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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ciconi; Ciconia; Cicuta; Cid Campeador

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Ciconi - Cid Campeador.

siècle de la calcographie ou catalogue raisonné des estampes du cabinet de L. C." (das. 1837).

Ciconi (spr. tschi-), Teobaldo, ital. Lustspieldichter, geb. 20. Dez. 1824 zu San Daniele in Friaul, veröffentlichte noch während seiner Studien zu Padua eine Tragödie: "Speronella" (1844), nahm 1848 persönlich teil an den nationalen Kämpfen in Toscana und in Rom und bekleidete dann den Posten eines Sekretärs des venezianischen Kriegsministers. Nach Unterdrückung der Revolution widmete er sich wieder der Poesie. Eine Sammlung seiner lyrischen Gedichte (1853) fand wenig Anklang, und auch sein Drama "Eleonora di Toldo" errang nur einen mäßigen Erfolg; dagegen that er 1857 mit dem Lustspiel "Le pecorelle smarrite", das mit großem Beifall über die italienischen Bühnen ging, einen um so glücklichern Wurf. Nicht geringern Erfolg hatten in den nächsten Jahren die Komödien: "Il troppo tardi", "I Garibaldini", "Le mosche bianche", "La rivincita", "La statua di carne" und "La figlia unica". Auch als Journalist glänzte C. durch Lebhaftigkeit des Witzes, durch pikanten und sarkastischen Humor. Im J. 1860 gründete er zu Mailand im Verein mit dem Humoristen Ghislanzoni das Blatt "Il Lombardo", dessen Redaktion er jedoch bald wieder aufgab; weiterhin schrieb er unter anderm für das Journal "L'Alleanza" die geistreichen "Passeggiate milanesi". C. starb 27. April 1863 in Mailand.

Ciconia, Storch; Ciconiidae (Störche), Familie aus der Ordnung der Watvögel.

Cicuta L. (Wasserschierling, Wüterich), Gattung aus der Familie der Umbelliferen, ausdauernde, hohe, kahle Wasserkräuter mit hohlem Stengel, gefiederten oder fiederig zusammengesetzten Blättern, ohne oder mit wenigblätterigen Hüllen, vielblätterigen Hüllchen, weißen Blüten und fast kugeliger, zweiköpfiger Frucht. Drei Arten. C. virosa L. (Wutschierling, Parzenkraut, Scherte, s. Tafel "Giftpflanzen") hat einen dicken, weißen, hohlen, querfächerigen Wurzelstock; einen 0,6-1,6 m hohen, runden, hohlen, leicht gestreiften Stengel, sehr große, kahle, dreifach gefiederte Blätter mit lanzettförmigen, scharf gesägten Blättchen, gewölbte, vielstielige Dolden ohne Hülle und halbkugelförmige Döldchen; die Frucht ist kugelförmig von der Seite zusammengedrückt. Die Pflanze wächst an Flußufern, in Sümpfen, Graben und Teichen durch Europa und Nordafrika und ist eine der gefährlichsten Giftpflanzen Deutschlands; sie riecht stark, betäubend, dillähnlich, schmeckt petersilienartig, später brennend. Die Wurzel ist der giftigste Teil der Pflanze; beim Zerschneiden fließt ein milchweißer Saft aus, der an der Luft gelb, zuletzt rötlich wird und unangenehm widerlich riecht. Der Genuß der frischen Wurzel verursacht Angst, Betäubung, Entzündung des Magens, Brand, Wut und endlich einen qualvollen Tod. Wasserschierling enthält ein flüchtiges Alkaloid, das Cicutin, welches aber noch nicht rein dargestellt ist; ein aus der Wurzel dargestelltes ätherisches Öl besteht im wesentlichen aus einem Kohlenwasserstoff, Cicuten, und ist nicht giftig; das ätherische Öl des Samens enthält Cuminaldehyd. C. maculata L., ein in den Sümpfen Nordamerikas einheimisches krautartiges Gewächs, wird daselbst wie in Europa der gefleckte Schierling gebraucht. In den europäischen Apotheken versteht man aber unter Herba Cicutae jederzeit das Kraut von Conium maculatum L. und nie das von C. virosa. Auch die C. der Römer war unser Conium, denn der Wasserschierling wächst gar nicht im Süden; die Namensverwechselung schlich sich im Mittelalter ein. Vgl. Regel, Beiträge zur Geschichte des Schierlings und des Wasserschierlings (Mosk. 1876 bis 1877).

Cid Campeador ("Kämpfer-Held"), der in Geschichten, Sagen und Liedern gefeierte Nationalheld der Spanier, dessen eigentlicher. Name Ruy (Rodrigo) Diaz de Vivar war. Die Geschichte seines Lebens ist so reich mit mythischem Schmuck umgeben, daß manche schon geneigt waren, ihm die historische Existenz ganz abzusprechen. Erst den gründlichen Untersuchungen der Neuzeit (namentlich Dozys) ist es gelungen, die wirklich historischen Daten festzustellen und so eine vollständige Biographie des Helden zu geben, deren wesentlichster Inhalt sich auf folgendes beschränkt. Der C. stammte wahrscheinlich aus der Famile ^[richtig: Familie] Lain Calvos; jedenfalls war er der Sohn eines kastilischen Granden und gegen die Mitte des 11. Jahrh. geboren. Seine ersten Heldenthaten verrichtete er in einem Krieg, den Sancho II., Sohn Ferdinands d. Gr., gegen seinen Vetter Sancho von Navarra führte. Der C. stand auf Sanchos Seite und riet ihm im Kampf der Söhne Ferdinands über die Erbteilung, seinen Bruder Alfons zu überfallen, wodurch dieser gezwungen wurde, zum König Ali Maimon nach Toledo zu flüchten. Schon damals sollen ihm seine Landsleute den Ehrennamen Campeador ("Kämpfer") gegeben haben, während der Name Cid (arab. Seid, "Herr") von den Mauren herrührt. Nach Besiegung seiner Brüder zog Sancho auch gegen Zamora, das Erbteil seiner Schwester, fand indessen vor dieser Stadt durch Meuchelmord seinen Tod. Alfons wurde nun Herr von Kastilien, mußte aber auf Verlangen des C. vorher schwören, daß er keinen Anteil an dem Morde des Bruders gehabt habe. Infolgedessen nährte Alfons Haß gegen den C., obschon er ihn vorerst verbarg. Ja, Rodrigo vermählte sich mit einer Nichte des Königs, Jimena, und begleitete diesen auf einer Wallfahrt. Im J. 1087 wurde er indessen auf Anstiften des Garcia Ordoñez vom König verbannt. Er begibt sich nach Saragossa zu einem maurischen Fürsten aus dem Stamm der Beni Hud, dem er im Kampf gegen seinen Bruder und dessen spanische Bundesgenossen beisteht, und verrichtet hier Heldenthaten, die seine Zurückberufung durch Alfons zur Folge haben. Voll Mißtrauen gegen diesen wendet er sich aber bald wieder nach Saragossa, kehrt dann wieder zu Alfons zurück und steht so, je nach Veranlassung und seinem Vorteil gemäß, abwechselnd auf beiden Seiten, verbindet äußersten Heroismus mit großer Schlauheit und dient lediglich seinem eignen Interesse. Er wird der Schrecken der Mauren und erobert 1094 für sich Valencia, wobei er jedoch die bei der Übergabe eingegangenen Bedingungen treulos bricht und trotz versprochener Schonung mit barbarischer Grausamkeit verfährt. Nachdem er sich unter steten Kämpfen gegen das ganze Heer der andrängenden Mauren fünf Jahre lang in der Stadt behauptet, stirbt er 1099. Jimena verteidigte die Stadt noch sieben Monate lang, aber trotz Alfons' Hilfe zogen die Mauren wieder ein. Jimena brachte den Leichnam des Helden nach dem Kloster San Pedro de Cardeña unfern Burgos, von wo die Gebeine später nach Burgos übergeführt und nebst denen seiner Gemahlin Jimena im Rathaus daselbst beigesetzt wurden. Nachdem sie von hier 1808 von den Franzosen fortgeschleppt worden, kamen sie in den Besitz des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern, wurden von diesem aber 1883 dem König Alfons von Spanien zurückgegeben, der sie wieder in Burgos beisetzen ließ. An der Stelle seines Wohnhauses zu Vivar

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]