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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Calomelas; Calonne; Calophyllum; Caloptenus; Calor; Calorifère; Calosoma; Calotropis

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Calomelas - Calotropis.

erst den Infanten Don Karlos als König. Sobald der König sich wieder erholte, vermochte ihn C. zur Zurücknahme seines Dekrets und Testaments, worin die Königin zur Regentin des Reichs erklärt war, und zur Herstellung des salischen Gesetzes. Der König erklärte aber, nachdem er wider Erwarten genesen war, die Umänderung seines Testaments 31. Dez. 1832 für erschlichen, C. wurde auf seine Güter in Aragonien verwiesen und sollte drei Monate später sogar verhaftet werden, entkam aber verkleidet nach Frankreich. Er starb 1842 in Toulouse.

Calomelas, Kalomel, Quecksilberchlorür.

Calonne (spr. -lonn), 1) Charles Alexandre de, franz. Finanzminister, geb. 20. Jan. 1734 zu Douai aus einer alten Juristenfamilie, studierte in Paris die Rechte, wurde Advokat in Artois, dann Generalprokurator in seiner Vaterstadt und 1763 Maître des requètes. Nachdem er die Stelle eines Intendanten in Metz, dann in Lille bekleidet, wurde er 1783 durch den Einfluß des Grafen von Artois u. des Ministers Vergennes zum Generalkontrolleur des Schatzes (Finanzminister) befördert. Während seine Vorgänger, besonders Necker, möglichst sparsam gewesen waren, um den zerrütteten Finanzen auszuhelfen, hatte C. für den Hof stets Geld im Überfluß und stellte die Finanzlage im glänzendsten Lichte dar. Denn nach seiner Ansicht waren Aufwand, Luxus und der Schein des Reichtums die geeignetsten Mittel, um der Regierung Ansehen und Kredit zu verschaffen. Durch Anleihen auf Anleihen, Vorausnahme zukünftiger Zahlungen und Verschiebung fälliger Ausgaben beschaffte er die Gelder für den Ankauf von Schlössern und glänzende Festlichkeiten und wurde wegen seiner Finanztalente bewundert und hoch gepriesen. Necker brachte in seinem Werk "Über die Finanzverwaltung" diese Gebrechen des Staatshaushalts vor die Öffentlichkeit, ward aber dafür aus der Hauptstadt verwiesen; die Finanzedikte Calonnes mußten trotz des Widerstrebens der Parlamente auf unmittelbaren königlichen Befehl registriert werden. Als sich zuletzt der schlimme Zustand der Finanzen nicht mehr verbergen ließ, schlug C. eine Berufung der Notabeln vor und hoffte durch Besteuerung des Adels und der Geistlichkeit helfen zu können. Die Notabeln wurden im Februar 1787 einberufen, und es stellte sich dabei heraus, daß das jährliche Defizit auf 115, die Schuldenlast auf etwa 5000 Mill. Frank gestiegen war. Infolge dieser Aufschlüsse und der Opposition der privilegierten Stände gegen ihre Besteuerung mußte C. seine Entlassung nehmen und in die Verbannung gehen. Er heiratete in London eine 60jährige reiche Engländerin, die seinen heruntergekommenen Finanzen wieder aushalf. Eifrig kämpfte er durch Geldopfer und Schriften für die Sache der Prinzen, als diese emigrierten, und unternahm zu ihren gunsten große Reisen nach Deutschland, Italien und Rußland, ohne Dank von ihnen zu ernten. Von Bonaparte erhielt er 1802 die Erlaubnis zur Rückkehr nach Paris, starb aber wenige Wochen nachher, 30. Okt., seine Gattin in ziemlich dürftiger Lage hinterlassend. Von seinen Schriften hat nur das "Tableau de l'Europe en novembre 1795" allgemeineres Interesse.

2) Alphonse Bernard, Vicomte de, franz. Publizist, geb. 1818 zu Béthune, studierte 1840-42 in Paris die Rechte, widmete sich dann archäologischen und kritischen Arbeiten und verfocht nach der Revolution von 1848 in verschiedenen Broschüren wie auch als Redakteur des "Lampion" das legitimistische Prinzip. Nach dem 2. Dez. 1851 trat er mit in die Redaktion der neugegründeten reaktionären "Revue contemporaine", deren Eigentümer er 1855 wurde. Jetzt plötzlich seine politische Meinung ändernd, ward er Bonapartist und machte die Revue unter dem Schutz des Gouvernements und der Beteiligung zahlreicher in hohen Würden stehender Mitarbeiter zu einem einflußreichen Regierungsorgan, das es bis etwa 1868 blieb. Um diese Zeit verrieten eine Reihe sehr auffälliger Artikel (z. B. die Kératrys über die mexikanische Expedition), daß die Richtung des Blattes sich wieder gewendet hatte, wie C. denn auch zwischen 1866 und 1870 einer friedlichen Verständigung mit Preußen beharrlich das Wort redete. Außer zahlreichen politischen Flugschriften schrieb er: "Bérangère" (Novelle, 1852); "Voyage au pays de Bohème; mendiants et flibustiers littéraires" (1852); "La Minerve de Phidias restaurée, etc." (1855); "Pauvre Mathieu" (1855) u. a. In den letzten Jahren korrespondierte C. für englische Blätter und trat erst 1880 wieder mit einer größern Arbeit hervor, betitelt: "Vie municipale au XII. siècle dans le Nord de la France".

Calophyllum L. (Schönblatt, Gummiapfel), Gattung aus der Familie der Guttiferen, tropische Bäume mit lederartigen Blättern, kleinen, polygamischen Blüten in end- oder seitenständigen Rispen und nicht ausspringenden Steinfrüchten. C. Inophyllum L., ein schöner Baum mit sehr großen Blättern, im südlichen Ostindien und auf den Inseln, wird bei 3,5 m Stammdurchmesser über 30 m hoch. Die weißen, wohlriechenden Blumen sind als Parfüm sehr geschätzt. Aus den durchschnittenen Früchten wird das grün-gelbliche Tacamahacaöl gewonnen, welches arzneilich und zum Brennen gebraucht wird. Aus der Rinde des Stammes fließt ein gelber, balsamischer Saft, der zu einem gelbbraunen Harz verhärtet und das ostindische Tacamahaca bildet. Das Holz ist hart und fest und ein sehr geschätztes Nutzholz. C. Tacamahaca Willd. ist ein dem vorigen ähnlicher Baum mit spitzovalen Blättern und länglichen Früchten, auf Madagaskar und Mauritius, liefert nach Einschnitten einen dunkelgrünen Saft, den grünen oder Marienbalsam oder bourbonisches Tacamahaca, welches nicht nach Europa gelangt. Der Baum gibt gutes Bauholz. C. Calaba Jacq., in Westindien und Brasilien, wird 19 m hoch, liefert aus Einschnitten in die Rinde einen angenehm aromatischen, dunkelgrün werdenden Balsam, der auf den Antillen als Heilmittel benutzt wird. Die Früchte sind genießbar, sie enthalten nur einen Samen, aus welchem Brennöl gepreßt wird. Mehrere Arten werden in Warmhäusern kultiviert.

Caloptenus, s. Heuschrecken.

Calor (lat.), Wärme.

Calorifère (franz., spr. -ähr, "Wärmeträger"), Luftheizungsofen, s. Heizung.

Calosoma, Puppenräuber (Käfer).

Calotropis R. Brown (Kielkrone), Gattung aus der Familie der Asklepiadeen, Sträucher oder kleine Bäume im tropischen Asien und Afrika, mit breiten, festsitzenden Blättern und regelmäßigen Blüten. C. gigantea R. Br. (Asclepias gigantea L., Mudar, Ak, Yerkum), 5 m hoher, in Indien, am Senegal, auf den Molukken sehr gemeiner, auch häufig angebauter Strauch mit gegenständigen, unterseits weißfilzigen Blättern und in Afterdolden stehenden, purpurroten, geruchlosen Blüten, enthält in allen Teilen eine scharfe, bittere, opiumartig riechende Milch und ist seit sehr langer Zeit in Ostindien als Heilmittel in Anwendung und sehr geschätzt. Die Rinde der Wurzel ist auch in Europa unter dem Namen Mudar bekannt geworden und als Brechmittel und

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