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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: C dur; Cazorla; Cazot; Cazotte; Cazuéla; cbm; ccm; Cd; Ce; Ceadmon; Cean-Bermudez; Ceanothus; Ceará

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Cazorla - Ceará.

Cazorla, Bezirksstadt in der span. Provinz Jaen, mit (1878) 6651 Einw. Danach ist benannt die Sierra de C., ein wald- und wasserreicher Gebirgszug mit den Quellen des Guadalquivir.

Cazot (spr. -soh), Théodore Joseph Jules, franz. Minister, geb. 11. Febr. 1821 zu Alats (Gard), studierte in Paris die Rechte, gab einige Jahre repetitorischen Unterricht in der Jurisprudenz und ließ sich dann als Advokat nieder; er trat in mehreren politischen Prozessen auf. 1848 begab er sich in sein Heimatsdepartement und wirkte eifrig für republikanische Ideen. Sein Protest gegen den Staatsstreich von 1851 hatte seine Internierung in Montpellier zur Folge. Seit 1859 Advokat in Nîmes, bekämpfte er bei den Wahlen, freilich erfolglos, das Kaiserreich. Nach dem 4. Sept. 1870 wurde er von Gambetta zum Generalsekretär im Ministerium des Innern ernannt und zuerst als dessen Vertreter der Delegation in Tours beigegeben; darauf war er unter Gambetta für die Organisation der nationalen Verteidigung eifrig thätig. Am 2. Juli 1871 wurde er im Departement Gard zum Mitglied der Nationalversammlung gewählt, in der er sich dem Republikanischen Verein anschloß, und Ende 1875 zum lebenslänglichen Senator ernannt. Ende 1879 übernahm er im Kabinett Freycinet das Justizministerium mit der Aufgabe, den Richterstand von den klerikalen und monarchistischen Elementen zu reinigen, und blieb in diesem Amt auch unter Ferry und Gambetta bis 1882, ohne indes das Gesetz über die Reform des Richterstandes zum Abschluß zu bringen. 1883 zum Präsidenten des obersten Gerichtshofs ernannt, mußte er 1884 wegen Beteiligung an schwindelhaften Gründungen seine Entlassung nehmen.

Cazotte (spr. -sott), Jacques, franz. humoristischer Erzähler, geb. 1720 zu Dijon, wurde bei der Marineverwaltung angestellt und als Kontrolleur nach Martinique gesandt. Nach seiner Rückkehr lebte er als Privatmann, hochgeachtet als liebenswürdige und geistreicher Gesellschafter, trat dann zur Sekte der Martinisten über und wurde 10. Aug. 1792 gefangen gesetzt. Der Mut seiner Tochter vermochte ihm nur für wenige Tage das Leben zu fristen, er ward 25. Sept. 1792 guillotiniert. Schon früh hatte er angefangen, Fabeln, Märchen und Lieder zu dichten. Berühmt wurde er durch das Schlummerlied ("Tout au beau milieu des Ardennes"), welches er für die Amme des Herzogs von Burgund dichtete, und das in ganz Frankreich gesungen wurde. Dieser Erfolg wurde noch übertroffen durch den seiner beiden Hauptwerke: "Ollivier" (Par. 1762, 2 Bde.), eines in Ariosts Manier geschriebenen Rittergedichts, und "Le diable amoureux" (das. 1772), eines höchst originellen Märchens in spanischem Gewand, welches wegen seiner witzigen, lebendigen Darstellung und natürlichen Anmut seinen Leserkreis bis in die neueste Zeit bewahrt hat. Seine große Gewandtheit im Versemachen bewies er dadurch, daß er in einer Nacht einen siebenten Gesang zu Voltaires "Guerre civile de Genève" dichtete und zwar so genau in Voltaires Manier, daß er ganz Paris täuschte. Solche Kraftproben aber schadeten dem Wert seiner Dichtungen. Von seinen übrigen Schriften sind zu erwähnen: die sehr hübsche Erzählung "Le Lord impromptu" (Par. 1771) und die mit Hilfe des arabischen Mönchs Dom Chavis gedichteten arabischen Märchen, welche eine Fortsetzung von "Tausendundeine Nacht" sind und Band 37-40 des "Cabinet des fées" einnehmen. "La prophétie de C." ist ein Werk Laharpes. Die vollständigste Ausgabe seiner Werke ist: "OEuvres badines et morales, historiques et philosophiques de C." (1816-17, 4 Bde.); eine Auswahl erschien 1847.

Cazuéla, im altspan. Theater der am äußersten Ende der amphitheatralischen Sitze gelegene, den Frauen angewiesene Raum.

cbm, offizielle Abkürzung für Kubikmeter.

ccm, offizielle Abkürzung für Kubikzentimeter; in der chemischen Litteratur findet sich indes häufiger cc.

Cd, in der Chemie Zeichen für Kadmium.

C dur (ital. Do [Ut] maggiore, franz. Ut majeur, engl. C major), s. v. w. C mit großer Terz. Der C dur-Akkord = c e g. Über die C dur-Tonart, ohne Vorzeichen (Dur-Grundskala), s. Tonart.

Ce, in der Chemie Zeichen für Cer.

Ceadmon, s. Kädmon.

Cean-Bermudez, Juan Augustin, span. Kunstschriftsteller, geb. 17. Sept. 1749 zu Gijon in Asturien, lebte anfangs zu Sevilla, wo er eine Kunstakademie gründete, ward 1790 beauftragt, das Archiv für die indischen Angelegenheiten in Sevilla zu ordnen, und dann zum Sekretär bei dem Rat von Indien in Madrid ernannt, welche Stelle er aber verlor, als sein Freund Jovellanos verbannt ward. Seitdem widmete er sich in Sevilla wieder archivalischen Arbeiten und starb 3. Dez. 1829 in Madrid. Er schrieb: "Diccionario de los profesores de las hellas artes en España" (Madr. 1800, 6 Bde.), ein treffliches Werk; "Descripcion artistica de la catedral de Sevilla" (Sevilla 1804); "Carta sobre el estilo y gusto en la pintura de la escuela sevillana" (Cadiz 1806); "Memorias para la vita del G. M. de Jovellanos" (Madr. 1814); "Dialogo sobre el arte de la pintura" (Sevilla 1819); "Noticias de los arquitectos y arquitectura de España" (Madr. 1829, 4 Bde.). Nach seinem Tod erschien noch: "Sumario de las antiguedades romanas, que hay en España" (Madr. 1832).

Ceanothus L. (Seckelblume), Gattung aus der Familie der Rhamneen, in Nordamerika, Westindien und am Kap heimische Sträucher, selten Halbsträucher, mit wechselständigen, einfachen, ganzen Blättern, blattwinkelständigen Blütentrauben mit weißen oder blauen Blüten und trocknen, dreisamigen Beeren. C. americanus L. (Rotwurzel), ein schöner, bis 1 m hoher Strauch mit länglich-eirunden, spitzigen, dreirippigen Blättern und zierlichen, weißen Blüten in zahlreichen winkelständigen, länglichen Rispen, aus Nordamerika. Die dicke, rote Wurzel dient zum Rotfärben; ein Aufguß der Blätter wird unter dem Namen Thee von New Jersey getrunken. Diese und mehrere andre Arten gedeihen bei uns im Freien und werden als Ziersträucher kultiviert.

Ceará, eine Provinz des Kaisertums Brasilien, an der Nordostküste des Landes, wird im N. vom Atlantischen Ozean, im W. von der Provinz Piauhy, im S. von Pernambuco, im O. von Rio Grande do Norte begrenzt und hat 104,250 qkm (1893,3 QM.) Flächeninhalt mit (1883) 722,000 Einw. C. ist die einzige brasilische Provinz, welche keine Sklaven mehr hat, indem 25. März 1883 die letzten derselben freigelassen wurden. Das Küstenland ist flach; nach dem Innern zu erhebt sich der Boden zu bewaldeten Höhenzügen, wie der Sierra Ibiapaba, bis 900 m hoch, oder breitet sich zu trocknen Hochebenen aus, welche reichliche Weide bieten. Gute Ankerplätze fehlen; der beste Hafen ist noch der von Aracaty, an der Mündung des Jaguaribe, des bedeutendsten Flusses der Provinz. Das Klima ist sehr heiß, und oft herrschen drückender Regenmangel und große Dürren. Im Hügelland und in den Flußthälern werden namentlich Baumwolle, Kaffee und Zucker angebaut; im Innern

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