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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cinis; Cinisi; Cinna; Cinnabaris; Cinnabarit; Cinnabarite; Cinnamomum

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Cinis - Cinnamomum.

Cinis (lat.), Asche; Cineres clavellati, kohlensaures Kali; Cineres Jovis, Zinnoxyd.

Cinisi (spr. tschi-), Stadt in der ital. Provinz Palermo (Sizilien), in einer anmutigen Ebene unter dem Monte Orso, nahe am Meer, mit (1881) 5474 Einw., welche Wein und treffliche Feigen bauen.

Cinna, 1) Lucius Cornelius, Römer aus patrizischem Geschlecht, diente, nachdem er die Prätur bekleidet, als Legat im Bundesgenossenkrieg und ward mit Sullas Genehmigung, obwohl zu dessen Gegenpartei gehörend, für das Jahr 87 v. Chr. mit Gnäus Octavius zum Konsul erwählt, doch gegen das eidliche Versprechen, nichts gegen die von Sulla nach Besiegung der Marianer getroffenen Einrichtungen unternehmen zu wollen. Kaum war aber Sulla nach Asien zum Kriege gegen Mithridates abgegangen, als C., seines Eides uneingedenk, durch mehrere gewaltsame Maßregeln die Partei der Marianer wieder emporzubringen suchte. Zwar wurde er nach einem blutigen Straßenkampf abgesetzt und aus der Stadt vertrieben, brachte aber aus den Truppen des Appius Claudius, welche gerade Nola belagerten, und von den Bundesgenossen ein großes Heer zusammen, rief Marius und die übrigen Verbannten zurück und zwang Rom, sich zu ergeben, worauf ein fünftägiges Morden begann. Eigenmächtig übernahm C. das Konsulat auf das Jahr 86 mit Marius, nach dessen Tod er den Lucius Valerius Flaccus als Kollegen annahm, und auch für 85 und 84 führte er als Konsul mit Gnäus Papirius Carbo als Kollegen in Rom eine unumschränkte Herrschaft. Auf die Nachricht, daß Sulla aus Asien zurückkehre, rüstete sich C., ihm nach Griechenland entgegenzuziehen; seine Soldaten aber weigerten sich, ihm zu folgen, und ermordeten ihn in einem Aufstand. Vgl. Marius und Sulla.

2) Lucius Cornelius, Sohn des vorigen, hatte sich schon als Jüngling 78 v. Chr. mit dem Konsul M. Lepidus zum Umsturz der Sullanischen Verfassung verbunden, flüchtete, als das Unternehmen mißlangen war, zu Sertorius nach Spanien, wurde durch Cäsars Vermittelung zurückgerufen und 44 zum Prätor befördert. Nach Cäsars Ermordung pries er auf dem Forum die Mörder, warf die Zeichen der ihm von Cäsar verliehenen Würde von sich und erbitterte dadurch das Volk, welches ihn töten wollte, aber statt seiner in blinder Wut den Gajus Helvius Cinna, einen treuen Anhänger Cäsars, ermordete. Seitdem verschwand er vom Schauplatz.

3) Gnäus Cornelius, des vorigen und der Tochter des Pompejus, Pompeja, Sohn, ward, wiewohl er bei Actium auf der Seite des Antonius gestanden, dennoch von Augustus durch besonderes Wohlwollen ausgezeichnet. Als er demungeachtet im Jahr 4 n. Chr. eine Verschwörung gegen das Leben des Kaisers anstiftete, wurde er von demselben nicht nur begnadigt, sondern sogar für das folgende Jahr zum Konsul ernannt. C. blieb seitdem dem Kaiser unerschütterlich treu.

Cinnabaris, Zinnober.

Cinnabarit, s. v. w. Zinnober.

Cinnabarite, s. v. w. Blenden.

Cinnamomum Burm. (Zimtbaum), Gattung aus der Familie der Lauraceen, immergrüne Bäume oder Sträucher mit gegen- oder wechselständigen, meist dreinervigen, lederartigen Blättern, kleinen oder mittelgroßen, weißen oder gelblichen Blüten in achselständigen oder terminalen Rispen und einsamiger Beere in dem abgestutzten, verhärteten Kelch. Etwa 50 Arten im tropischen und subtropischen Asien. C. ceylanicum Breyn (s. Tafel "Gewürzpflanzen"), ein höchstens 16 m hoher Baum mit fast vierkantigen, kahlen Ästen, eiförmigen, ganzrandigen, drei- bis siebennervigen, dunkelgrünen, oben glänzenden, unten graugrünen Blättern, end- und achselständigen, grau seidenhaarigen, schwach, aber unangenehm riechenden Blütenrispen mit kleinen, gelben Blüten und ovalen, 1,3 cm langen, bläulichbraunen Beeren, ursprünglich heimisch auf Ceylon und vielleicht auch in Kochinchina, wird seiner Innenrinde halber, welche den Ceylonzimt liefert, hauptsächlich im südwestlichen Küstenstrich Ceylons, mit viel geringerm Erfolg in andern Teilen der Insel, in Vorderindien, Java, Sumatra, Malakka, Cayenne, Brasilien etc. kultiviert. Die Zimtgärten fordern einen feinen weißen Quarzsand oder sehr sandigen Thonboden mit gutem Untergrund, reichliches Sonnenlicht und viel Regen. Die besten Zimtgärten liegen auf Ceylon ausschließlich auf dem 4-5 Stunden breiten ebenen Küstensaum zwischen Negumbo, Kolombo und Madura bis höchstens 330 m ü. M. In hohem Grad aber hängt die Güte des Ceylonzimts auch von der Pflege der Pflanze ab. Man unterdrückt durch Zurückschneiden die eigentliche Stammbildung und erzieht einen Strauch von 4-5 etwa 3 m hohen Schößlingen (Stockausschlägen), welche im Alter von 1½-2 Jahren, wo sie etwa 1,5 cm dick sind, geschnitten werden. Durch Aussaat oder Stecklinge werden von Zeit zu Zeit die ganzen Pflanzungen erneuert, damit die Wurzel selbst nicht zu alt werde. In 2-3 Jahren kann man von Sämlingen gute Rinde gewinnnen ^[richtig: gewinnen]. Den feinsten Zimt liefern die Spitzen der in der Mitte des Strauches stehenden Schößlinge. Die Haupternte erfolgt im Frühjahr, die Nachernte im Spätjahr, weil sich alsdann infolge des nach starken Regengüssen vermehrten Safttriebes die Rinde leicht ablösen läßt. Ist dies geschehen, so wird die bitterlich zusammenziehend schmeckende Außenrinde entfernt und der größte Teil der Mittelrinde abgeschält; man steckt 8-10 Halbröhren derselben ineinander, schneidet sie in bestimmter Länge ab, trocknet sie im Schatten und verpackt sie in kleinere und dann in größere Bündel (Fardelen), welche in den Schiffen mit schwarzem Pfeffer bedeckt werden, angeblich, um die Feuchtigkeit von dem Zimt abzuhalten. Letzterer besteht also fast nur aus den 0,25-0,5 mm dicken Platten der Innenrinde. Aus der Beere gewinnt man ein schwach aromatisches, festes Fett, aus der Wurzel durch Destillation mit Wasser Kampfer, welcher aber nicht in den Handel kommt; die Blätter riechen und schmecken beim Zerreiben nelkenartig und geben ein schweres, dunkles, ätherisches Öl, welches dem Gewürznelkenöl sehr ähnlich ist und wohl auch unter diesem Namen in den Handel kommt. Das Holz ist sehr wenig gewürzhaft, aber aus den Rindenabfällen destilliert man ätherisches Zimtöl. Der Ceylonzimt ist bei der Kultur in andern Ländern überall ausgeartet; der etwas dickere Javazimt riecht und schmeckt schwächer; die in Cayenne und Brasilien gezogene Rinde ist viel stärker, dunkler, schmeckt schleimig und stark adstringierend. Die auf dem Festland Indiens (Malabar, Silhet und Ostbengalen) gezogene Pflanze artete vollständig aus und wurde schon von Linné als Laurus Cassia beschrieben; ihre Rinde (Holzkassie, Malabarzimt, Cassia lignea) riecht und schmeckt schwach zimtartig, nicht angenehm, vorherrschend schleimig und herb. C. Cassia Blume, ein Baum von höherm Wuchs, mit hellgrünen, lanzettlichen, dreinervigen, unterseits bläulichgrünen, kurz weichhaarigen Blättern, in Kochinchina und

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]