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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Campomajor; Campomanes; Camponotus; Campori; Campos

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Campomajor - Campos.

Campomajor (spr. kangpumajor), 1) Stadt in der portug. Provinz Alemtejo, Distrikt Portalegre, starke Festung gegen Spanien, mit meteorologischem Observatorium und (1878) 5673 Einw., welche Weinbau und Wollhandel betreiben. -

2) Stadt in Brasilien, s. Quixeramobim.

Campomanes, Don Pedro Rodriguez, Graf von, span. Staatsmann, Rechtsgelehrter, Geschichtsforscher und nationalökonomischer Schriftsteller, geb. 1723 zu Santa Eulalia de Sorriba in Asturien, übersetzte schon als Knabe den Ovid in kastilische Verse und trieb philosophische Studien, wandte sich aber später dem Rechtsstudium zu. Nachdem er in Sevilla promoviert hatte, war er längere Zeit Advokat. Ausgerüstet mit einem universellen Geist, wohlbekannt mit europäischer Kultur und Politik, uneigennützig, konsequent und vorsichtig, widmete er sich dem Studium der Mittel und Wege, durch die Spanien ohne revolutionäre Überstürzung zu europäischer Kultur erhoben werden könne. Karl III. ernannte ihn 1759 zum Beisitzer im Postdepartement und 1762 zum Fiskal des hohen Rats von Kastilien, später ward er zum Vorsitzenden dieser Behörde ernannt. Neben diesem wichtigen Posten, den er 21 Jahre verwaltete, führte er noch die Geschäfte der königlichen Kammer, seit 1768 als Camarista oder königlicher Rat, hatte seit 1783 den Vorsitz als Gobernator interimo und seit 1789 als wirklicher Präsident, bis er 1791 von Karl IV. zum Staatsrat erhoben wurde. Die Reihe der Anordnungen, die er als solcher durchführte, stellt ihn in die Reihe der ersten Wohlthäter Spaniens, namentlich that er, trotz der Verdächtigungen von seiten der Geistlichkeit vom König an die Spitze des Rats der Mesta gestellt, außerordentlich viel für Hebung der Landwirtschaft und kann als eigentlicher Kolonisator der Sierra Moreni gelten; gleiche Sorgfalt widmete er dem Armenwesen, der Einrichtung von Hospitälern, der Erleichterung des Steuerdrucks, dem Postwesen, den Universitäten, der Rechtsverwaltung. Sein "Tratado de la regalia de la amortizacion etc." (Madr. 1765, neue Ausg. 1821), worin er der spanischen Regierung das Recht zusprach, die Veräußerungen zur Toten Hand, welche er als ein Haupthindernis des Fortschritts der Landeskultur und des Volkswohlstandes Spaniens überhaupt erkannt hatte, zu beschränken, rief einen Kampf mit der römischen Kurie hervor. In seinem "Discurso sobre el fomento de la industria popular" (Madr. 1774; deutsch von Göriz, Stuttg. 1778) lieferte C. das erste gute Werk in Spanien über Nationalökonomie. Hieran knüpfte er einen Plan für Verbesserung der Volkserziehung. Sein "Discurso sobra la educacion popular de los artesannos, y su fomento" (Madr. 1775-77, 6 Bde.) bekämpfte vorzüglich das in Spanien tief eingewurzelte Vorurteil gegen Kunst- und Handarbeiten. Resultate seiner Bemühungen waren namentlich die Befreiung des amerikanischen Handels, die Ausdehnung desselben auch auf andre Häfen als Cadiz, die freie Einfuhr gewisser Rohstoffe, die Errichtung einer Nationalbank, die Stiftung volkswirtschaftlicher Gesellschaften etc. Von der Volkserziehung wandte C. sein Auge auf die Schulbildung und insbesondere auf Verbesserung der Lehrbücher. Neben seiner vielfachen litterarischen Wirksamkeit stand er noch an der Spitze mehrerer wissenschaftlicher Institute. Als Anerkennung erhielt er 1780 vom König den Titel de Castilla, wurde aber endlich durch den ihm von seinen Feinden entgegengestellten Grafen von Floridablanca seines Einflusses Beraubt, zog sich nun vom Hof zurück und widmete sich der Litteratur. Er starb 3. Febr. 1802. Außer den bereits genannten Schriften hat C. noch eine beträchtliche Anzahl staatswissenschaftlicher und geographischer Werke herausgegeben, die indes heute nur noch litterarhistorische Bedeutung haben.

Camponotus, die Roßameise, s. Ameisen, S. 453.

Campori, 1) Cesare, Marchese, ital. Historiker, geb. 11. Aug. 1814 zu Modena, gest. 6. Sept. 1880 in Mailand; veröffentlichte neben einigen Dramen ("Barbarossa Ariadeno" und "Ezzelino da Romano", 1851) eine große Anzahl von Monographien aus der Geschichte Modenas und als sein Hauptwerk: "Raimondo Montecuccoli, i suoi tempi e la sua famiglia" (Flor. 1876).

2) Giuseppe, ital. Kunstschriftsteller und Historiker, geb. 17. Jan. 1821 zu Modena, studierte daselbst im Collegio di San Carlo und widmete sich dann mit großem Erfolg der Urkundenforschung auf dem Gebiet der Geschichte und Kunstgeschichte seines engern Heimatslandes. Seine bedeutendsten Schriften sind: "Gli artisti italiani e stranieri negli stati Estensi" (Modena 1855); "Lettere artistiche inedite" (das. 1866); "Una vittima della storia" (das. 1866, der erste Rettungsversuch zu gunsten der Lucrezia Borgia); "Notizie per la vita di Lodovico Ariosto"; "Notizie storiche ed artistiche della maiolica e della porcellana di Ferrara nei secoli XV e XVI"; "Memorie biografiche degli scultori, architetti, pittori ec. nativi di Carrara ec." (das. 1873); "Centotrè lettere inedite di Sommi Pontefici" (das. 1878); "Torquato Tasso e gli Estensi" (das. 1883).

Campos (span.), s. Rinderhäute.

Campos (portug., "Felder"), im Innern Brasiliens die ungeheuern Grasfluren, welche sich von den Llanos und Pampas durch größere Mannigfaltigkeit der Oberfläche und der Vegetation unterscheiden. C. geraes heißt man die wellenförmigen, mit haarigen Grasarten bedeckten Fluren, die sich in ihrem Charakter den Pampas am meisten nähern. Die höher liegenden und daher trocknern Stellen derselben bezeichnet man als Taboleiras ("Tischplatten"), den Mesas von Venezuela entsprechend, und, wenn dieselben einen ausgeprägten plateauartigen Charakter annehmen, als Chapadas ("Hochebenen"). Wenn infolge lange anhaltender Dürre auf diesen Taboleiras und Chapadas den größten Teil des Jahrs alles Pflanzenleben erstirbt, dann bezeichnet man sie gemeinsam als Sertaos, eine Bezeichnung, die indes auch im allgemeinern Sinn auf alle menschenleeren Wildnisse Anwendung findet. Man unterscheidet ferner zwischen C. mimosas, die mit dichtem Grasteppich bekleidet sind, und C. agrestes, auf denen nur Büschelgras wächst. Ganz baumlos sind die C. aus weite Strecken nirgends; die dichtern Haine und Gehölze heißen Capoes, Carrascos und Catingas. In der trocknen Jahreszeit verbrannte Einöden, erscheinen die C. nach Eintritt der Regenzeit als schöne, mit Gras und Blumen bedeckte Fluren.

Campos, 1) Stadt im S. der span. Insel Mallorca (Balearen), Bezirk Manacor, mit (1878) 3981 Einw., welche sich mit Salzgewinnung beschäftigen; im S. davon die Mineralquellen von San Juan de C. oder Fonte Santa, an der Küste ein unbedeutender Hafen (Puerto de C.). -

2) (São Salvador dos Campos dos Goyta cazes) Stadt in der brasil. Provinz Rio de Janeiro, am Parahyba, 50 km oberhalb dessen Mündung, hat stattliche Häuser in den Hauptstraßen, schöne Kais, zu denen kleinere Seeschiffe gelangen können, 12 Kirchen, ein Hospital mit Findelhaus, mehrere höhere Schulen, ein Theater

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