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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Chrysographie - Chrysophyllum.

säulenförmigen oder dick tafelartigen, rhombischen Kristallen, eingewachsen oder lose, auch in abgerundeten Fragmenten oder Körnern; er ist grünlichweiß bis smaragdgrün mit Glasglanz, durchsichtig bis durchscheinend, zuweilen mit schönem Trichroismus oder bläulichem Lichtschein, Härte 8,5, spez. Gew. 3,65-3,8, und besteht aus Berylliumaluminat BeAl2O4^[BeAl_{2}O_{4}]. Der C. wurde bisher hauptsächlich in losen Kristallen, Körnern und Geschieben im Flußsand aus Ceylon, Borneo, in Pegu und Brasilien gefunden. In Gneis eingewachsen kommt er bei Haddam in Connecticut, Saratoga Springs in New York und zu Marschendorf in Mähren, mit Faserkiesel, Spinell und Granat in grobkörnigem Gneis vor. Ein gras- bis smaragdgrüner, in durchfallendem Kerzenlicht blutrot erscheinender C., welcher in Kristallen von 6,5 cm Durchmesser in den Smaragdgruben der Tokawaja im Ural aufgefunden ward, ist der Alexandrit. Die schön grünen, reinen Geschiebe von Ceylon und Brasilien werden als Schmucksteine verarbeitet und wie Diamanten verschlissen. Höher im Wert stehen die, welche bläulichweißen Lichtschein zeigen und, en cabochon geschliffen, im Handel gewöhnlich den Namen schillernder oder opalisierender Chrysolith führen. Im Handel heißt der C. auch orientalischer Chrysolith. S. Tafel "Edelsteine", Fig. 19.

Chrysographie (griech.), die Kunst, mit Gold zu schreiben oder zu malen, wurde besonders von den Byzantinern, die nicht nur in geschätzten Büchern oder Urkunden einzelne große, gemalte Buchstaben mit Goldblättchen belegten, sondern auch ganze Schriften mit einer Goldtinktur schrieben, und von den sogen. Briefmalern oder Illuminatoren des frühern Mittelalters angewendet. Solche ganz in goldenen Buchstaben ausgeführte Pergamenthandschriften (Codices aurei und zwar Evangelienbücher) sind uns noch mehrfach erhalten, z. B. die von einem Gottschalk (8. Jahrh.) in der Bibliothek des Louvre, auf rötlichem Pergament, die Evangelienhandschrift in der Stadtbibliothek zu Trier, eine andre in der königlichen Bibliothek zu München (um 870), eine in der herzoglichen Bibliothek zu Gotha (Ende des 10. Jahrh.) und ein lateinischer Evangelienkodex auf Purpurpergament aus dem 7. Jahrh. (früher im Besitz Heinrichs VIII.) in Berlin (Hamiltonsche Sammlung).

Chrysoidin, s. Azofarbstoffe.

Chrysokolla, s. Kupfergrün und Borax. Die C. der Alten dürfte ein natürliches Kupfergrün gewesen sein.

Chrysolith, bei den Alten ein Edelstein von goldgelber Farbe, jetzt s. v. w. Olivin; im Handel versteht man unter orientalischem C. den Chrysoberyll oder gelbgrünen Saphir (s. Korund); über ceylonischen C. s. Turmalin, über sächsischen C. s. Topas.

Chrysoloras, Manuel, der erste bedeutendere Lehrer des Griechischen in Italien, war um die Mitte des 14. Jahrh. aus einer edlen konstantinopolitanischen Familie geboren. Nachdem er bereits um 1391 im Auftrag seines Kaisers in Italien gewesen war, um das Abendland zur Hilfe gegen die Türken zu bewegen, wurde er 1396 als Lehrer nach Florenz berufen und begeisterte dort 1397-1400 zu den griechischen Studien, die seit sieben Jahrhunderten in Italien erloschen waren. 1402 finden wir ihn in Pavia als Prokurator des byzantinischen Kaisers und Lehrer an der Universität. Nach Konstantinopel zurückgekehrt, landete er 1408 wieder in Venedig und ging dann zu politischen Zwecken nach Rom. Auch dort lehrte er und soll zur katholischen Kirche übergetreten sein. 1413 ging er mit zwei Kardinälen nach Deutschland, um mit dem Kaiser über den Ort des zu haltenden Konzils zu verhandeln, und begleitete dann den Papst Johann XXIII. nach Konstanz, wo er 16. April 1415 starb. Als Lehrer von epochemachender Bedeutung und wegen seiner milden Humanität und Unbescholtenheit allgemein verehrt, hat er als Schriftsteller weniger gewirkt. Sein wichtigstes Werk sind seine "Erotemata" (Venedig 1484 u. öfter), die erste griechische Grammatik für Lateiner, die freilich nur auf den dürftigsten Elementarunterricht berechnet war. Sonst hinterließ er eine lateinische Übersetzung von Platons "Republik" und Briefe.

Chrysomallos, in der griech. Mythe der Widder "mit dem Goldfell", welcher den Phrixos nach Kolchis trug. Er war ein Sohn des Poseidon und kam von Hermes an die Nephele und von dieser an Phrixos. Mit Sprache begabt, befahl er diesem, ihn zu schlachten. Sein Fell, das Goldene Vlies, wurde im Hain des Ares aufgehängt und von dem Argonauten Iason entführt. Vgl. Argonauten.

Chrysomanie (griech.), Goldgier.

Chrysomelie, s. Citrus.

Chrysomelinae (Blattkäfer), Familie aus der Ordnung der Käfer, s. Blattkäfer.

Chrysomitris, Zeisig.

Chrysomorphisch (griech.), goldgestaltig, goldähnlich, goldartig.

Chrysomyxa, s. Rostpilze.

Chrysopa, Florfliege.

Chrysopal (auch Smaragdopal), gemeiner Opal von lauch-, apfel-, öl- oder olivengrüner Farbe.

Chrysophansäure C15H10O4^[C_{15}H_{10}O_{4}] findet sich in der gelben Schüsselflechte (Parmelia parietina), in der Rhabarberwurzel, in Blättern und Wurzeln verschiedener Sauerampferarten, wohl auch in Sennesblättern und wird am besten aus Rhabarber dargestellt, indem man diesen mit kalihaltigem Alkohol auszieht und aus dem filtrierten Auszug die C. mit Kohlensäure fällt. C. bildet orangegelbe, goldglänzende, geruch- und fast geschmacklose Kristalle, löst sich in Alkohol, Äther, Benzol und kochendem Wasser, schmilzt bei 162° und sublimiert zum Teil unzersetzt. In Alkalien löst sie sich mit purpurroter Farbe. Eine Zeitlang glaubte man, die C. sei der Hauptbestandteil des Goapulvers von Andira Arraroba, welches gegen Hautkrankheiten benutzt wird; es hat sich aber gezeigt, daß der Hauptbestandteil des Goapulvers, das Chrysarobin (s. d.), von der C. verschieden ist.

Chrysophrys, Goldbrasse.

Chrysophyllum L. (Goldblatt), Gattung aus der Familie der Sapotaceen, Milchsaft führende Bäume mit lederigen, kahlen oder unterseits seidenhaarigen oder filzigen Blättern, kleinen, in Büscheln stehenden Blüten und fleischigen oder lederartigen Beeren. Etwa 60 meist tropisch-amerikanische Arten. C. glycyphloeum Casaretti (C. Buranhem Ried.), in Brasilien, liefert die früher offizinelle Monesiarinde von süßholzartigem, etwas bitterm, adstringierendem Geschmack, welche Monesin (Saponin), Glycyrrhizin und bis 32 Proz. Gerbstoff enthält und als Gerbmaterial ersten Ranges auch in den europäischen Handel gekommen ist. C. Cainito L. (C. coeruleum Jacq.), ein schöner, 9-12 m hoher Baum in Westindien, wild und angepflanzt, mit oben glatten, unten filzigen, goldglänzenden, großen Blättern, kleinen, purpurroten Blüten und purpurroten, glatten, runden, wohlschmeckenden Früchten, welche als Sternäpfel ein beliebtes Obst bilden. C. glabrum Jacq., ein 4,5 m hoher Baum in den Wäldern auf

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]