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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Carvalho-Miolan; Carver; Carvin; Cary; Carya; Caryocar

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Carvalho-Miolan - Caryocar.

sterium. Er brachte die Expedition des Herzogs von Terceira nach Algarve zu stande, welche für die Sache Dom Pedros entscheidend wurde, und bewirkte die Befreiung Portugals von Dom Miguel. Als Finanzminister machte er sich durch eine Reihe von Reformen sehr verdient und stellte den Staatskredit wieder her. Als er mitten im glücklichsten Streben für Portugals Wiederaufblühen durch Intrigen im November 1835 mit dem Ministerium Saldanha gestürzt wurde, verminderte sich sofort der Staatskredit, die Fonds sanken, und man mußte wenige Monate nachher C. abermals die Finanzen übergeben. Als die Revolution vom 10. Sept. 1836 zu gunsten der Konstitution von 1820 ihn wieder stürzte, zog er sich von den öffentlichen Angelegenheiten zurück, beteiligte sich aber bei der unglücklichen Gegenrevolution vom 4. Nov. 1836, mußte nach England fliehen und kehrte erst auf die von der Königin ausgesprochene Amnestie hin nach Portugal zurück. Obgleich verleumdet und von der Menge sogar am Leben bedroht, hielt C. furchtlos in Portugal aus, war an der Herstellung der Pedristischen Charte durch die Empörung zu Oporto 1842 beteiligt und trat wieder in den Staatsrat. Er starb 3. Febr. 1845.

Carvalho-Miolan (spr. -walju), Marie Carolina genannt Felix Miolan, ausgezeichnete franz. Sängerin, geb. 31. Dez. 1827 zu Marseille, bildete sich 1843-47 unter Duprez am Konservatorium zu Paris aus und wirkte als Sopransängerin und Darstellerin lyrischer Partien 1849-54 an der Opéra-Comique daselbst. Im J. 1853 vermählte sie sich mit dem Opernsänger Léon Carvaille, genannt C., der nacheinander die Direktion des Théâtre lyrique, des Vaudeville und endlich 1876 die der Opéra-Comique übernahm. Nachdem Madame C. in Paris den reichsten Beifall geerntet hatte, ging sie 1860 nach London, gastierte dann auf längern Reisen im Konzertsaal wie auf der Bühne und trat 1868 bei der Großen Oper ein, welche sie nach zwei Jahren abermals verließ, um wiederum sehr erfolgreiche Gastreisen zu machen, sang 1872 an der Opéra-Comique und kehrte 1875 zur Großen Oper zurück. Vgl. Spoll, Mad. C., notes et souvenirs (Par. 1885).

Carver (spr. kärwer), Jonathan, engl. Reisender, geb. 1732 zu Stillwater in Connecticut, nahm bis 1762 an den Feldzügen der Engländer teil, welche das Schicksal Kanadas entschieden, bereiste 1766-68 das Innere Nordamerikas bis zu den Anthonyfällen des Mississippi und wandte sich dann nach London, wo er die Beschreibung seiner über 5200 km umfassenden Reise unter dem Titel: "Travels through the interior parts of North America" (1778) veröffentlichte, die indessen erst nach seinem Tod Beachtung fand. C. starb in London arm, verkannt und vergessen 31. Jan. 1780.

Carvin (C. Epinay, spr. karwäng epinäh), Stadt im franz. Departement Pas de Calais, Arrondissement Béthune, Station der Nordbahn (Paris-Lille), mit (1876) 6176 Einw., betreibt Fabrikation von Zucker, Öl, Branntwein, Stärke etc., Leinweberei, Gießerei und unterhält lebhafte Vieh- und Getreidemärkte. In der Nähe Steinkohlengruben.

Cary, Alice, nordamerikan. Dichterin, geb. 26. April 1820 im Miamithal bei Cincinnati, lebte seit 1850 in New York und starb 12. Febr. 1871 daselbst. Von ihren durch Natürlichkeit und Anmut ausgezeichneten Dichtungen, Romanen und Schilderungen nennen wir: "Clovernook papers" (1850-53, 2 Tle.) und "The clovernook children" (1854); "Hagar, a story of today" (1852); "Lyra, and other poems" (1853, 2. Aufl. 1855); "Pictures of country life" (1859); "Lyrics and hymns" (1866) etc. - Auch ihre Schwester Phöbe C., geb. 4. Sept. 1824, gest. 31. Juli 1871 in Newport (Rhode-Island), hat sich mit Glück als Dichterin versucht ("Poems of Alice and Phoebe C.", 1849; "Poems of faith, hope and love", 1869). Die "Poetical works" beider Schwestern erschienen gesammelt New York 1882. Vgl. Ames, Memorial of Alice and Phoebe C. (New York 1873).

Carya Nutt. (Hickorynuß), Gattung aus der Familie der Juglandeen, hohe Bäume mit unpaarig gefiederten Blättern, in seitenständige Ähren gestellten männlichen und einzeln stehenden weiblichen Blüten und vierklappiger Steinfrucht, die eine ungenießbare fleischige Hülle und eine meist wohlschmeckende Nuß enthält. Sie bilden stattliche Waldbäume mit zähem, schwerem Holz, welches als Hickoryholz vielfache Verwendung, namentlich in der Möbeltischlerei, findet. C. olivaeformis Marsh. (C. illinoensis Wangenh.), ein 20-25 m hoher Baum in den mittlern Staaten Nordamerikas, mit 46 cm langen, gefiederten Blättern und länglich vierkantigen, in vier Klappen zerfallenden Früchten mit ziemlich harter Nußschale. Die Früchte (Pekannüsse, Illinoisnüsse), deren Kern sehr schmackhaft ist, bilden einen bedeutenden Handelsartikel und kommen auch nach Europa. Das daraus gewonnene Öl wird in Amerika in der Medizin und Haushaltung wie unser Nußöl gebraucht. C. alba Mill. (weiße Hickory), ein 25-30 m hoher Baum in den östlichen und mittlern Staaten Nordamerikas, mit bis 52 cm langen Blättern und ziemlich großen, rundlichen Früchten mit einer Schale, deren Klappen sich nur bis zur Mitte lösen; Nußschale und Scheidewände sind sehr stark. Die Früchte werden wegen des schwierig herauszubekommenden, sonst aber wohlschmeckende Kerns Vexiernüsse (Mockernuts) genannt. Das Holz ist minder fein als unser Nußholz, hart, schwer, wenig glänzend, aber zäh und dauerhaft. C. ovata Mill. (echte Hickory), aus den östlichen Staaten Nordamerikas, mit sehr großen, 21-23 cm langen Blättchen, trägt eine ziemlich große, vierfurchige Frucht mit völlig sich lösenden Klappen, etwas zusammengedrückter Nuß, welche als Hickory in den Handel kommt und gern gegessen wird. Bittere Nüsse tragen C. aquatica Nutt. und C. amara Nutt., beide in Nord- und Südcarolina und Georgia. Die Hickoryarten sind sehr raschwüchsig und zur Anpflanzung bei uns zu empfehlen.

Caryocar L. (Mandelahorn), Gattung aus der Familie der Ternströmiaceen, südamerikanische Bäume mit immergrünen, gegenständigen, dreizähligen oder gefingerten Blättern, in Trauben stehenden Blüten und großen, aus vier verwachsenen Nüssen bestehenden Früchten. C. butyrosum Willd. (Pekea butyrosa Aubl., Butterahorn), mit weißen, in Büscheln vereinigten Blüten, trägt pflaumenartige, walnußgroße Früchte mit gelbem, butterartigem Fleisch und nierenförmigen, borstigen Nüssen mit süßem, sehr schmackhaftem Kern, die einen bedeutenden Handelsartikel bilden (Pekeanüsse); der Baum findet sich in Guayana und Brasilien häufig in den Wäldern, wird aber auch angepflanzt und hat rötliches, hartes, zum Schiffbau taugliches Holz. C. glabrum Pers., mit hühnereigroßen Pflaumenfrüchten mit grünlichem, süßem Mus, das wie Butter zergeht, und sehr harten, borstigen Nüssen mit schmackhaftem, Öl gebendem Kern, die ebenfalls in den Handel kommen, findet sich in den Wäldern Guayanas und wird auch angepflanzt C. amygdaliferum Cav., mit grünlich-^[folgende Seite]

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