem Handwerk zurück, das ihn in Worcester, wohin er übersiedelte, reichlich nährte und ihm zugleich Muße genug ließ, in der dortigen Bibliothek der Antiquarischen Gesellschaft seinen Wissensdurst zu befriedigen. Als Schriftsteller trat er zuerst 1842 mit Bearbeitungen der isländischen Sagas auf. Seine Sprachstudien umfaßten außer den ältern und neuern klassischen Sprachen auch die semitischen, das Portugiesische, Vlämische, Dänische, Schwedische, Isländische sowie die verschiedenen keltischen und slawischen Sprachen. Seinen großen Ruf verdankte aber der gelehrte Grobschmied (the learned blacksmith) weniger