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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cara cognatio; Caracoles; Caractacus; Caradocsandstein; Caradosso; Caráfa; Caráffa; Caragana

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Cara cognatio - Caragana.

wurde, welche ihn zum Connetable, Herzog von Vicenza, Grafen von Avellino etc. erhob, aber zuletzt sich genötigt sah, seinem unbegrenzten Ehrgeiz Schranken zu setzen; er wurde 1432 getötet. Doch behielt die Familie große Besitzungen und hohe Würden. - Marino C., geb. 1468, wurde Protonotar Leos X. und ward von diesem 1518 nach Deutschland gesandt, um Luthers Auslieferung vom Kurfürsten Friedrich dem Weisen zu verlangen; er trat sodann in die Dienste Karls V. und vermittelte 1520 den Frieden mit dem Herzog von Mailand. Er wurde 1524 Bischof von Catania, Kardinal und starb 1538 als kaiserlicher Statthalter von Mailand. - Sein Sohn Galeazzo trat, von Valdes beeinflußt, zum Protestantismus über und lebte in Genf bei Calvin; starb daselbst 1586. - In den Memoiren des 18. Jahrh. vielgenannt ist Domenico C., neapolitan. Gesandter in Paris, Schön- und Freigeist, starb als Vizekönig von Sizilien 1789. - Francesco C., neapolitan. Admiral, kommandierte 1793 vor Toulon, trat 1798, vom Hof unwürdig behandelt, in die Dienste der Parthenopeischen Republik, wurde 1799, als Kardinal Ruffo sich Neapels bemächtigte, verhaftet und auf Befehl des englischen Admirals Nelson am Mastbaum eines seiner Schiffe aufgehängt. Die Familie C. teilt sich gegenwärtig in die zwei Hauptzweige Torella und Avellino.

Cara cognatio (lat.), Petri Stuhlfest (22. Febr.), an welchem sich eine Zeitlang die heidnische Sitte erhalten hatte, Speisen auf die Gräber der Verstorbenen zu tragen und zu opfern.

Caracoles, s. Antofagasta.

Caractacus, s. Caratacus.

Caradocsandstein, s. Silurische Formation.

Caradosso, ital. Goldschmied, s. Foppa.

Caráfa, Michele, Opernkomponist, geb. 28. Nov. 1785 zu Neapel, erhielt seine Ausbildung am dortigen Konservatorium della pietà dei Turchini durch Fenaroli sowie später, während eines Aufenthalts in Paris, durch Cherubini und begann schon früh zu komponieren. Doch widmete er sich zunächst der militärischen Laufbahn, bekleidete verschiedene Grade in der Armee Joachim Murats und machte 1812 als Ordonnanzoffizier desselben den russischen Feldzug mit. Erst 1814 fing er an, sich ausschließlich der Komposition zu widmen, und brachte von dieser Zeit an in seiner Vaterstadt sowie in Mailand, Rom, Wien und Paris eine Reihe von Opern auf die Bühne, unter welchen "Gabriele" (1816), "Le Solitaire" (1822), "Il Paria" (1825), "La Violette" (1827), "Masaniello" (als sein Hauptwerk betrachtet, 1828) und "La fiancée de Lammermoor" (1831) die bekanntesten sind. Von 1827 an lebte er dauernd in Paris, wurde 1837 Nachfolger Le Sueurs als Mitglied der Klasse der schönen Künste am Institut und wirkte zugleich als Kompositionslehrer am Konservatorium bis zu seinem Tod 26. Juli 1872. Carafas Musik zeichnet sich durch ungekünstelte Grazie und dramatische Wirksamkeit aus, doch mangeln ihr die Tiefe der Empfindung und Sorgfalt der Arbeit, welche nötig gewesen wären, um seinen Opern einen mehr als vorübergehenden Erfolg zu sichern.

Caráffa, altes, ausgebreitetes neapolitan. Adelsgeschlecht, dem Papst Paul IV. und mehrere Kardinäle angehörten, und das noch gegenwärtig in mehreren Linien blüht. Merkwürdig sind von dessen Gliedern: Oliviero, geb. 1406, ward Erzbischof von Neapel, 1467 Kardinal, erhielt 1472 als Admiral den Oberbefehl über eine vom Papst Sixtus IV. gegen die Türken ausgerüstete Flotte, mit welcher er 1472 Smyrna und den Hafen von Satalia in Afrika eroberte. Er starb 20. Jan. 1511 in Rom. - Giovanni Pietro ward 1555 als Paul IV. (s. d.) Papst. - Carlo, Kardinal, Neffe des Papstes Paul IV., geb. 1517 zu Neapel aus der erloschenen Linie der C. von Maddaloni (vgl. Reumont, Die C. von Maddaloni, Berl. 1851, 2 Bde.), focht unter dem Herzog von Parma in den Niederlanden, trat in den Malteserorden und wurde endlich von seinem Oheim zum Kardinal ernannt. Als Paul IV. die Familie Colonna ihrer Güter beraubte, um sie Carlo und dessen Brüdern, seinen Neffen, zuzuwenden, entbrannte ein Krieg zwischen Philipp II. von Spanien und dem Papst, welcher schließlich zu gunsten der C. beigelegt wurde. Paul IV. aber sah sich in der Folge genötigt, seine Neffen wegen Erpressungen aus Rom zu verbannen; sein Nachfolger Pius IV. ließ sie gefangen nehmen und den Kardinal 1561 erdrosseln. Vgl. G. Duruy, Le Cardinal Carlo C. (Par. 1883). - Antonio C., geb. 1538 zu Neapel, studierte in Padua die Rechte, wurde unter Pius V. Kardinal und Vorsteher der Kongregation zur Verbesserung des Bibeltextes und Interpretation der Beschlüsse des tridentinischen Konzils, später Bibliothekar Gregors XIII.; starb 1591. Er sammelte die päpstlichen Dekretalen und besorgte eine verbesserte Ausgabe der Septuaginta (Rom 1587; lateinisch von Flaminius Nobilius, das. 1588). - Geronimo, geb. 1564 zu Neapel, diente seit 1587 in den Niederlanden unter dem Herzog von Parma und zeichnete sich 1597 bei der Eroberung von Amiens aus, focht 1620 in der Schlacht am Weißen Berg und 1621 im Mailändischen, ward vom Kaiser zum Reichsfürsten sowie vom König von Spanien zum Vizekönig und Generalkapitän von Aragonien ernannt. Er starb in Genua als spanischer Generalleutnant 1633. - Antonio, Graf von C., trat in österreichische Dienste, ward 1665 Kämmerer, bald darauf Oberst und Inhaber eines Kavallerieregiments, sodann Wirklicher Geheimer Rat und Hofkriegsrat. Als Vorsitzender des in Eperies versammelten delegierten Gerichts, welches Tökölys Anhänger zur Rechenschaft ziehen sollte, machte er sich der unerhörtesten Grausamkeit und der unverschämtesten Erpressung schuldig, wurde zwar abberufen, aber vom Kaiser durch Verleihung des Ordens vom Goldenen Vlies geehrt und nach wie vor mit wichtigen Missionen, z. B. mit Übernahme des damals an Österreich fallenden Siebenbürgen, betraut. Später kämpfte er unter dem Herzog Karl von Lothringen gegen die Franzosen und starb 9. März 1693.

Caragana Lam. (Karagane, Erbsenstrauch), Gattung aus der Familie der Papilionaceen, niedrige oder baumartige Sträucher mit paarig gefiederten, meist gedrängt auf verkürzten Zweigen stehenden Blättern, bisweilen mit stechenden Nebenblättern, meist gelben, einzeln, zu zwei oder drei an der Basis der Blattbüschel hervorkommenden Blüten und stielrunden Früchten. 15 nordasiatische Arten. C. arborescens L. (große Karagane), einer unsrer schönsten Ziersträucher mit hautartigen, vielpaarigen, länglichen Blättchen und oft harten, bisweilen etwas stechenden Nebenblättern, wird 2,5-3,5 m hoch, wächst sehr buschig, leidet nie durch den Frost und eignet sich auch zu Hecken (Rußland, Ostseeprovinzen). Er ist in Sibirien heimisch, wo die Samen gegessen und als Futter für Geflügel (daher Taubenerbsen) benutzt werden; auch das Holz ist brauchbar. Andre Arten aus Südrußland, China, Sibirien und dem Himalaja, wie C. jubata Poir. mit weißen und C. Chamlagu Lam. mit gelben und roten Blüten, werden gleichfalls als Ziersträucher kultiviert.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]