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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cavourkanal; Cavriana; Cawdor; Cawnpore; Caxias; Caxton; Cayambe; Cayenne

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Cavourkanal - Cayenne.

fidardo (18. Sept. 1860) eroberten und den Rest des südlichen Königreichs besetzten, das nun auch mit Sardinien vereinigt wurde. Mehrere Mächte erhoben gegen dieses revolutionäre Vorgehen heftigen Protest, auch Frankreich rief seinen Gesandten von Turin ab. Allein C. ließ sich nicht mehr beirren. Auf den 18. Febr. 1861 ward das italienische Parlament zusammenberufen, einige Tage darauf Viktor Emanuel als König von Italien proklamiert. Nur Rom und Venedig fehlten dem neuen Reich noch. Über das erstere, welches von der nationalen Partei als Hauptstadt des Königreichs verlangt wurde, sprach sich C. 26. März in den Kammern aus, gab seiner Hoffnung auf friedliche Auseinandersetzung mit dem Papst Ausdruck und ermahnte zu Geduld und Mäßigung. Er vertraute auf den Sieg des Grundsatzes, den er noch auf dem Sterbebett aussprach: "Freie Kirche im freien Staat". Nicht lange darauf erkrankte er und starb 6. Juni 1861, von Piemont und ganz Italien aufs tiefste betrauert. Er war der größte Staatsmann Italiens seit Jahrhunderten. Das Werk, das sein Genie geschaffen, überdauerte seinen Tod und erreichte wenige Jahre nachher seine Vollendung in seinem Sinn, ein Beweis für den Scharfblick, die Staatskunst und die Schöpferkraft seines Gründers. In Turin wurde ihm auf der Piazza Carlo Emanuele 1873 ein großes Monument von Duprés Meisterhand (fünf Marmorstatuen und Bronzereliefs enthaltend) errichtet; auch in Rom wird ihm ein Denkmal gesetzt. Die "Discorsi parlamentari del conte Camillo di C." gab Massari heraus (Turin 1863 ff., 12 Bde.); "Lettere edite ed inedite del conte C. 1821-61" veröffentlichte L. Chiala (das. 1883-84, 4 Bde.; deutsch, Leipz. 1884 ff.), bisher unbekannte Briefe Cavours an Emanuel d'Azeglio aus den Jahren 1852-61 Bianchi (1885). Vgl. die Biographien Cavours von Massari (deutsch von E. Bezold, Leipz. 1874) und Mazade (Par. 1877).

Cavourkanal, großer Bewässerungskanal in Piemont, der vom Po unterhalb Turin bis Chivasso abzweigt, zahlreiche Alpenflüsse, darunter die Dora Baltea und Sesia, überschreitet und, 82 km lang, bei Galliate in den Ticino mündet; er wurde von englischen Konzessionären 1863-65 mit einem Kostenbetrag von 44,4 Mill. Lire hergestellt.

Cavriana, Dorf in der ital. Provinz Mantua, Distrikt Castiglione, mit (1881) 1028 Einw., denkwürdig als Hauptquartier Napoleons III. während der Schlacht von Solferino 1859.

Cawdor (spr. kahdor), Dorf, 7 km von Nairn (Schottland), mit Schloß aus dem 15. Jahrh., an Stelle desjenigen gebaut, in welchem Macbeth den König Duncan ermordet haben soll. Unfern der Loch of the Clans, ein kleiner See mit Pfahlbauten (Crannoges).

Cawnpore (spr. kahn-), Stadt, s. Khanpur.

Caxias (spr. kaschias), 1) (C. das Aldeas Altas) Stadt in der brasil. Provinz Maranhão, am schiffbaren Itapicuru, 300 km oberhalb dessen Mündung, ein betriebsamer Ort in fruchtbarer Gegend (viel Baumwollbau), mit Theater und etwa 10,000 Einw. - 2) Bedeutendste ital. Kolonie in der brasilischen Provinz Rio Grande do Sul, 1875 gegründet, 1884 bereits mit 13,680 Einw., die Mais, Bohnen, Roggen, Hafer und namentlich Wein bauen und außerdem Viehzucht treiben.

Caxias (spr. kaschias), Luis Alvez de Lima, Herzog von, brasil. Marschall, geb. 1803 zu Rio de Janeiro, trat in die dortige Militärschule ein, wurde Offizier, zeichnete sich bald auch im Gebiet der Verwaltung aus, war nacheinander Präsident verschiedener Provinzen und wurde 1851 Oberbefehlshaber der brasilischen Armee im Krieg mit dem argentinischen Diktator Rosas. Er entsetzte das belagerte Montevideo, gewann den Sieg bei Monte-Caseros und zwang Rosas zur Flucht. Bei seiner Rückkehr erhielt er vom Kaiser den Rang eines Marschalls und den Titel Marquis. Die Stelle eines Kriegsministers und Ministerpräsidenten bekleidete er sodann zweimal. In dem Krieg, welchen Brasilien in Verbindung mit der Argentinischen Republik und mit Uruguay gegen die Republik Paraguay unter dem Präsidenten Lopez führte, erhielt C. 1866 zuerst den Oberbefehl über die brasilische Land- und Seemacht, darauf 1868 das Kommando über sämtliche Streitkräfte der drei verbündeten Staaten, welches bisher der den Anforderungen nicht gewachsene argentinische Präsident Mitre innegehabt hatte. Jetzt erst kam mehr Energie in die Kriegführung, welche jedoch durch die Naturverhältnisse, durch die ungeheuern Entfernungen und die Hartnäckigkeit des Gegners eine äußerst schwierige ward. Nach langen Kämpfen, unter welchen der vom 13. Juli 1868 große und nutzlose Verluste nach sich zog, wurde die Festung Humaita zur Kapitulation (5. Aug. 1868) gezwungen. Dem nach Asuncion zurückgehenden Lopez folgte C., verdrängte ihn im Dezember aus seiner festen Stellung bei Villeta und Lomas-Valentinas, zwang die Garnison von Angostura zur Kapitulation (30. Dez.) und besetzte im Januar 1869 Asuncion, die Hauptstadt des Landes. Trotz dieser entschiedenen Erfolge wurde C. der Oberbefehl, wie es hieß aus Gesundheitsrücksichten, abgenommen und Graf von Eu, ein Sohn des Herzogs von Nemours und Schwiegersohn des Kaisers von Brasilien, damit betraut. C. wurde zur Belohnung für seine Verdienste zur Herzogswürde erhoben und 1873 zum Vizepräsidenten des "höchsten Militärtribunals" ernannt. 1875 bis 1878 stand er an der Spitze eines konservativen Ministeriums und starb 8. Mai 1880.

Caxton (spr. käckst'n), William, erster Buchdrucker Englands, geboren um 1421 in der Grafschaft Kent, erhielt seine Erziehung zu London und widmete sich daselbst dem Kaufmannsstand, begab sich aber bald nach 1441 auf den Kontinent, wo er sich zumeist in Holland und Flandern aufhielt. 1464 erhielt er von Eduard IV. den Auftrag, einen zwischen diesem Herrscher und Philipp dem Guten von Burgund früher abgeschlossenen Handelsvertrag zu konfirmieren und zu verlängern, und erscheint alsdann im Gefolge Margaretes, der Schwester Eduards und Gemahlin Karls des Kühnen. In dieser Stellung wurde er mit der damals noch neuen Buchdruckerkunst vertraut, erlernte sie selbst zu Brügge (oder Köln) und verpflanzte sie um 1476 nach England, wo er sie bis zu seinem Tod (1491) ausübte. Vgl. Blades, The life and typography of William C. (2. Aufl., Lond. 1881). S. Buchdruckerkunst, S. 555.

Cayambe (C. urcu, auch Cerro blanco), ein mächtiger, schneebedeckter Gipfel der Kordillere von Quito, in der Republik Ecuador nordöstlich der Stadt Quito gelegen, 5840 m hoch. An seinem Fuß gewahrt man Ruinen eines Tempels u. alter Inkabefestigungen.

Cayambe, hübscher Ort in der Provinz Pichincha der südamerikan. Republik Ecuador, beim nördlichen Endpunkt des 1743 gemessenen Grades, 0° 1' 35'' nördl. Br., 80° 24' 8'' westl. L. v. Paris, 2852 m ü. M.

Cayenne (spr. kajenn), Hauptstadt von Französisch-Guayana in Südamerika, auf einer Insel an der Mündung des gleichnamigen Flusses unter 5° nördl. Br. gelegen, ist durch ein Fort und Batterien befestigt

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]