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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Corr.; Corr. corr. imp.; Corral; Corrāles; Correctio fratérna; Corrector; Correggio

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Corr. - Correggio.

der ökumenischen Konzile zu Lyon von 1245 und 1275. Als siebentes Buch kam dazu die Sammlung Clemens' V. (Clementinen), welche größtenteils Synodalbeschlüsse enthält und aus dem Jahr 1313 herrührt. Außerdem sind dem kanonischen Rechtsbuch noch unter dem Namen Extravaganten bekannte Privatsammlungen angefügt, welche aber bei uns nicht mit rezipiert worden sind. Von den Ausgaben des C. j. canonici sind hervorzuheben die von J. H. ^[Justus Henning] Böhmer (Halle 1747, 2 Bde.), E. L. Richter (Leipz. 1833-39, 2 Bde.), E. Friedberg (das. 1879-81, 2 Bde.) sowie die deutsche Übersetzung von Schilling und Sintenis (das. 1834-37, 2 Bde.).

Den Namen C. hat man auch mehreren neuern Privatsammlungen von Gesetzen und Gesetzbüchern beigelegt. So gibt es ein "C. j. romani ante justinianei" (Bonn 1835-44, 6 Hefte); ein "C. j. confoederationis germanicae" von Meyer (Frankf. 1822-28, 2 Bde.; 3. Aufl. 1858-69, 3 Bde. nebst Register); ein "C. j. criminalis" von Kittler (Leipz. 1834); ein "C. j. ecclesiastici Austriaci academicum" (Wien 1764); ein "C. j. ecclesiastici catholicorum novioris" von Gärtner (Salzb. 1797-99, 2 Bde.), von Weiß (Gießen 1833); ein "C. j. ecclesiastici Saxonici" (Dresd. 1773-84, 2 Bde.); ein "C. j. feudalis Germanici" von Senckenberg (Gießen 1740; neu hrsg. von Eisenhart, Halle 1772); ein "C. j. Fridericianum", preußisches Landrecht (Berl. 1750-51, 2 Tle.) und Prozeßordnung (das. 1781, 4 Tle.); ein "C. j. Germanici publici ac privati" von Königsthal (Frankf. 1760-66, 2 Bde.); ein "C. j. Germanici antiqui" von Walter (Berl. 1824, 3 Bde.); ein "C. j. Germanici tam publici quam privati academicum" von Emminghaus (Jena 1824-44, 2 Bde. nebst Supplement; 2. Aufl. 1844-56); ein "C. j. publici Germanici academicum" von Michaelis (Tübing. 1825); ein "C. j. Hungarici" (Ofen 1779, 2 Bde.; das. 1822, 2 Bde.); ein "C. j. metallici" von Wagner (Leipz. 1791); ein "C. j. nautici" von Engelbrecht (Lübeck 1790); ein "C. j. opificiarii" von Ortloff (Erlang. 1804, 2. Aufl. 1820); ein "C. j. Saxonici" (Dresd. 1672-73); ein "C. j. Sueo-Gotorum antiqui" von C. J. ^[Carl Johan] Schlyter (Lund 1838-77, 13 Bde.); ein "C. j. civilis für das Deutsche Reich u. Österreich" von R. Schröder (Bonn 1876-77, 2 Tle.).

Corr., bei botan. Namen Abkürzung für J. F. ^[José Francisco] Correa de Serra, geb. 1751 zu Serpa in Portugal, Diplomat und Botaniker, Gesandter in Nordamerika, starb 1823 in Caldas.

Corral (Puerto de C.), s. Valdivia (Chile).

Corrāles ("Höfe"), Name der span. Theater, solange dazu noch die Höfe großer Gebäude benutzt wurden. Die Bühne (tablado) war im Hintergrund des Hofraums aufgeschlagen; dieser selbst bildete das Parterre (patio), das sich amphitheatralisch, mittels der gradas ("Stufen"), zu den Fenstern (ventanas) der den Hofraum umschließenden Gebäude erhob. Diese selbst bildeten die Logen. Orchester fehlten diesen ältesten spanischen Theatern ganz. Anfangs war nur die Bühne bedeckt, später waren es auch die Gradas.

Corrāles, Inselgruppe, s. Granada 2).

Corr. corr. imp., Abkürzung für: Correctis corrigendis imprimatur (es möge gedruckt werden nach Verbesserung der Druckfehler).

Correctio fratérna (lat., "brüderliche Zurechtweisung"), Dienstag nach Okuli, wegen Matth. 18, 15.

Corrector (lat.), s. Korrektor.

Correggio (spr. korréddscho), Städtchen in der ital. Provinz Reggio nell' Emilia, an einem durch die Secchia zum Po führenden Kanal, mit altem Schloß der Fürsten von C. und (1881) 2938 Einw. C. ist Geburtsort des Malers Antonio Allegri, genannt il C.

Correggio (spr. korréddscho), Antonio Allegri da, ital. Maler, geb. 1494 zu Correggio, lernte daselbst bei seinem Oheim Lorenzo Allegri und bei Ant. Bartolotti; bedeutendere Förderung aber erfuhr er um 1511 bei Franc. Bianchi in Modena und später durch die Berührung mit Mantegnas Schule, wo er die Regeln der Anatomie und Perspektive lernte. Außerdem wirkte auch die Schule Leonardo da Vincis durch die Zartheit des Ausdrucks, die Gediegenheit der Modellierung und die Abtönung der Farbe auf ihn ein; auch muß er einen starken Einfluß der Venezianer empfangen haben. Sein frühstes beglaubigtes Werk ist die Madonna mit dem heil. Franziskus, die er 1514 und 1515 für die Minoriten zu Correggio malte; das Bild, jetzt in Dresden, zeigt bereits deutlich die Vermischung der Einflüsse der genannten Schulen, aber auch noch eine gewisse Strenge und Herbheit. 1517 oder 1518 entstand wahrscheinlich die Vermählung der heil. Katharina (Paris, Neapel), die bereits einen bedeutenden Fortschritt des Malers in dem ihm eigentümlichen Stil zeigt. In Parma malte er von 1518 an für die Nonnen von San Paolo ein Gemach mit mythologischen Figuren und Putten aus, die bereits den Stempel der ganzen sinnlichen Heiterkeit seiner Kunst tragen, köstlich naive Figuren, in Licht und Luft schwimmend, freilich in Bezug auf strenge Formengebung und Komposition nicht befriedigend. Diese künstlerischen Erfolge gestalteten auch seine materielle Lage günstig, und diese trug wieder dazu bei, Correggios Schaffenskraft zu erhöhen; was man von seiner Armut berichtet hat, beruht auf Erfindung. Es entstand damals eine Reihe von Madonnenbildern, darunter die Zingarella ("Zigeunerin") in Neapel, ein liebliches Gemälde, welches nach dem bunten Kopftuch der Madonna eben diesen Namen erhalten hat. 1522 sah sich der Meister genötigt, seiner Bestellungen halber ganz nach Parma überzusiedeln, wo die Benediktiner von San Giovanni seine besondern Gönner waren und sich von ihm Ölgemälde malen und ihr Kloster mit Fresken (1524 beendigt) ausschmücken ließen. Damals (1522 bestellt, 1530 abgeliefert) entstand auch seine berühmte Anbetung der Hirten, die sogen. Nacht, welche sich jetzt in Dresden befindet, jene liebliche Schöpfung, wo das Licht, vom Christuskind ausgehend, die frommen Zuschauer beleuchtet und das Ganze in eine märchenhaft geheimnisvolle Stimmung versetzt. Zur Madonna des heil. Sebastian (jetzt in Dresden) erhielt C. 1525 den Auftrag, im folgenden Jahr zur Madonna della Scodella (mit der Schüssel, Parma); übertroffen werden diese herrlichen Gemälde noch durch die Madonna mit dem heil. Hieronymus (Parma, bestellt 1523), welches Gemälde man den "Tag" zu nennen pflegt. In der Zwischenzeit hatte der Maler laut Vertrag vom 6. Juli 1520 die Halbkuppel über der Chornische von San Giovanni Evangelista mit dem Freskobild der Krönung Mariä und die Hauptkuppel mit einem zwischen den Aposteln thronenden und von zahlreichen Engeln umgebenen Christus geschmückt. Die Krönung Mariä ist abgelöst worden und befindet sich in der Bibliothek zu Parma. 1522 erhielt er den Auftrag, auch im Chor und in der Kuppel des Doms Fresken auszuführen. Er vollendete jedoch nur bis 1530 die Himmelfahrt Maria in der Kuppel. Mit einer bis dahin noch nicht dagewesenen Kühnheit sind hier die zahllosen schwebenden Figuren in der Untensicht so gemalt, wie sie in Wirklichkeit erscheinen müßten, und

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]