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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Conway; Conyb.; Conz; Conza; Conze; Cooch Behar; Cook

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Conway - Cook.

glockenförmigen Blüten und kugeliger, zweifächeriger, viersamiger Kapsel. Etwa 150 Arten in den gemäßigten und subtropischen Klimaten, meist in den östlichen Mittelmeerländern. C. arvensis L. (Acker-, Feld-, Kornwinde), ausdauernd, mit windendem Stengel, pfeilförmigen Blättern, weißen oder roten Blumen, wächst auf Feldern und Weinbergen, oft als lästiges Unkraut durch ganz Europa. Die Wurzel enthält ein scharfes Harz, welches heftige Leibschmerzen verursacht. C. Sepium L. (Calystegia Sepium R. Br., Zaunwinde, deutsche Skammonie, deutsche Purgierwinde), mit großen, weißen Blüten, ausdauernd an Hecken und Gesträuch, an Flußufern und feuchten Stellen durch ganz Europa, ist ebenfalls oft ein lästiges Unkraut. Die Blätter, Sepienkraut, wurden sonst als Purgiermittel benutzt. C. Soldanella L. (Calystegia Soldanella R. Br., Meerkohl-, Meerstrandswinde), perennierende Pflanze mit niederliegendem Stengel, nierenförmigen Blättern und großen, blaß purpurroten Blüten, wächst am Mittelmeer, an der Ost- und Nordsee, an den Küsten Neuhollands, Neuseelands und des mittlern Amerika; ihr bitter und scharf, auch etwas salzig schmeckendes Kraut wurde früher arzneilich gebraucht. C. tricolor L. (dreifarbige Winde), aus Südeuropa, einjährig, mit nicht windendem Stengel, länglichen, ganzrandigen Blättern und himmelblauen, am Boden gelben, in der Mitte weißen Blüten, und C. dahurica L. (Calystegia dahurica Choisy), mit rosenroten Blüten, werden als Zierpflanzen kultiviert. C. Scammonia L. (Skammonium- oder Purgierwurzel), in Rumelien, in der Krim, im Kaukasus, durch ganz Kleinasien und Syrien, auch auf Cypern, Rhodus, Kreta, besonders häufig in der Umgebung Smyrnas, mit dicker, möhrenförmiger, mehrköpfiger, milchender Wurzel, windendem Stengel, pfeil- oder spontonförmigen Blättern und grünlichgelben Blüten mit purpurroten Falten, liefert aus der angeschnittenen Wurzel einen Milchsaft, der getrocknet das offizielle Skammonium (s. d.) bildet. Von C. scoparius L. (Besenwinde), einem fast mannshohen Strauch mit schmalen Blättern und weißen Blüten in lockern, endständigen Rispen, zwei- bis dreiblütigen Stielen, auf den Kanarischen Inseln, leitet man das Rosenholz (Lignum Rhodium) ab, welches nach De Candolle aber auch von C. floridus L., einem zierlichen Strauch, ebenfalls auf den Kanaren, gewonnen wird. C. candicans Roth, eine Zierpflanze mit großen, weißen, im Grund lilafarbigen Blüten, stammt aus Ostindien.

Conway (spr. konnuäh), alte Stadt in Carnarvonshire (Wales), 2 km oberhalb der Mündung des Conway, über den Telfords merkwürdige Kettenbrücke und Stephensons Eisenbahnbrücke führen, mit (1881) 3179 Einw. C. ist von dicken Ringmauern umgeben, und sein 1284 von Eduard I. erbautes Schloß (jetzt Ruine) gehörte zu den großartigsten Bauwerken dieser Art in England.

Conyb., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für W. D. Conybeare (spr. kónniber), englischer Geolog und Zoolog zu Cardiff bei Bristol (Geologie von England und Wales, fossile Reptilien).

Conz, Karl Philipp, Dichter und Schriftsteller, bekannt als Schillers Jugendgespiele, geb. 28. Okt. 1762 zu Lorch in Württemberg, studierte im Stift zu Tübingen Theologie, wurde hier 1789 Repetent am Seminar, 1790 Prediger an der Karlsakademie in Stuttgart, 1793 Diakonus zu Vaihingen, 1798 zu Ludwigsburg, 1804 Professor der klassischen Litteratur an der Universität in Tübingen und 1812 auch Professor der Eloquenz; starb 20. Juni 1827. Als selbständiger Dichter hat sich C. auf dramatischem und lyrisch-didaktischem Feld versucht; bedeutender ist er aber als rein lyrischer Dichter. Seine Lieder, namentlich die der leichtern Art, sind anmutig, zart gefühlt und sinnig gedacht. Sie erschienen zuerst Tübingen 1792 (neue Aufl., das. 1818-19, 2 Bde.) und in einer neuen Sammlung Ulm 1824. Er schrieb auch: "Analekten, oder Blumen, Phantasien und Gemälde aus Griechenland" (Leipz. 1793) und "Biblische Gemälde und Gedichte" (Frankf. 1818). Seine prosaischen Schriften: "Schicksale der Seelenwanderungshypothese" (Königsb. 1791), "Abhandlungen für die Geschichte und das Eigentümliche der spätern stoischen Philosophie" (Tübing. 1794) und besonders die "Kleinern prosaischen Schriften" (das. 1821-22, 2 Tle.; neue Sammlung, Ulm 1825) zeugen von umfassenden Kenntnissen. Auch seine "Nachrichten von Weckherlins Leben" (Ludwigsb. 1802) und die Schrift "Nikodemus Frischlin" (Frankf. 1792) sind verdienstlich. Als Übersetzer versuchte er sich am Äschylos, Aristophanes und an den griechischen Lyrikern.

Conza (C. della Campania), Flecken in der ital. Provinz Avellino, Kreis Sant' Angelo, im obersten Ofantogebiet, Sitz eines Erzbischofs, mit schöner Kathedrale und (1881) 1302 Einw. C., das alte Compsa, einst Stadt der Hirpiner in Samnium, wurde von den Ostgoten bis 555 gegen die Byzantiner behauptet. Ein Erdbeben zerstörte 1694 den Ort fast gänzlich.

Conze, Alexander Christian Leopold, Archäolog, geb. 10. Dez. 1831 zu Hannover, studierte 1851-55 in Göttingen und Berlin, erhielt 1863 als Privatdozent an ersterer Universität einen Ruf als außerordentlicher Professor nach Halle und ging 1869 als Ordinarius der Archäologie nach Wien, 1877 nach Berlin. C. hat sich auf Reisen eine Autopsie vieler Kunstdenkmäler erworben und die Früchte derselben unter anderm niedergelegt in den Schriften: "Eine Reise auf die Inseln des Thrakischen Meers" (Hannov. 1860), "Reise auf der Insel Lesbos" (das. 1865) und in den mit Hauser und Niemann herausgegebenen "Archäologischen Untersuchungen auf Samothrake" (Wien 1875). Er publizierte ferner: "Melische Thongefäße" (Leipz. 1862); "Zur Geschichte der Anfänge der griechischen Kunst" (Wien 1870-1873); "Die Familie des Augustus, ein Relief" (Halle 1868); "Die Bedeutung der klassischen Archäologie" (Wien 1869); "Beiträge zur Geschichte der griechischen Plastik" (2. Aufl., Halle 1869); "Vorlegeblätter für archäologische Übungen" (Wien 1869); "Heroen und Göttergestalten der griechischen Künste" (das. 1874); "Römische Bildwerke einheimischer Fundorte in Österreich" (das. 1872-78, Heft 1-3); "Theseus und Minotaurus" (Berl. 1878) u. a. In seiner Eigenschaft als Direktor der Berliner Antikensammlung hatte er wichtigen Anteil an der Durchführung der pergamenischen Expeditionen zur Wiedergewinnung des großen Altarfrieses und beteiligte sich an den darüber erschienenen Berichten ("Die Ergebnisse der Ausgrabungen zu Pergamon. Vorläufiger Bericht", Berl. 1880 u. 1882).

Cooch Behar, Fürstentum, s. Kutsch Behar.

Cook (Mount C., spr. maunt kuck), höchster Berg der südlichen Alpen auf der Südinsel der Neuseelandgruppe, unter 43° 36' südl. Br. und 170° 12' östl. L. v. Gr., 4023 m hoch, mit ewigem Schnee und Eis und zahlreichen Gletschern. Er wurde zuerst 1882 von dem Engländer Green mit zwei Tiroler Führern erklommen.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]