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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cogĭto, ergo sum; Cognac; Cognatio; Cogniard; Cogniet; Cognitio; Cognĭtor; Cognōmen; Cogolēto

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Cogito - Cogoleto.

Cogĭto, ergo sum (lat., "ich denke, also bin ich"), oberster Grundsatz des Descartes, der als unmittelbar gewisse Wahrheit an der Spitze seines philosophischen Systems steht. Vgl. Descartes.

Cognac (Kognak), s. Franzbranntwein.

Cognac (spr. konnjack), Arrondissementshauptstadt im franz. Departement Charente, an der Charente und der Orléansbahn gelegen, altertümlich und eng gebaut, hat eine alte Kirche (aus dem 12. Jahrh.), ein Handelsgericht, ein Collège und (1881) 13,317 Einw. Die ehemaligen Befestigungen der Stadt haben schönen Promenaden und Neubauten Platz gemacht. C. ist der Mittelpunkt der Erzeugung des berühmten feinen Branntweins gleichen Namens, dessen Produktion sich im Arrondissement auf einen Wert von 200 Mill. Frank beläuft. Auch werden in C. Fässer, Flaschen etc. erzeugt und Handel mit Vieh, Getreide etc. betrieben. In dem alten Schloß von C., wovon noch Ruinen übrig sind, wurde Franz I. geboren, dem auf einem Platz der Stadt eine bronzene Reiterstatue (von Etex) errichtet ist. - C. ist das Condate der Alten; später hieß es Coniacum, seit dem 12. Jahrh. Coignac. Früher hatte es eigne Herren; im 12. Jahrh. kam es als besondere Grafschaft an die Grafen von Angoumois und fiel später an die Krone. Hier ward im März 1526 ein Bündnis zwischen Franz I. von Frankreich und Heinrich VIII. von England abgeschlossen. 1562 wurde die Stadt von den Hugenotten genommen und 1569 vergebens vom Herzog von Anjou wie vom Prinzen Condé belagert.

Cognatio (lat., natürliche Verwandtschaft, Blutsverwandtschaft), das Verhältnis zweier Personen, die voneinander oder von einem gemeinsamen Dritten abstammen; der Inbegriff der Kognaten ist die Familie im natürlichen Sinn. Im römischen Recht wird der C. die Agnatio (C. civilis) gegenübergestellt, deren Grund die väterliche Gewalt ist (s. Agnaten). C. spiritualis, die kanonisch-rechtliche Verwandtschaft, welche durch Mitwirkung bei der Taufe und Firmung begründet wird und juristisch nur insofern in Betracht kommt, als sie nach kanonischem Recht ein Ehehindernis zwischen dem Täufling und den Paten begründet. Vgl. Verwandtschaft.

Cogniard (spr. konnjār), Hippolyte und Théodore, zwei Brüder und franz. Vaudevilleschreiber, jener geb. 20. Nov. 1807, dieser 30. April 1806, entwickelten in der Stellung als Theaterdirektoren (der Porte St.-Martin und der Variétés) in gemeinschaftlicher Arbeit eine beinahe fabelhafte Thätigkeit als Dramenfabrikanten. Seit 1831 schickten sie Jahr für Jahr gegen ein Dutzend Stücke auf die Welt der Bretter hinaus. Das seiner Zeit so renommierte, unzählige Male aufgeführte Zauberstück "La biche au bois" wie auch die verwandten Stücke: "La chatte blanche" und "La poudre de Perlimpinpin" nebst dem militärischen Spektakelstück "Masséna, l'enfant chéri de la victoire" entstammen ihrer Feder. Théodore starb 14. Mai 1872, Hippolyte 6. Febr. 1882 in Paris.

Cogniet (spr. konnjä), Léon, franz. Maler, geb. 29. Aug. 1794 zu Paris, war als Schüler Guérins und der römischen Akademie in den Traditionen der klassischen Schule Davids aufgewachsen und befestigte sich darin durch einen vierjährigen Aufenthalt in Rom. Zugleich aber verschloß er sich nicht den Bestrebungen der romantischen Schule. Das erste Bild, mit welchem er nach seiner Rückkehr einen Erfolg errang, Marius auf den Trümmern von Karthago (1824), zeigt schon Figuren von einer Natürlichkeit, welche dem Pathos der klassischen Schule nicht gegeben war; noch selbständiger ist eine Szene aus dem bethlehemitischen Kindermord, ebenfalls von 1824, welche sich in der Auffassung des Stoffs noch mehr der romantischen Schule zuneigt, ohne doch in der stilvollen, edlen Einfachheit der Behandlung die Schule der klassischen Meister zu verleugnen. Die psychologische Feinheit, welche diesem Bild unter den gleichzeitigen Werken einen hohen Rang anweist, konnte in den monumentalen Aufgaben, welche C. bald darauf gestellt wurden, wenig zur Geltung kommen. Ein Plafondgemälde im Louvre: Napoleon auf der ägyptischen Expedition im Kreis der Altertumsforscher, sowie die religiösen Bilder: der heil. Stephanus in St.-Nicolas des Champs und der Engel, Magdalenen die Auferstehung Jesu verkündend, in der Madeleine (1827), stehen seinen übrigen Werken nicht gleich, zeichnen sich jedoch durch Kraft und Wärme des Kolorits aus. Bald kehrte C. zu lebendig bewegten, psychologisch interessanten Motiven zurück und malte 1831 nach Walter Scotts "Ivanhoe" die Entführung Rebekkas durch den Tempelherrn aus dem brennenden Schloß. Noch besser gelungen ist ihm der Ausmarsch der Pariser Nationalgarde 1792, gemalt 1836 (im Versailler Museum). Es geht durch dieses Bild ein Zug wahrhaft innerer Begeisterung und eines hinreißenden Lebens, der kaum in einem der berühmtesten französischen Schlachtenbilder zu finden ist. Seinen bedeutendsten Erfolg errang C. im Salon von 1843 mit seinem Tintoretto, der an dem Totenbett seiner Tochter die geliebten Züge der Verstorbenen noch einmal malt. Während dieses Gemälde wegen seines sentimentalen Inhalts und seinem glänzenden Kolorits eine große Begeisterung hervorrief, hat dasselbe heute nur noch ein historisches Interesse für die Entwickelungsgeschichte der französischen Malerei, wie denn Cogniets Bedeutung im wesentlichen eine historische ist und namentlich in seiner ausgebreiteten Lehrthätigkeit beruht. Meissonier und Bonnat gehören zu seinen Schülern. Auch aus Deutschland zogen viele Maler zu ihm, um von ihm das Geheimnis seines glänzenden Kolorits zu lernen. In den letzten Jahren malte er nur noch Porträte, da ihn seine Lehrthätigkeit vollkommen in Anspruch nahm. Er starb 20. Nov. 1880.

Cognitio (lat.), jede Untersuchung und Erörterung der nähern thatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse eines Falles, bezüglich dessen eine Gerichts- oder sonstige Behörde eine Entscheidung oder Verfügung zu erteilen hat; im allgemeinen gleichbedeutend mit Causae cognitio (s. d.).

Cognĭtor (lat.), im ältern röm. Prozeßrecht die Person, welche eine streitende Partei in deren Auftrag vor Gericht zu repräsentieren hatte und von der Partei persönlich vor dem richterlichen Magistrat (in jure) mittels bestimmter feierlicher, an den Gegner gerichteteter Worte bestellt wurde. Später hieß C. ein fiskalischer Beamter, der die Schuldner des Fiskus zur Bezahlung anzutreiben, die Gerechtsame des Fiskus zu verteidigen etc. hatte. Sein Amt hieß Cognitura. Vgl. Keller, Römischer Zivilprozeß, § 52 ff. (5. Aufl., Leipz. 1877).

Cognōmen (lat.), Zuname, s. Name.

Cogolēto, Flecken in der ital. Provinz Genua, Kreis Savona, am Meer und an der Eisenbahn von Marseille nach Genua, mit Eisengießerei, Schiffbau, einem Hafen und (1881) 980 Einw. C. bestreitet Genua den Ruhm, Geburtsort des Kolumbus zu sein: man zeigt hier sein angebliches Geburtshaus.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]