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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Causa cognita - Cauterets.

Strafsache; c. connexa, zusammenhängende, dazu gehörige Sache; c. denegatae justitiae, Klagsache wegen verweigerter Rechtspflege; c. divortii, Ehescheidungssache; c. ecclesiastica, geistliche oder kirchliche Sache; c. efficiens, wirkende Ursache; c. exhereditationis, Enterbungsgrund; c. feudalis, Lehnssache; c. finalis, Endursache; c. impulsiva, Beweggrund; c. justa, gerechte Ursache; c. justa litigandi, gerechte Ursache zum Streit (Prozeß); c. legitima, gesetzmäßige Ursache; c. lucrativa, eine einträgliche, gewinnbringende Sache; c. matrimonialis. Ehesache; c. minuta, Bagatellsache; c. morbi, Krankheitsursache; c. mortis, Todesursache; c. petendi, Klagegrund; pia c., eine milde Stiftung, d. h. eine Stiftung für irgend einen frommen oder gemeinnützigen Zweck, welche die Rechte der juristischen Persönlichkeit genießt; c. possessionis, der rechtliche Grund, aus dem der Besitzwille beruht (Titel des Besitzes), wonach man einen rechtmäßigen und unrechtmäßigen, einen Usukapions- und bloßen Interdiktenbesitz unterscheidet; c. praegnans, dringende Ursache; c. praeparatoria, als Vorbereitung der Hauptsache vorhergehende Sache; c. praepollens, überwiegender Grund; c. prima, Grundursache; c. probabilis, wahrscheinliche, glaubliche, beweisbare Sache; c. protractae justitiae, Klage wegen Rechtsverzögerung; c. proxima, nächste Ursache; c. pupillaris, Sache eines Unmündigen, Waisensache; c. remota, entfernte Ursache; c. separata, eine besondere Sache; c. sufficiens, ein hinreichender Grund.

Causa cognita (lat.), nach Untersuchung der Sache; Gegensatz: c. incognita, ohne solche.

Causae cognitio (lat.), die vom Richter vorgenommene Untersuchung, Prüfung und Erörterung einer Sache. Dann überhaupt die von einer dazu berufenen Person oder Körperschaft vorgenommene Untersuchung einer Angelegenheit.

Causarum patronus (lat.), Anwalt.

Cause célèbre (franz., spr. kohs' sselähbr), merkwürdiger Rechtsfall, Aufsehen erregender Prozeß etc.

Causerie (franz., spr. kohs'rih), Plauderei, anmutige, leichte Unterhaltung; causeur, Plauderer, Schwätzer; causeuse, Schwätzerin, auch kleines Sofa für zwei Personen.

Causeway (engl., spr. kahs'we), erhöhter (chaussierter) Weg, Trottoir; Anlegeplatz für Boote am Flußufer.

Caussade (spr. kohssad), hübsch gebaute Stadt im franz. Departement Tarn-et-Garonne, Arrondissement Montauban, am Candé und an der Eisenbahn Cahors-Montauban, mit interessanten Häusern aus dem 13. und 14. Jahrh., Fabrikation von Strohhüten, Serge, Kalköfen, Handel mit Getreide, Trüffeln und Federvieh und (1876) 2438 Einw.

Causses (spr. kohß, v. lat. calx), Hochflächen, zu welchen sich die Cevennen im SW. verbreitern, in den franz. Departements Aveyron und Lozère. Sie bestehen aus fast horizontalen Schichten Jurakalk, haben eine mittlere Höhe von 900 m, sind wasserlos, weil die Meteorwasser von dem porösen Stein aufgesogen werden, darum arm an Vegetation, namentlich ohne Bäume, und dünn bevölkert, aber der Weideplatz der Schafherden, welche den berühmten Roquefortkäse liefern. Durch 200-300 m tief eingeschnittene Schluchten, deren Grund stets wasserreiche Flüsse bilden, wird die ganze Kalkplatte in mehrere Stücke zerschnitten, das südlichste Causse von Larzac, dann zwischen den Schluchten des Tarn und der Dourbie Causse Noir, weiter nördlich, von Erosionsschluchten der Flüsse fast abgeschlossen, Causse Méjean und zwischen Tarn und Lot Causse de Sauveterre.

Caussin de Perceval (spr. kohssäng d'perßwall), 1) Jean Jacques Antoine, franz. Orientalist, geb. 24. Juni 1759 zu Montdidier, Schüler von Cardonne und Deshauterayes, erhielt an des letztern Stelle 1782 die Professur des Arabischen am Collège de France, war 1787-90 nebenbei Konservator der Manuskripte an der königlichen Bibliothek, wurde 1809 Mitglied des Instituts, 1816 der Akademie der Inschriften und starb 29. Juli 1835. C. übertrug aus dem Arabischen: "Histoire de la Sicile sous la domination des Musulmans", nach Howairi (Par. 1802); "Suite des Mille et une nuits" (das. 1806, 2 Bde.); die "Tables astronomiques" des El Yunis. Außerdem gab er die Makamen des Hariri (Par. 1818), die Fabeln des Lokman (1818), die sieben "Moallakat" u. a. heraus. Auch eine Übersetzung der "Argonautica" des Apollonios (1796) von C. liegt vor.

2) Armand Pierre, Sohn des vorigen, ebenfalls bekannter franz. Orientalist, geb. 11. Jan. 1795 zu Paris, bereiste seit 1817 die asiatische Türkei, wo er ein Jahr lang unter den Maroniten des Libanon zubrachte, und wurde nach seiner Rückkehr 1821 zum Lehrer des Vulgär-Arabischen an der Schule der orientalischen Sprachen zu Paris, darauf 1833 zum Professor der arabischen Sprache und Litteratur am Collège de France und 1849 zum Mitglied der Akademie ernannt. Er starb 15. Jan. 1871 in Paris. Sein Hauptwerk ist der ausgezeichnete, mit Benutzung zahlreicher Manuskripte der kaiserlichen Bibliothek zu Paris abgefaßte "Essai sur l'histoire des Arabes avant l'Islamisme" (Par. 1847-49, 3 Bde.). Frühere Publikationen von ihm sind: "Précis historique de la guerre des Turcs contre les Russes 1769-74" (nach dem türkischen Historiker Vassif Efendi, 1822); "Précis historique de la destruction du corps des janissaires par le sultan Mahmoud en 1826" (aus dem Türkischen 1833) und die "Grammaire arabe vulgaire" (1824; 4., mit dem "Dictionnaire français-arabe" von E. Bochthor vermehrte Auflage 1858).

Caustica (lat.), s. Ätzmittel.

Causticum lunare, veralteter Name für Höllenstein; C. Landolfi, Ätzpasta aus Chlorzink, Chlorbrom und Chlorantimon, wirkt sehr schmerzhaft.

Cautela (lat.), Vorsicht, Umsicht; s. Kautel.

Cauterets (spr. kot'rä), berühmtes Pyrenäenbad im franz. Departement Oberpyrenäen, Arrondissement Argelès, 8 km von der Endstation Pierrefitte der von Lourdes kommenden Zweigbahn, im tief eingeschnittenen Thal Laverdan, das vom Gave de C. durchströmt wird. Der schöne, modern gebaute Ort liegt 992 m ü. M. und beherbergt außer 1611 ständigen Einwohnern alljährlich nahezu 16,000 Kurgäste. Die Schwefelquellen von C. sind die ergiebigsten in den Pyrenäen und rivalisieren hinsichtlich ihrer Wirksamkeit mit denjenigen von Barèges, St.-Sauveur und Eaux Bonnes, inmitten deren sie liegen. 22 weithin zerstreute Quellen in neun Etablissements geben zusammen innerhalb 24 Stunden die ungeheure Quantität von 1½ Mill. Lit. Mineralwasser. Eine Gesellschaft reicher Kapitalisten hat 1868 die Wässer auf 30 Jahre gepachtet und führt große Arbeiten aus. Die Temperatur der Quellen variiert zwischen 16 und 55° C. Die Heilwirkung der Schwefelquellen von C. äußert sich besonders bei chronischen katarrhalischen Affektionen der Schleimhäute, Skrofeln, Rheumatismen, Hautleiden und zahlreichen andern Krankheiten. Doch locken auch die großartige Gebirgsnatur und die Gelegenheit zu den lohnendsten Exkursionen viele Fremde an. Das Klima von C. mit seiner ge-^[folgende Seite]

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