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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Cälatur - Calciumchlorid.

Cälatur (lat., v. caelum, "Grabstichel"), die Bildnerei in Metall, welche durch die Kunst des Ziselierens ihre höchste Vollendung erlangte, bei den Griechen Toreutik (s. d.) genannt.

Calcaire grossier (spr. kalkähr grossjeh), s. v. w. Grobkalk, s. Tertiärformation.

Calcaneus, Fersenbein.

Calcar, 1) Jan Joest von, Maler, geboren um 1460, war zwischen 1505 und 1508 in Kalkar (Herzogtum Kleve) thätig, wo er in der Nikolaikirche den Hauptaltar mit 20 Darstellungen aus der heiligen Geschichte schmückte. Er ist wahrscheinlich nicht dort, sondern in Holland geboren und starb 1519 in Haarlem.

2) Johannes Stephan von, Maler, geboren um 1499 zu Kalkar, lernte anfangs in Dordrecht und wurde später Schüler Tizians in Venedig, wohin er sich um 1536 begab. Er schloß sich in seinen Bildnissen eng an die Venezianer, später auch an Raffael an. Zwei beglaubigte Bildnisse besitzen das Louvre in Paris und die Berliner Galerie. Er starb 1546 in Neapel.

Calcaría (lat.), Kalk; C. acetica, essigsaurer Kalk; C. carbonici, kohlensaurer Kalk; C. chlorata, hypochlorosa, oxymuriatica, Chlorkalk; C. extincta hydrica, gelöschter Kalk, Calciumhydroxyd; C. hydrochlorata, muriatica, Chlorcalcium; C. phosphorica, phosphorsaurer Kalk; C. soluta, Lösung von gelöschtem Kalk in Wasser, Kalkwasser; C. sulfurata, Kalkschwefelleber; C. sulfurica, schwefelsaure Kalk, Gips; C. sulfurica usta, gebrannter Gips; C. usta viva, gebrannter Kalk, Calciumoxyd.

Calceolaria L. (Pantoffelblume), Gattung aus der Familie der Skrofulariaceen, Kräuter oder Halbsträucher mit quirl- oder gegenständigen Blättern und schönen, eigentümlich geformten, gelben, weißen oder roten, vielfach nüancierten und verschiedenartig gezeichneten, blattwinkel- oder endständigen Blüten. Sie sind in Südamerika heimisch, teils in den Ländern westlich der Andes, teils im äußersten Süden des Kontinents und auf den benachbarten Inseln; einige wachsen in der Nähe der Küste, andre viele Tausend Fuß hoch auf den Hochplateaus. Die reichlich blühenden Kalceolarien werden in vielen Arten, Varietäten und Hybriden (besonders von C. corymbosa R. P., C. crenatiflora Car. und C. arachnoidea Grah.) bei uns als Zierpflanzen kultiviert und zeichnen sich besonders durch die prachtvolle Färbung der Blüten aus. Man kultiviert die krautigen Arten in Töpfen und benutzt die strauchigen (besonders Varietäten von C. rugosa R. P.) zum Auspflanzen.

Calceolaschiefer, s. Devonische Formation.

Calceus (lat.), der bis über die Knöchel reichende geschlossene Schuh der alten Römer. Er war bei den Patriziern von rotem, bei den Senatoren, Rittern und Bürgern von schwarzem Leder und gehörte zur zeremoniellen Tracht, während man sich im gewöhnlichen Leben der Soleae oder Sandalen (s. d.) bediente.

Calcio (ital., spr. kaltscho, "Fußstoß"), Art Ballspiel, in Italien bei Freudenfesten üblich, wobei die Spieler den Ball mit dem Fuß fortstoßen.

Calciphyr, s. Marmor.

Calcit, s. v. w. Kalkspat.

Calcium Ca, Metall, findet sich nicht gediegen in der Natur, aber viele seiner Salze (Kalksalze) gehören zu den verbreitetsten Körpern der Erdrinde. Kohlensaurer Kalk bildet den Kalkstein, den Marmor, die Kreide und mehrere Mineralien und findet sich gelöst in den meisten Quell- und Flußwassern, schwefelsaure Kalk bildet den Gips und Anhydrit, phosphorsaurer Kalk den Apatit und Phosphorit, kieselsaurer Kalk ist ein Bestandteil vieler Mineralien, Fluorcalcium findet sich als Flußspat, Chlorcalcium in Mineralwässern. Das Meer ist reich an Kalksalzen und in allen Pflanzen und Tieren sind dieselben weit verbreitet. So bildet phosphorsaurer Kalk die Knochen, kohlensaurer Kalk die Korallen, Schnecken-, Muschel-, Eierschalen, den Panzer der Krebse und Stachelhäuter etc. Man erhält C. durch Erhitzen von Jodcalcium mit Natrium im fest verschlossenen Gefäß oder von Chlorcalcium mit Zink und Natrium und Abdestillieren des Zinks aus der entstandenen Zinkcalciumlegierung; auch kann man C. durch Elektrolyse aus Chlorcalcium gewinnen. Es ist hellgelb, stark glänzend, mit hakigem, etwas körnigem Bruch, Atomgewicht = 39,9, spez. Gew. 1,58, von der Härte des Kalkspats, hält sich an trockner Luft ziemlich gut, oxydiert aber schnell in feuchter Luft und zersetzt das Wasser unter stürmischer Wasserstoffentwickelung; in der Rotglut verbrennt es an der Luft mit gelbem Licht. Es ist zweiwertig, und sein Oxyd ist der Kalk CaO. Es wurde 1808 von Davy durch Elektrolyse zuerst dargestellt.

Calcium chloratum, Calciumchlorid, Chlorcalcium; C. oxydatum, Calciumoxyd, gebrannter und ungelöschter Kalk; C. oxydatum hydratum, Calciumhydroxyd, gelöschter Kalk; C. sulfuratum, Calciumsulfuret, Schwefelcalcium.

Calciumchlorid (Chlorcalcium, fälschlich salzsaurer Kalk genannt) CaCl_{2} findet sich in der Natur als Bestandteil des Meerwassers und vieler Mineralwässer, bildet mit Chlormagnesium das Mineral Tachydrit, mit phosphorsaurem Kalk den Apatit und entsteht beim Behandeln von kohlensaurem Kalk mit Salzsäure. Um reines C. zu gewinnen, versetzt man die Lösung mit etwas Chlorkalk, digeriert mit Kalkmilch, um Eisen- und Manganoxyd und Magnesia zu fällen, filtriert und neutralisiert mit reiner Salzsäure. Als Nebenprodukt erhält man C. beim Ammoniaksodaprozeß, bei der Verarbeitung der Chlorbereitungsrückstände, bei der Darstellung von chlorsaurem Kali und von Ammoniak aus Salmiak. Es ist farblos, schmeckt bitterlich scharf, kristallisiert aus sehr konzentrierter Lösung mit 6 Molekülen Kristallwasser, ist äußerst zerfließlich, löst sich in Wasser unter beträchtlicher Temperaturerniedrigung und gibt, mit Schnee bei 0° gemischt, eine Kälte von -48°. Zur Bereitung von Kältemischungen geeignet erhält man das C., wenn man die Lösung verdampft, bis sie bei 130° siedet, dann erkalten läßt und im Moment des Erstarrens stark schüttelt. Die Kristalle schmelzen bei 29° und verlieren im luftleeren Raum über Schwefelsäure oder bei 200° 4 Moleküle Kristallwasser. Dies wasserärmere C. dient in Form einer lockern Masse zum Trocknen der Gase. Erhitzt man das C. noch stärker, so wird es wasserfrei, schmilzt dann und erstarrt zu einer weißen, durchscheinenden Masse (geschmolzenes C.), welche sich in Wasser unter starker Wärmeentwickelung löst und alkalisch reagiert, weil sich beim Schmelzen etwas Salzsäure verflüchtigt und Calciumoxyd gebildet hat. Das geschmolzene C. ist ebenfalls sehr hygroskopisch und dient besonders zum Entwässern von Flüssigkeiten. 100 Teile Wasser lösen bei 10° 63,35 Teile, bei 40° 120,48 Teile, bei 60° 138,39 Teile. Eine Lösung von

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50 Teilen C. in 100 Teilen Wasser siedet bei 112 Grad

100 " " " 100 " " " " 128 "

200 " " " 100 " " " " 158 "

325 " " " 100 " " " " 180 "

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10 Teile Alkohol lösen 7 Teile C., und diese Lösung gibt in der Kälte Kristalle von Chlorcalciumalkoholat, welches durch Wasser zersetzt wird. Auch mit Holz-^[folgende Seite]

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]