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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Calotte - Caltha.

gegen Aussatz empfohlen. Die sehr feine Samenwolle (vegetabilische Seide) dient als Polstermaterial, auch hat man sie mit Baumwolle gemischt versponnen und auf Papier verarbeitet; aus der Rinde gewinnt man sehr feste Gespinstfasern. C. procera R. Br. (Asclepias gigantea Andr., A. procera Ait.), ein dem vorigen ähnlicher Strauch in Indien, Arabien, Persien und Ägypten, mit spitzern Blättern, wird auch ähnlich verwertet. Die Bastfaser ist als Yerkum bekannt. Die Blätter sollen in Persien einen zuckerartigen Stoff (Ocharzucker) ausschwitzen.

Calotte (franz.), s. Kalotte.

Calottin (franz., spr. -täng), s. Kalottisten.

Calovius (Kalau), Abraham, luther. Theolog, geb. 16. April 1612 zu Mohrungen in Ostpreußen, war 1637 außerordentlicher Professor der Theologie an der Universität zu Königsberg, ging 1643 als Prediger nach Danzig und 1650 als Generalsuperintendent und Professor nach Wittenberg, wo er 25. Febr. 1686 starb. Er ist der klassische Repräsentant des zelotischen Luthertums des 17. Jahrh. Besonders erbittert bekämpfte er die von ihm als Synkretismus bezeichneten Unionsbestrebungen Calixtus', gegen den er den "Consensus repetitus fidei vere lutheranae" 1665 verfaßte. Bedeutender sind seine ganz im scholamischen Geist gearbeitete Werke: "Systema locorum theologicorum" (Wittenb. 1655-77, 12 Bde.); "Historia syncretistica" (das. 1682) und "Biblia illustrata" (Frankf. 1672, 4 Bde.).

Calów, poln. Längenmaß, bis 1849 in Russisch-Polen und bis 1857 in Krakau gebräuchlich, = 1/12 Stopa, = 12 Linien oder 24 mm.

Calpe (Kalpe), s. Gibraltar.

Calprenède, Dichter, s. La Calprenède.

Calpurnia, Cäsars letzte Gemahlin, war eine Tochter des Lucius Gajus Piso, der 58 v. Chr. Konsul war und vornehmlich durch das harte Urteil bekannt ist, welches Cicero, dessen Gegner er war, über ihn und seine Verwaltung Makedoniens fällte. C. vermählte sich 59 mit Cäsar. Als Gerüchte von einer Verschwörung gegen Cäsar zu ihr gelangten, bemühte sie sich vergeblich, ihn zu warnen. Nach seinem Tod stellte sie sich unter den Schutz des M. Antonius und übergab demselben Cäsars Geld und Papiere.

Calpurnius, Titus (gewöhnlich C. Siculus genannt), röm. Dichter, verfaßte um die Mitte des 1. Jahrh. n. Chr. im Anfang der Regierung des überschwenglich von ihm gepriesenen Nero sieben bukolische Gedichte (eclogae), die sich durch strenge metrische Technik, aber auch durch Mangel an innerm Leben und servile Gesinnung auszeichnen. Selbst ein ziemlich unselbständiger und übertreibender Nachahmer des Theokrit und Vergil, ist er nicht nur nachgeahmt, sondern ausgeplündert worden von Nemesianus (s. d.), dessen vier Eklogen meist mit den seinigen verbunden werden. Ausgaben besorgten Gläser (Götting. 1842) und Bährens (in "Poetae latini minores", Bd. 3, Leipz. 1881); eine Übersetzung Klausen (Altona 1807). Vgl. M. Haupt, "De bucolicis carminibus Calpurnii et Nemesiani" ("Opuscula", Bd. 1, Leipz. 1875).

Calpurnius Bestia (Lucius, auch Piso Bestia genannt), trat 121 v. Chr. als Volkstribun gegen Gajus Gracchus (s. d.) auf und galt seitdem als ein Vorkämpfer der aristokratischen Partei. Zehn Jahre später begann er als Konsul den Krieg gegen Jugurtha und führte denselben anfangs mit Nachdruck und Geschick, ließ sich aber dann von Jugurtha bestechen und gewährte ihm Frieden unter den günstigsten Bedingungen. Auf Antrag des Tribuns Gajus Mamilius wurde eine gerichtliche Untersuchung gegen ihn anhängig gemacht, infolge deren er nebst andern Gliedern der Aristokratie verurteilt und wahrscheinlich verbannt wurde. Er wird indes noch einmal im Jahr 90 erwähnt, wo er infolge des Varischen Gesetzes gegen die Urheber des Bundesgenossenkrieg freiwillig ins Exil ging.

Calque (franz., spr. kalk), Bause, Abdruck einer kalkierten Zeichnung; s. Kalkieren.

Caltabellotta, Flecken in der ital. Provinz Girgenti (Sizilien), Kreis Sciacca, am Fluß C., welcher sich östlich von Sciacca ins Mittelländische Meer ergießt, sehr malerisch um ein altes Kastell auf steilem Felsen (650 m hoch) gelegen, hat eine Hauptkirche der Assunta aus altnormännischer Zeit, Obstbau, Handel mit getrockneten Feigen, Töpferwarenerzeugung und (1881) 6178 Einw. Südöstlich davon der Ort Sant' Anna an Stelle des alten Triokala.

Caltagirone (spr. -dschiröne), Kreishauptstadt in der ital. Provinz Catania (Sizilien), auf zwei durch eine Brücke verbundenen Höhen (614 m) südwestlich von Catania in sehr fruchtbarer Gegend gelegen, ist Bischofsitz, hat ein altes Kastell, stattliche Paläste, ein Lyceum, ein Gymnasium, eine technische Schule und (1881) 28,119 Einw., unter deren Industrieerzeugnissen besonders Gefäße von seinem Thon und farbige Statuetten zu nennen sind. Das Erdbeben von 1693 verschlang über die Hälfte der Stadt, welche sarazenischen Ursprungs ist.

Caltanissétta, ital. Provinz im Zentrum der Insel Sizilien (s. Karte "Sizilien"), wird im W. von der Provinz Girgenti, im N. von Palermo, im O. von Catania und Siracusa, im S. vom Meer begrenzt und hat ein Areal von 3769 qkm (nach Strelbitskys Berechnung 3289 qkm = 59,7 QM.) mit (1881) 266,379 Einw. Die Provinz ist im allgemeinen, besonders gegen N., gebirgig (bis zu 1000 m Höhe) und wird vom Salso und vom obern Platani nebst zahlreichen kleinern Flüssen bewässert. Der ziemlich fruchtbare Boden ist mäßig angebaut und bringt vorzugsweise Weizen hervor, doch findet sich auch in einzelnen Gegenden ausgedehnte Wein-, Oliven- und sonstige Baumkultur. Der wichtigste Produktionszweig ist der Bergbau auf Schwefel, welcher jährlich ca. 1½ Mill. metr. Ztr. liefert; sonst enthält das Land an Mineralien Salz, Gips und besonders vortrefflichen Töpferthon sowie mehrere heilkräftige Mineralquellen. Die Provinz zerfällt in die drei Kreise: C., Piazza Armerina und Terranova di Sicilia. - Die Hauptstadt C. liegt fast in der Mitte der Insel, aus einer fruchtbaren Hochebene (535 m ü. M.) über dem tiefen Salsothal, an der Eisenbahn von Catania nach Girgenti, ist regelmäßig und gut gebaut, Sitz des Präfekten und eines Bischofs, hat ein altes Schloß, eine Kathedrale mit bemerkenswerten Fresken, ein schönes Theater, ein bischöfliches Seminar, ein Lyceum und Gymnasium, eine technische und eine Bergschule, Töpferwarenfabrikation, besuchte Jahrmärkte und (1881) 25,027 Einw. In der Umgebung von C. finden sich Schwefelgruben und Mineralquellen. 3 km östlich liegt die Badia di Santo Spirito, ein normännischer 1153 von Graf Roger errichteter Bau; weiterhin (5 km östlich) erstreckt sich die Ebene Terra pilata, welche einen kleinen Vulkan enthält, der Wasser, Sand und Kohlenwasserstoffgas ausstößt.

Caltavuturo, Flecken in der ital. Provinz Palermo (Sizilien), Kreis Termini-Imerese, mit Ruinen einer alten Kirche auf steilem Felsen, sarazenischen Festungswerken, reichem Getreidebau und (1881) 5571 Einw.

Caltha L. (Kuhblume, Butterblume, Dotterblume), Gattung aus der Familie der Ranun-^[folgende Seite]

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