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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Carabus; Caracálla; Carácas; Caracci; Caraccioli

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Carabus - Caraccioli.

Valencia und in den angrenzenden Gebirgsthälern lebte. Sie treiben hier vorzugsweise Ackerbau (Kaffee, Kakao, Zucker), an der Küste Seehandel. Hauptstadt ist Valencia, Hafenstadt Puerto Cabello.

Carabus, Laufkäfer; Carabidae (Laufkäfer), Familie aus der Ordnung der Käfer; s. Laufkäfer.

Caracálla (lat.), ein gallischer, bis auf die Knöchel reichender Kriegsmantel, vom Kaiser Caracalla auch bei den Römern eingeführt.

Caracalla, röm. Kaiser von 211 bis 217 n. Chr., hieß eigentlich M. Aurelius Antoninus Bassianus C., wurde als der älteste Sohn des Kaisers Septimius Severus und der Julia Domna 4. April 188 zu Lyon geboren und später mit dem Namen eines gallischen Gewandes, das er (196) unter das Volk verteilte, spottweise C. genannt. Im J. 196 wurde er von seinem Vater zum Cäsar, 198 zum Augustus ernannt. Als er von Eboracum (York), wo sein Vater 211 starb, nach Rom zurückgekehrt war, ließ er (212) seinen Bruder Geta, der mit ihm die Herrschaft teilen sollte, in der Umarmung seiner Mutter ermorden und mit ihm alle Anhänger desselben (angeblich 20,000), unter ihnen auch den berühmten Rechtsgelehrten Papinianus, weil er sich weigerte, den Brudermord vor dem Senat durch eine Rede zu entschuldigen. Hierauf trat er (213) an der Spitze des Heers, dem er auf alle Art schmeichelte und alles gewährte und verstattete, den seine ganze Regierung ausfüllenden Zug durch die Provinzen an, nicht um deren Verhältnisse zu ordnen, sondern um überall zu rauben und zu plündern. Er führte am Rhein und an der Donau Krieg mit den Germanen und Alemannen und begab sich von da nach Kleinasien, wo er sich längere Zeit in Nikomedia und Antiochia aufhielt. Von letzterm Ort begab er sich 215 auch nach Ägypten, wo er, durch Spöttereien der Ägypter gereizt, in Alexandria ein großes Blutbad anrichtete; 216 veranlaßte er durch das Vorgeben, eine Tochter des Partherkönigs heiraten zu wollen, eine friedliche Zusammenkunft mit den Parthern, ließ aber dieselben überfallen und niedermachen und einen Teil des parthischen Gebiets verwüsten und ausplündern. Hierauf rückte 217 ein großes parthisches Heer gegen ihn heran, und er selbst setzte sich gegen dasselbe in Bewegung, wurde aber an seinem Geburtstag zwischen Edessa und Carrä auf Anstiften des prätorischen Präfekten Opilius Macrinus ermordet. Für Rom, wo er während seines Zugs nur einige kurze Besuche machte, war seine Regierung eine Zeit der Erpressungen und Konfiskationen, deren er bedurfte, um die Ansprüche des Heers zu befriedigen. Auch die von ihm getroffene wichtige Maßregel, daß er allen freien Bewohnern das römische Bürgerrecht verlieh, hatte nur den Zweck, eine neue Geldquelle zu eröffnen, da die Provinzen infolge davon außer ihren sonstigen besondern Abgaben nun auch die Steuern der römischen Bürger bezahlen mußten. Unter den Bauten, die er in Rom errichtete, sind die mit zahlreichen Werken der Kunst geschmückten Thermen (Thermae Caracallae) außerhalb der Porta Capena, deren Reste zu den bedeutendsten Ruinen Roms gehören, berühmt (s. Tafel "Baukunst VI", Fig. 11).

Carácas (Bahia C.), Bai an der Küste des südamerikan. Staats Ecuador, bildet einen sichern Hafen, an der Mündung des Flusses C. oder Chonos 10 m tief.

Carácas, Bundeshauptstadt der südamerikan. Republik Venezuela, liegt unter 10° 31' nördl. Br., 67° 3' westl. L. v. Gr., 903 m ü. M., in einem schönen Thal am Rio Guaire und am Fuß des Monte Avila (2632 m), nur 15 km in gerader Linie vom Meer. Sie wurde 1567 gegründet und ist nach der Zerstörung durch ein heftiges Erdbeben im März 1812 regelmäßig wieder aufgebaut. Sie hat breite, rechtwinkelig sich schneidende Straßen und öffentliche Plätze, teilweise hübsch bepflanzt und alle mit Denkmälern berühmter Amerikaner, wie Bolivar (dem außerdem noch ein besonderes Panthéon gewidmet ist), Washington, Guzman Blanco u. a. Eine Wasserleitung, 45 km lang, versorgt die Stadt mit Wasser; die Straßen sind mit Gas beleuchtet, und Pferdebahnen erleichtern den Verkehr. Viele der Privathäuser sind nur einstöckig, aus ungebrannten Backsteinen erbaut, aber die namentlich in jüngerer Zeit errichteten öffentlichen Gebäude sind recht stattlich. Die vom Erdbeben verschonte Kathedrale ist ein schwerfälliger Bau mit dickem Turm an der Plaza de Bolivar, an der auch der Palacio de Justicia liegt. Nicht weit davon erheben sich das Capitolio, die Universität und der 1883 erbaute Ausstellungspalast (Palacio de artes y oficios). Bemerkenswert sind ferner: das "gelbe Haus" (Wohnung des Präsidenten), die Annakirche (eine Basilika) und die Kalvarienkapelle auf einer Anhöhe im W. der Stadt. C. hatte 1873: 60,010, 1883 aber 70,198 Einw. Die Industrie ist noch nicht sehr entwickelt, doch gab es 1884: 31 Töpfereien, 10 Seife- und Lichtefabriken, 28 Zigarren- und Tabaksfabriken, 2 Dampfsägemühlen, eine Brauerei, eine Papiermühle, 17 Druckereien. Große Schlächtereien liegen im O. der Stadt, ein Zentralmarkt im Innern. Eine 38 km lange Eisenbahn verbindet C. mit seinem Hafen La Guaira. An Wohlthätigkeitsanstalten sind zu erwähnen ein Armenhaus, 4 Krankenhäuser, ein Waisenhaus und öffentliche Bäder. Sehr zahlreich sind die Bildungsanstalten. Neben der Universität (mit Bibliothek von 30,000 Bänden) gibt es eine Kunstakademie, medizinische, rechtswissenschaftliche und mathematische Kollegien, eine polytechnische und eine Handwerkerschule, ein Lehrerseminar und 160 Schulen (mit 6175 Schülern). Ein 1874 gegründetes Nationalmuseum enthält eine naturhistorische und antiquarische Sammlung. Es erscheinen 21 Zeitungen und Zeitschriften. Für öffentliche Unterhaltung sorgen 2 Theater und ein Zirkus. Die städtischen Einnahmen beliefen sich 1883 aus 1,561,107 Frank. C. ist Sitz eines deutschen Konsulats. - Kolumbus entdeckte die Küste von C. 1498; es entstand dort eine kleine Kolonie, welche Karl V. 1526 als Lehen der Krone Kastilien dem Handelsherrn Welser zu Augsburg als Entschädigung für eine Anleihe erblich übergab. Die Welser behielten indes die Besitzung nur bis 1546. Die eigentliche Stadt entstand um 1570. Später war C. Hauptstadt eines spanischen Generalkapitanats und Sitz des Gouverneurs. Im Unabhängigkeitskrieg wurde die Stadt 29. Juli 1811 und wiederum, nachdem sie durch Bolivar befreit worden, 1814 von den Spaniern genommen. 1821 erfolgte ihre abermalige Befreiung, und C. bildete von da an bis 1831 einen Bestandteil des Freistaats Kolumbien, bis es 17. Nov. 1831 die Republik Venezuela bilden half, deren Hauptstadt es wurde. Die Stadt hatte wiederholt durch Erdbeben zu leiden; gänzlich zerstört wurde sie durch ein solches 26. März 1812, wovon Alex. v. Humboldt eine Beschreibung gegeben hat. An 12,000 Menschen kamen um.

Caracci (spr. -rattschi), ital. Maler, s. Carracci.

Caraccioli (spr. ráttscholi), eine der ältesten Adelsfamilien Neapels, griechischen Ursprungs. Als der Begründer ihres Ansehens und Reichtums wird Gianni C. genannt, der 1415 Sekretär der Königin Johanna II.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]