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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Centimes additionnels - Centrolepidaceae.

Centimes additionnels, s. Gemeindehaushalt.

Centimeter, s. Zentimeter.

Centinajo (ital., spr. tschen-), s. Zentner.

Cent-jours, s. Hundert Tage.

Centlivre (spr. ssäntliw'r), Susanne, engl. Schauspielerin und dramatische Dichterin, wurde um 1667 in der Grafschaft Lincoln geboren. Früh verwaist, entlief sie ihren harten Pflegeeltern, fesselte eine Zeitlang das Interesse eines Studenten zu Cambridge, heiratete dann, 16 Jahre alt, einen achtbaren Mann und nach dessen Tod einen Offizier, der aber bald im Duell blieb. Durch Not gedrängt, schrieb sie 1700 ihr erstes Trauerspiel: "The perjured husband", das mit Beifall aufgeführt wurde, und ging dann selbst zum Theater, ohne jedoch Bedeutendes zu leisten. Sie starb 1. Dez. 1723. Als geistreiche Frau stand sie mit Steele, Rowe, Farquhar u. a. in freundschaftlicher Verbindung. Von ihren dramatischen Werken (Lond. 1761, 3 Bde.; neue Ausg. 1873, 4 Bde.) haben sich einige bis in die neuere Zeit auf dem Repertoire erhalten, z. B. "The busy-body" (deutsch von Jünger u. d. T.: "Er mengt sich in alles"). Lebhaftigkeit der Handlung, Situationswitz und komische Züge zeichnen ihre Stücke aus; Sprache und Charakteristik lassen dagegen viel zu wünschen übrig; auch ermangeln sie aller Dezenz.

Centner, s. Zentner.

Cento (spr. tschénto), Kreishauptstadt in der ital. Provinz Ferrara, nahe am Reno und an dem zum Po di Volano führenden Kanal von C., mit alten Befestigungswerken und (1881) 4975 Einw., Sitz eines Bischofs, hat eine technische Schule, schöne Kirchen und (seit 1862) eine Statue des hier gebornen Malers Barbieri (genannt Guercino), der hier eine Malerakademie gründete und mehrere Kirchen (namentlich Madonna del Rosario) und Häuser mit seinen Gemälden schmückte.

Cento (lat.), ursprünglich ein aus verschiedenartigen Lappen zusammengeflicktes Kleid, daher Bezeichnung für Gedichte, die aus einzelnen Versen andrer Dichtungen mit verändertem Inhalt zusammengesetzt sind. Vorzugsweise wurde Vergil zu dergleichen Flickwerken benutzt. So verfertigte aus Vergilischen Versen und Versteilen Hosidius Geta (47 n. Chr.) ein Trauerspiel: "Medea", Ausonius seinen berüchtigten "C. nuptialis" (das 13. seiner "Idylle"), und Proba Falconia, eine christliche Dichterin des 4. Jahrh., gab in ihrem "C. Vergilianus" die Geschichte des Alten und Neuen Testaments (hrsg. von Kromayer, Halle 1719). Während des Mittelalters und der neuern Zeit wurde die Centopoesie mit nicht geringerm Fleiß gepflegt. Metellus, ein Mönch zu Tegernsee im 12. Jahrh., benutzte die Eklogen Vergils und die Oden des Horaz zu Erbauungsliedern zu Ehren des heil. Quirinus ("Quirinalia", hrsg. von Basnage, Amsterd. 1725); Lälius Capilupus (1535) schrieb nach Vergil ein Gedicht über das verderbte Leben der Mönche; Etienne de Pleure besang die Thaten Christi in Vergilischen Versen ("Sacra Aeneis", Par. 1618), und viele andre gehen neben diesen mit Centonen über geistliche wie über weltliche Gegenstände her. Auch gab es Homerocentones aus der byzantinischen Zeit, worin biblische Geschichten aus Homers Versen zusammengesetzt sind, z. B. der der Athenais (s. d.), der spätern Kaiserin Eudokia, über das Leben Christi (hrsg. von Teucher, Leipz. 1793). Eine Sammlung religiöser Centonen aus Versen des Petrarca enthält das Werk "Petrarca spirituale" des Minoriten H. Maripetro (Vened. 1536). Vgl. Borgen, De centonibus homericis et virgilianis (Kopenh. 1828); Hasenbalg, De centonibus virgilianis (Putbus (1846); Delepierre, Tableau de la litterature du centon (Lond. 1875).

In der Musik ist Cento s. v. w. Flickoper oder eine andre größere, aus Bruchstücken andrer Werke zusammengesetzte Komposition (Centone, Pasticcio). Auch das Antiphonar Gregors d. Gr., welches eine Sammlung der in den verschiedenen Kirchen Italiens üblichen Gesänge war, wird C. genannt.

Centofanti (spr. tscheu-), Silvestro, ital. Philolog und Litterarhistoriker, geb. 8. Dez. 1794 zu Pisa, erwarb den Doktorgrad der Rechte in seiner Vaterstadt und ging dann nach Florenz, wo er nahezu 20 Jahre zubrachte, mit gelehrten, namentlich philologischen, Studien beschäftigt. Im J. 1829 ließ er daselbst eine Tragödie: "Oedipo re", erscheinen, die vielen Beifall fand. Zehn Jahre später gehaltene Vorlesungen über die "Divina commedia", deren Einleitung gedruckt erschien ("Preludio al corso di lezioni intorno a Dante Alighieri", Flor. 1838), verschafften ihm durch die philosophische Tiefe der Anschauungen solchem Ansehen in der gelehrten Welt, daß er 1841 als Professor der Geschichte der Philosophie an das neugestaltete Athenäum zu Pisa berufen wurde, wo er durch seine Antrittsvorlesung "Prolusione alla storia de' sistemi di filosofia" (gedruckt 1842) allgemeines Aufsehen erregte. Glänzende Beredsamkeit sowie sonstige Vorzüge des Geistes und Charakters machten ihn bald zur hervorragendsten Zierde der Anstalt und zum Idol der studierenden Jugend. Seine Schrift "Sulla vita e sulle opere di V. Alfieri" (1842) fällt noch in diese Zeit. Seine lebhafte Beteiligung an den revolutionären Bestrebungen 1848, in welche er auch durch eine Broschüre: "Sopra il diritto delle nazionalità" (Pisa 1848), eingegossen, hatte für ihn im nächsten Jahr den Verlust seiner Lehrkanzel zur Folge; doch wurde ihm die Inspektion der toscanischen Bibliotheken übertragen. Im J. 1859 wieder in sein Lehramt eingesetzt, wurde er hernach als Mitglied in die Consulta di stato berufen. Ein paar Monate lang war er auch Präsident der philologischen und philosophischen Sektion des Instituto di studii superiori zu Florenz; zuletzt wurde er Rektor der Universität Pisa und Senator des Königreichs. Er starb 6. Jan. 1880 in Pisa. Sein Meisterwerk ist der "Saggio sopra la letteratura greca", historisch und philosophisch gleich gehaltvoll (Flor. 1870), begleitet von einem "Saggio critico su Pitagora". Nach seinem Tod erschien noch ein Band "Vita poetica" (Flor. 1881).

Centórbi (spr. tschen-), Stadt, s. Centuripe.

Central..., s. Zentral...

Centre (franz., spr. ßaugtr). Mittelpunkt, Zentrum.

Centre, Canal du (spr. kanall dü ssangtr, "Kanal der Mitte"), Kanal im mittlern Frankreich, verbindet mit Hilfe der Flüsse Dheune und Bourbince die Saône bei Châlon mit der Loire bei Digoin und stellt somit eine Schiffahrtslinie zwischen dem Ozean und dem Mittelmeer her. Er hat 81 Schleusen, eine Länge von 121 km und ist seit 1793 dem Verkehr übergeben.

Centreville (spr. ssenterwill), Dorf im nordamerikan. Staat Virginia, Grafschaft Fairfax, 43 km westlich von Washington, wurde durch eine Reihe von Gefechten bekannt (auch zweite Schlacht von Bull-Run [s. d.] genannt), die hier Ende August 1862 stattfanden, und in welchen die Bundesarmee unter Pope mit schweren Verlusten geschlagen wurde.

Centri..., s. Zentri...

Centrolepidaceae, monokotyle, etwa 30 Arten umfassende, im wärmern Australien einheimische

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]