Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Coello; Coeur; Cœur; Coffea; Cogalnitscheano; Cōge intrāre; Cogels; Cogelwein; Coghetti

196

Coello - Coghetti.

dete er eine wissenschaftliche Zeitschrift: "Bibliographia critica de historia e litteratura", die es aber nur zu einem Band brachte; seit 1880 gibt er eine "Revista d'ethnologia e de glottologia" heraus. Außerdem veröffentlichte er die erste Sammlung portugiesischer Märchen: "Contos populares portuguezes" (Lissab. 1879) und griff durch mehrere Schriften (z. B. "A questão do ensino" etc.) auch in die Unterrichts- und Erziehungsfragen Portugals ein.

Coello, 1) Alonso Sanchez, span. Maler, geboren zu Benisayro bei Valencia um 1515, bildete sich zu Rom, ward Hofmaler des Königs Philipp II. von Spanien und starb 1590 in Madrid. In Spanien sind noch viele Werke dieses Künstlers, z. B. das Bildnis des Infanten Don Karlos und der Donna Isabella in der Galerie zu Madrid, die Vermählung der heil. Katharina im Eskorial, Sebastian mit Christus und Maria in der Klosterkirche San Geronimo zu Madrid etc. Am ausgezeichnetsten war C. im Porträt; seine Köpfe haben einen seelenvollen Ausdruck, seine Zeichnung ist korrekt und sorgfältig, die Auffassung streng, etwas steif.

2) Claudio, span. Maler, geb. 1621 zu Madrid, Schüler von Rizi, erwarb sich großen Ruf, wurde aber durch Giordanos Ankunft, der die Periode des Verfalls der spanischen Kunst einleitete, verdunkelt und starb 20. April 1693 in Madrid aus Gram darüber. Er hinterließ in Madrid, San Ildefonso, im Eskorial, zu Paular, Saragossa, Salamanca, Corella, Torrejon, Valdemoro u. a. O. religiöse Bilder, die sich durch kräftige Auffassung auszeichnen. C. ist der letzte bedeutende spanische Maler der klassischen Zeit.

Cœur (franz., spr. kör), Herz; eine Farbe der französischen Spielkarte, welche durch ein rotes Herz bezeichnet wird; C. de lion, Löwenherz, Beiname König Richards I. von England; de bon c., von Herzen gern, bereitwilligst.

Coeur (spr. kör), Jacques, franz. Kaufmann, geboren um 1400 als Sohn eines Pelzhändlers zu Bourges, gewann durch Handel in der Levante ein großes Vermögen und unterstützte 1439 den König Karl VII. mit reichlichen Geldmitteln, um den Krieg gegen England erfolgreich zu führen, die Finanzen und Steuern zu ordnen und ein stehendes Heer aufzustellen. 1440 adelte ihn der König, schickte ihn als Gesandten nach Rom und Genua und erhob ihn 1450 zum Finanzminister. Durch den Handel mit Ägypten und Syrien immer reicher geworden und im Besitz vieler Schlösser und Landgüter, zählte C. bald die Mächtigsten des Hofes unter seinen Schuldnern. Diese stürzten ihn aus Neid und Habgier. Wegen Münzfälschung, Vergiftung der Agnes Sorel und Hochverrats angeklagt, ward er 1453 gefangen gesetzt, seiner Güter im Wert von 20 Mill. beraubt und zu ewigem Gefängnis verurteilt. Er entkam jedoch 1455 aus der Haft und flüchtete nach Italien. Papst Calixtus III. gab ihm das Kommando eines Teils seiner Flotte gegen die Türken. C. starb 1456 auf der Insel Chios. Seine Kinder, vom sterbenden Vater Karl VII. aufs dringendste empfohlen, erhielten einen Teil ihrer Güter zurück. Das verdammende Urteil wurde unter Ludwig XI. kassiert. Coeurs prächtiges, im gotischen Stil erbautes Haus in Bourges ist noch erhalten. Vgl. Clément, Jacques C. et Charles VII (4. Aufl., Par. 1874).

Coffea, s. Kaffeebaum.

Cogalnitscheano, Michael, rumän. Geschichtschreiber und Staatsmann, geb. 1806, wurde unter der Regierung des Fürsten Johann Stourdza (1822-28), trotz seiner Jugend auf den neugegründeten Lehrstuhl der Geschichte zu Jassy berufen. 1834 machte er eine Reise nach Deutschland, hielt sich längere Zeit in Berlin auf und machte sich mit deutscher Wissenschaft und Bildung bekannt. Er schrieb eine "Histoire de la Valachie et de la Moldavie" (Berl. 1837, Bd. 1), gab in Verbindung mit dem Dichter Alecsandri und mit Negruzzi 1840 eine wissenschaftliche und belletristische Revue, die "Dacia litteraria", heraus, veröffentlichte die "Archiva romanesca", eine Sammlung von geschichtlichen Dokumenten, und unter dem Titel: "Lepotisitz" 3 Bände rumänischer Chroniken (1845-1852). Seit der Erwählung Alexander Cusas zum Fürsten der Moldau und Walachei (1859) nahm C., der absolutistisch und russisch gesinnt war, den thätigsten Anteil an den politischen Angelegenheiten des Landes und war mehrmals Minister und Ministerpräsident. Als Unterrichtsminister begründete er die Universität Jassy. Am 24. Okt. 1863 übernahm er die Ministerpräsidentschaft, half Cusa 14. Mai 1864 seinen Staatsstreich durchführen und erließ eine Reihe von Gesetzen im Gebiet der Verwaltung, der Justiz, des Unterrichts, besonders das die Fronen gegen Entschädigung aufhebende Ruralgesetz. Am 6. Febr. 1865 wurde C. als Ministerpräsident entlassen und das Ministerium modifiziert. Unter der Regierung des Fürsten Karl war C. Mitglied der Abgeordnetenkammer, und als das Ministerium Bratianu durch seine großrumänischen Pläne Verwickelungen mit der Türkei und mit Ungarn hervorrief und deshalb seine Entlassung nehmen mußte, wurde C. 28. Nov. 1868 beauftragt, ein gemäßigt-liberales Ministerium zu bilden, das bis 7. Febr. 1870 bestand. 1876 übernahm C. unter Bratianu das auswärtige Ministerium und leitete es bis 1878, war 1879-80 Minister des Innern und wurde dann Gesandter in Paris. Doch wurde er schon 1881 von da abberufen. Schon früher als eifriger Russenfreund ein Gegner Bratianus, rat er jetzt offen gegen denselben auf und bekämpfte mit allen Mitteln dessen zu Österreich und Deutschland hinneigende Politik, doch ohne Erfolg, da sein Ansehen auch durch zweideutige finanzielle Operationen erschüttert war.

Cōge intrāre (oder Compelle intrare, lat., "nötige [sie] hereinzukommen"), der aus der mißgedeuteten Bibelstelle Luk. 14, 23 hergeleitete Grundsatz zur Rechtfertigung der gegen Ketzer angewendeten Gewalt oder arglistigen Proselytenmacherei.

Cogelwein, s. Cocos.

Cogels, Joseph, belg. Maler, geb. 1786 zu Brüssel, bildete sich auf der Düsseldorfer Akademie zum Landschafts- und Marinemaler aus, machte Reisen in Frankreich und kehrte 1806 nach Belgien zurück. Im J. 1810 ging er nach München, wo er für den König und die Königin sowie für den Herzog von Leuchtenberg thätig war. Er wurde 1824 Mitglied der Münchener Akademie und starb 1831 auf dem Schloß Leitheim bei Donauwörth. Er stellte mit Vorliebe Wasserfälle und alte Baudenkmäler seiner Heimat dar. Er hat auch nach J. ^[John] Both und nach eignen Zeichnungen radiert.

Coghetti, Francesco, ital. Maler, geb. 4. Okt. 1804 zu Bergamo, bildete sich dort und später in Rom bei Camuccini und durch das Studium Raffaels zum Historienmaler aus. Er schloß sich an die klassizistische Richtung an und war eine Reihe von Jahren hindurch Präsident der Akademie von San Luca in Rom. Er starb 21. April 1875 in Rom. C. hat zahlreiche Altarbilder und Fresken in Kirchen und Palästen zu Bergamo, Rom (Palazzo Torlonia) und Savona ausgeführt.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]