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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Coppo - Coquimbo.

rung der Universitätsstudien in Turin die Doktorwürde und lehrte dann nacheinander in Demonte, Pallanza, Novara und Voghera. Sein Hauptfach war italienische Sprache und Litteratur. 1850 ward er Dottore collegiato bei der Universität Turin, später Lehrer am Lyceum daselbst, bis er 1861 an die Turiner Unisität ^[richtig: Universität] berufen wurde; 1869 ward er Rektor. Von Rattazzi 1867 ins Ministerium berufen, verwaltete er einige Monate das Portefeuille des öffentlichen Unterrichts. Seine Rede vom 14. Dez. 1867 nach der Schlacht bei Mentana, in welcher er Garibaldi verteidigte, war eine parlamentarische That unter dem Reaktionsministerium Menabrea. C. lebte seitdem arm und zurückgezogen auf einem Landgütchen bei Alba. 1876 übernahm er in dem ersten Kabinett der Linken unter Depretis das Unterrichtsministerium, das er bis 1878, dann vom Dezember 1878 bis Juli 1879 und seit 1881 innehatte, ohne indes Hervorragendes zu leisten. Seine Schriften sind meist in der "Rivista contemporanea" enthalten, ebenso seine Gedichte. Bemerkenswert sind seine "Parole al popolo italiano" (Pinerolo 1848).

Coppo (Coppa), älteres piemontes. Getreidemaß, = 2,876 Lit.; Ölmaß in Lucca: 1 C. = 264 Pfd. = 96,326 L.; zu Anfang dieses Jahrhunderts im Königreich Italien = 0,1 L.

Copra, s. Kopra.

Coprophaga, Mistkäfer.

Copula (lat.), Band, Verbindung. In der Grammatik hat man es aufgegeben, das Zeitwort "sein" als C., d. h. als das Subjekt und Prädikat verbindende Wort, anzusehen, wie es bisher aufgefaßt wurde. Die Sätze "Gajus ist weise" und "Gajus denkt" unterscheiden sich nur dadurch, daß in dem einen das Prädikat "weise sein" ist, im andern "denken". Die C. besteht in beiden in der Einheit von Subjekt und Prädikat, dargestellt durch den Einklang beider in der dritten Person der Einzahl.

Copyholders (engl., spr. koppiholders) heißen in England die Besitzer der alten, unfreien, lassitischen Bauerngüter, welche Hintersassen einer Grundherrschaft waren. Ihre Güter (copyholds, im Gegensatz zu freeholds, freien Bauerngütern) waren Teile des herrschaftlichen Gutes, frei von Grundsteuer, Geschwornendienst und Gemeindelasten, aber mit Reallasten beschwert. Die C. hatten kein Stimmrecht. Die Ablösung der Reallasten, welche zu fordern seit 1853 beide Teile berechtigt sind, verwandelt die C. in Freeholders.

Copyright (engl., spr. koppireit), Verlagsrecht.

Coq (franz., spr. kock), Hahn; c. du village ("Dorfhahn"), s. v. w. Haupthahn, Hahn im Korbe; c. à l'âne, sinnloses Gerede, Unsinn.

Coquelin (spr. kockläng), Benoit Constant, franz. Schauspieler, geb. 23. Jan. 1841 zu Boulogne, ward im Pariser Konservatorium gebildet, debütierte 1860 auf dem Théâtre français als Gros René in "Dépit amoureux" und wurde bereits 1863 unter die Sociétaires des berühmten Theaters aufgenommen. Klein, nichts weniger als schön, im Besitz eines zwar umfangreichen, aber dabei scharfen Organs, hat sich C. vermöge seines künstlerischen Wesens doch zum Rang eines ausgezeichneten Schauspielers emporgeschwungen. In allen seinen Darstellungen pulsiert warmes Leben, jede trägt den Stempel lebendiger Individualität. Er schrieb: "L'art et le comédien" (1880; deutsch, Wien 1883); "L'art de dire le monologue" (1884). - Sein Bruder Alexandre, geb. 16. Mai 1848 zu Boulogne, war ebenfalls (1864-67) Schüler des Konservatoriums, debütierte am Odéontheater und gehört seit 1868 der Comédie française an. Er ist namentlich als Darsteller der komischen Rollen des ältern Repertoires ausgezeichnet.

Coqueluche (franz., spr. kocklühsch), Mönchskappe; auch allgemeiner Liebling, Hahn im Korbe; in der Pathologie s. v. w. Keuchhusten.

Coquerel (spr. kock'rell), Athanase Laurent Charles, franz. reformierter Theolog, geb. 1795 zu Paris, studierte in Montauban und wurde 1818 Pfarrer zu Amsterdam und 1830 in Paris. Im J. 1848 wurde er vom Seinedepartement zum Mitglied der konstituierenden Nationalversammlung und dann auch der legislativen ernannt. Er starb 10. Jan. 1868. Er schrieb unter anderm: "Réponse au livre du docteur Strauss: La vie de Jésus" (Par. 1841; auch ins Holländische und Englische übersetzt); "Sermons" (sechs Sammlungen, das. 1842-56) und "Christologie" (1858; deutsch von Althaus, Hannov. 1859, 2 Bde.). -

Sein Sohn Athanase, geb. 1820 zu Amsterdam, wurde 1862 auf Guizots Betreiben durch die Orthodoxen aus dem Amt verdrängt und galt seither als Hauptführer der freien Theologie innerhalb des französischen Protestantismus. Von seinen theologischen Schriften erschienen eine Auswahl von Predigten (Leipz. 1866) und "Die ersten historischen Umgestaltungen des Christentums" (Berl. 1870) in deutscher Übersetzung. Er veröffentlichte unedierte Briefe Voltaires über die Toleranz (Par. 1863), schrieb "Jean Calas et sa famille" (das. 1857, 2. Aufl. 1870), hielt im Winter 1871/72 Vorlesungen in Nordamerika und starb 25. Juli 1875 in Fismes (Marne).

Coques (spr. koks), Gonzales, eigentlich Gonsael Cocx, niederländ. Maler, geb. 1618 zu Antwerpen, Schüler von Pieter Brueghel III. und D. Ryckaert, gest. 18. April 1684, pflegte Porträte im kleinen Maßstab, häufig mit ihrer Umgebung, Gemächern etc., zu malen. Seine Auffassung ist frei und ungezwungen, seine Malweise leicht und doch eingehend, seine Farbe klar, seine Charakteristik vornehm und ausdrucksvoll. Den Namen eines van Dyck im kleinen hat er verdient. Seine Werke finden sich nicht häufig. München, der Haag, Nantes u. a. besitzen Bilder von ihm; besondere Hauptwerke sind: die Familie des Malers, in Dresden; die Familie Verhelst, im Buckinghampalast (London); die musikalische Unterhaltung (1658), bei Speck-Sternburg in Lützschena; die sogen. Familie van Eyck, in Pest; der junge Gelehrte mit seiner Frau, in Kassel.

Coqui, s. Frösche.

Coquillas, s. Attalea.

Coquille (franz., spr. kokihj), Muschel, Muschelschale; auch die gußeiserne Form für Hartguß.

Coquimbo (spr. -kimbo), eine Provinz der Republik Chile, liegt zwischen Atacama und Aconcagua und reicht vom Ozean bis an die Grenze der Argentinischen Republik. Der Flächeninhalt beträgt 33,423 qkm (606,9 QM.). Den Ostteil bedecken die Kordilleren, an deren Westabhang eine Hochebene liegt, die weniger einförmig ist als die in Atacama; drei größere Flußthäler, die des Coquimbo, Limari und Chuapa, durchschneiden diese Ebene. Das Klima ist warm und im ganzen regenarm, obschon lange nicht so sehr wie Atacama, mit dem das Land hinsichtlich der Tiere und Pflanzen übereinstimmt. Die Zahl der Einwohner betrug 1882: 168,044. Ihre Hauptbeschäftigung ist der Bergbau, vor allem auf Kupfer, in viel geringerm Maß auf Silber und Gold; nur in den südlichen Teilen, wo das Klima feuchter ist, wird Landbau stärker betrieben. - Die Hauptstadt C. (auch La Serena genannt) liegt 1 km oberhalb der Mündung des Flusses C. auf drei Terrassen. Sie

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]