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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Champigny; Champion; Championnet; Champlainsee; Champlevé; Champlitte; Champmeslé; Champollion

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Champigny - Champollion.

allmählich abnimmt. Nach 3-5 Monaten werden neue Beete angelegt. Die Pilze kommen vor Entfaltung des Huts auf den Markt. Vgl. Lebl, Champignonzucht (2. Aufl., Berl. 1884).

Champigny (spr. schaugpinji), Dorf südöstlich von Paris, am linken Marneufer, 30. Nov. und 2. Dez. 1870 Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen der Pariser Armee unter Ducrot und dem deutschen Einschließungsheer (s. Villiers).

Champion (franz., spr. schangpjong, vom mittellat. campio, "Kämpe"), im Mittelalter ein Kämpfer, der bei gerichtlichen Zweikämpfen gegen Lohn die Stelle eines der Beteiligten vertrat. Die Champions waren unehrenhaft und durch ein Kleid von Leder und bestimmte Waffen gekennzeichnet, durften nicht zu Pferde kämpfen und erschienen mit verschnittene Haaren in den Schranken. Sie erscheinen schon zur Zeit Karls d. Gr. Später hieß C. ein Ritter, der für irgend einen Kampfunfähigen, besonders für eine Dame, in die Schranken trat, und in England gab es, wahrscheinlich seit Richard II., einen C. des Königs, der bei jeder Krönung alle die herausforderte, welche den König nicht als gesetzlichen Souverän anerkennen würden. - Ganz verschieden hiervon ist die moderne Bedeutung des Worts C. (engl., spr. tschanpjon) in der Sprache des Sports, wo es den Obsieger in einer Reihe von Wettkämpfen bezeichnet, der nun als Vorkämpfer einer Partei gilt.

Championnet (spr. schangpjönä), Jean Etienne, franz. General, geb. 1762 zu Valence, natürlicher Sohn eines Advokaten, ging nach einer wilden Jugend unter die wallonischen Garden, mit welchen er 1781 vor Gibraltar stand. Während der Revolution kämpfte er als Kommandant eines Bataillons Freiwilliger Unruhen im Jura, ohne Blut zu vergießen, kam dann zur Rhein- und hierauf zur Moselarmee unter Hoches Oberbefehl und zeichnete sich bei Erstürmung der Weißenburger Linien und bei dem Einfall in die Pfalz (1793) aus. Ende 1793 wurde er Divisionsgeneral in der Sambre- und Maasarmee, focht bei Fleurus (26. Juni 1794) mit seltenem Mut und nahm dann an den Operationen am Niederrhein bis 1797 erfolgreichen Anteil. Als Oberbefehlshaber an die Spitze der Armee gestellt, welche die römische Republik gegen Angriffe von Neapel her schützen sollte, schlug er die in den Kirchenstaat eingefallen Neapolitaner, drängte sie bis Capua zurück, rückte unter blutigen Kämpfen mit den Lazzaroni 25. Jan. 1799 in Neapel ein und proklamierte die Parthenopeische Republik. Als er aber den Räubereien der französischen Zivilkommissar entgegentrat, ward er wegen eigenmächtigen Verfahrens abgesetzt und gefangen nach Grenoble eskortiert. Durch die Revolution vom 30. Prairial VII (18. Juni 1799) befreit, erhielt er das Kommando der Alpenarmee und nach dem Tode des Generals Joubert den Oberbefehl in Italien, wurde aber von den Russen und Österreichern im September 1799 bei Fossano und Savignano geschlagen. Durch diesen Mißerfolg niedergedrückt, nahm er seine Entlassung und starb 9. Jan. 1800 in Antibes. Vgl. Châteauneuf, Vie de C. (Par. 1806); Saint-Albin, C., ou les campagnes de Rome et de Naples (das. 1860).

Champlainsee (spr. schämplähn-), ein langgestreckter inselreicher Binnensee in den Vereinigten Staaten von Nordamerika (s. Karte "Vereinigte Staaten II"), auf der Grenze zwischen Vermont und New York gelegen und mit seinem nördlichen Ende nach Kanada hineinreichend, ist von N. nach S. 177 km lang, hat eine wechselnde Breite von 1-24 km und liegt 28 m ü. M. Er ist fischreich und bis 90 m tief, aber dessenungeachtet nur für kleinere Schiffe von unter 1,4 m Tiefgang schiffbar. Im Winter friert er meist so fest zu, daß er mit den schwersten Schlitten befahren werden kann. Die wichtigsten Städte an ihm sind Burlington und Plattsburgh. Durch den Richelieu (s. d.) hat der See nach dem St. Lorenzstrom Abfluß, und der 104 km lange Champlainkanal verbindet ihn mit dem Hudson. Seinen Namen empfing der See von Sam. Champlain, welcher ihn 1608 entdeckte. Der See war der Schauplatz mehrerer Seegefechte zwischen den Amerikanern und Engländern. Am 12. Okt. 1776 waren die letztern die Sieger, wogegen sich das Gefecht vom 11. Sept. 1814 zum Vorteil der Nordamerikaner entschied.

Champlevé (franz., spr. schaug-leweh), s. Emailmalerei.

Champlitte (spr. schangplitt, C.-et-Le Prélot), Stadt im franz. Departement Obersaône, Arrondissement Gray, am Salon und an der Französischen Ostbahn, hat ein schönes Schloß (aus dem 16. Jahrh.), Reste alter Befestigungen und (1876) 2562 Einw.

Champmeslé (spr. schangmäleh), Marie de, geborne Desmares, franz. Schauspielerin, geb. 1644 zu Rouen, trat zuerst auf dem Theater ihrer Vaterstadt auf, sodann, nachdem sie sich 1667 mit dem Schauspieler C. verheiratet, 1669 aus dem Maraistheater zu Paris und ward 1670 von dem Hôtel de Bourgogne engagiert. Ihre schauspielerischen Erfolge verdankte sie vorzüglich Racine, der sie im tragischen Fach unterrichtete und in ein intimes Verhältnis zu ihr trat, schließlich aber dem Grafen von Clermont-Tonnerre zuliebe von ihr verlassen ward. Ihre geistreiche Unterhaltung, noch mehr ihre Schönheit machten ihr Haus zum Sammelplatz vieler berühmter Männer jener Zeit. Sie starb, von der Bühne zurückgezogen, 15. März 1698 in Auteuil bei Paris. - Ihr Gatte Charles Chevillet de C. gefiel mehr in komischen als in tragischen Rollen, schrieb einige in jener Zeit großen Erfolg erzielende Theaterstücke ("Théâtre de C.", Par. 1742, 2 Bde.) und starb 22. Aug. 1701.

Champollion (spr. schangpolljóng), 1) Jean Jacques C.-Figeac, franz. Altertumsforscher, geb. 5. Okt. 1778 zu Figeac (Lot), wurde nach Beendigung seiner Studien Bibliothekar, dann Professor des Griechischen zu Grenoble. 1828 kam er als Konservator der Manuskripte an die königliche Bibliothek zu Paris, und 1848 ward er Bibliothekar in Fontainebleau, welche Stelle er auch während des Kaiserreichs behielt. Zugleich bekleidete er eine Professur an der École des chartes. Er starb 9. Mai 1867. C. veröffentlichte zuerst eine Reihe von Schriften über heimische Altertümer, z. B.: "Antiquités de Grenoble" (Grenoble 1807); "Recherches sur les patois ou idiomes vulgaires de France" (Par. 1809); "Nouveaux éclaircissements sur la ville de Cularo, aujourd'hui Grenoble" (das. 1814) u. a. Sodann wandte er sich, angeregt durch seinen Bruder, vorzugsweise der ägyptischen Altertumskunde und zwar den griechischen Dokumenten in Ägypten zu, auf die er seine Studien beschränkte. Ein Ergebnis derselben waren die "Annales des Lagides" (Par. 1819; "Supplément", das. 1821), ein Werk, welches vom Institut gekrönt wurde, und dem später (mit Benutzung der hinterlassenen Manuskripte seines Bruders) die Werke: "L'Égypte ancienne et moderne" (das. 1840) und "L'écriture démotique égyptienne" (das. 1843) folgten. Außerdem veröffentlichte C.: "Traité élémentaire d'archéologie" (2. Aufl., Par. 1843, 2 Bde.); "Histoire des peuples anciens et

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