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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Carea; Carême; Carena; Carentan; Carentia; Caret; Carette; Carew; Carex

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Carea - Carex.

den Römern vielen andern Städten Italiens aufgezwungen wurde, wird daher häufig als Cäritisches Recht bezeichnet. C. verlor mit der Zeit seinen Wohlstand und blieb unbedeutend. Erst in der Kaiserzeit gelangte es wieder zu einiger Blüte durch seine Warmbäder, die unter dem Namen Bagni del Sasso noch jetzt im Gebrauch sind. Seit dem 4. Jahrh. hatte es seine eignen Bischöfe und verfiel erst im 13. Jahrh. gänzlich. Jetzt steht Cervetri (aus Caere vetus entstanden), ein malerisch am Berghang gelegenes Dorf mit einem Palast der Ruspoli (die sich "Fürsten von Cervetri" nennen), an Stelle des alten C. Demselben nordwestlich gegenüber, aus dem Hügel La Banditaccia, wurde 1536 die äußerst merkwürdige Nekropolis der alten Tyrrhenerstadt aufgefunden. Sie enthält Reihen von Grabkammern in niedern Felsen, selten über 4 m hoch, ohne architektonische Fassaden, dem etruskischen Wohnhaus nachgebildet und mit häuslicher bequemer Einrichtung, meist ein großer Zentralraum, auf den sich Nebenkammern öffnen, mit Steinbänken für die Toten längs der drei Seiten, die Decken mit flachen Giebeln (vgl. Abbildung). Merkwürdig besonders das Grab der Tarquinier (Tarchnas) und die Grotta dei Rilievi. Im übrigen ist von den Mauern und Bauwerken der alten Stadt wenig mehr vorhanden. Vgl. Dennis, Cities and cemeteries of Etruria (2. Aufl., Lond. 1878).

^[Abb.: Etruskische Grabkammer bei Cervetri (Cäre).]

Carea, lat. Name für Chieri.

Carême (franz.), Fastenzeit, besonders der Fastnachtsdienstag; auch Titel für eine Folge von Fastenpredigten, z. B. Le petit c. und Le grand c., berühmte Sammlungen von Fastenpredigten Massillons, die für Ludwig XV. bestimmt waren.

Carême, Maria Antonin, franz. Kochkünstler und Schriftsteller, geb. 1784 zu Paris, gest. 1833 daselbst. Er schrieb: "Le pâtissier pittoresque"; "Les déjeuners de l'empereur Napoléon"; "Le maître d'hôtel français, ou parallèle de la cuisine ancienne et moderne" (2 Bde.); "L'art de la cuisine française aux XIX. siècle" u. a. Eine hervorragende Rolle spielte C. auf dem Wiener Kongreß.

Carena (mittellat.), s. Karene.

Carentan (spr. -rangtang), Stadt im franz. Departement Manche, Arrondissement St.-Lô, liegt zwischen der Taute und Douve, nahe dem Meer, am Kanal von der Vire zur Douve und an der Eisenbahn nach Cherbourg, hat einen Hafen, ein altes, interessantes Schloß, Fischerei und Gerberei, Handel mit Wein, Branntwein und Vieh und (1876) 2772 Einw. Die Reste der alten Befestigungen wurden 1853 geschleift.

Carentia (lat., Karenz), Entbehrung; annus carentiae, Jahr, für welches einem Pfründner oder Beamten sein Einkommen ganz oder zum Teil entzogen wird. Vgl. Karenzzeit.

Caret (lat.), es mangelt, fehlt; vgl. Vacat.

Carette, s. Schildkröten; auch s. v. w. Schildpatt.

Carew (spr. kárju oder käruh), John, engl. Bildhauer, geb. 1785, arbeitete in der ersten Zeit seiner Wirksamkeit nur für Richard Westmacott, bis ihn 1823 Graf Egremont engagierte und fast ausschließlich bis 1837 beschäftigte. Seine erste Arbeit von Bedeutung war eine Arethusa mit dem Hund, in Marmor. Ferner fertigte er für die Westminsterhalle das Denkmal des Schauspielers Kean, als Hamlet Yoricks Schädel betrachtend. Auf der Ausstellung von 1845 sah man einen Falkenjäger. Unter seinen Reliefs zeichnen sich aus das mit dem barmherzigen Samariter sowie die am Denkmal Nelsons. Er starb 30. Nov. 1868.

Carex L. (Riedgras, Segge), Gattung aus der Familie der Cyperaceen, enthält mehr als 400 Arten ausdauernder, grasartiger Kräuter, die meist den kalten und gemäßigten Zonen angehören. Sie sind bald von dicht rasenförmigem Wuchs, bald mit kurz oder lang kriechenden, oft sehr verästelten oder Ausläufer treibenden Rhizomen. Die knotenlosen, markigen blühenden Halme sind aufrecht, mehr oder minder dreikantig, abwärts an den Kanten meist von kleinen Zähnen rauh, selbst schneidend wie auch die schmalen, lang zugespitzten Blätter. Die Blüten sind getrennten Geschlechts, stehen zusammen, gemischt, in einer Ähre oder in Ährchen gesondert oder in besondern Ähren. Die Frucht ist eine Schließfrucht, deren Same nicht wie bei den Gräsern mit der Fruchthülle verwachsen ist. Die Riedgräser wachsen überall auf morastigen, sogen. sauren Wiesen und geben für die Tiere meist ungenießbares (saures) Gras. Einige mit kriechenden Wurzeln versehene Arten dienen zur Befestigung sandigen und sumpfigen Bodens, wie besonders C. arenaria L. (Sandriedgras, Sandsegge, rote Quecke, deutsche Sassaparille), mit über fußhohem Halm und mit kriechendem, sich weithin verbreitendem Wurzelstock, der 3-5 cm auseinander liegende, nur wenig verdickte, spärlich bewurzelte Knoten zeigt, woran trockne, häutige Blattscheiden und haardünne Wurzelfasern sitzen, wächst

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]