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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cos Gayon; Cosenz; Cosénza; Cosihuiriáchi; Cosimo; Cosimo de' Medici; Cosini; Cosmas; Cosmaten

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Cosenz - Cosmaten.

3. Aufl., das. 1880), "Eine Barmherzige Schwester" (Schwerin 1870), "Achtzig Stufen hoch" (Stuttg. 1871), "Aufgelöste Dissonanzen", Novellen (Leipz. 1879), "Im Labyrinth der Welt" (Berl. 1879), "Lebende Bilder" (Leipz. 1880), "Luftschlösser" (Berl. 1882) nennen, stellt sie modernes Leben mit entschiedenen, aber nicht aufdringlichen konservativen Tendenzen dar.

Cosenz, Enrico, ital. General, geboren um 1812 zu Gaeta, trat als Offizier in die neapolitanische Armee, zog mit dieser 1848 nach Oberitalien und blieb nach deren Rückkehr in die Heimat in Venedig, an dessen hartnäckiger Verteidigung gegen die Österreicher er hervorragenden Anteil nahm. Nach der Übergabe Venedigs 1849 lebte er in ärmlichen Verhältnissen zu Turin. 1859 trat er als Major in das Alpenjägerkorps Garibaldis, nahm 1860 als Befehlshaber der dritten Freiwilligenexpedition am Zuge Garibaldis nach Sizilien teil, zeichnete sich im Gefecht bei Milazzo aus und ward unter der Diktatur Garibaldis in Neapel Kriegsminister. 1861 trat er als Generalleutnant in die italienische Armee ein, befehligte lange Zeit eine Division, dann das 1. Armeekorps in Turin und ward 1881 zum Chef des neuorganisierten Generalstabs ernannt. Mehrere Jahre Mitglied der Deputiertenkammer, in welcher er auf der Rechten saß, ist er seit 1872 Senator. C. gilt als der gelehrteste Offizier Italiens.

Cosénza, ital. Provinz in Kalabrien, bis 1871 Calabria citeriore genannt, grenzt im N. an die Provinz Potenza, im S. an Catanzaro, im O. an das Ionische Meer (Golf von Tarent), im W. an das Tyrrhenische Meer und hat einen Flächenraum von 7358 qkm (nach Strelbitskys Berechnung 6697 qkm - 121,6 QM.) mit einer Bevölkerung von (1881) 451,185 Seelen. Das Land besteht aus dem Südabfall des eigentlichen Apennin (Monte Polino 2334 m), der westlichen Kette des kalabrischen kristallinischen Apennin (Monte Cocuzzo 1550 m), dem nördlichen Teil des Silagebirges (1630 m) und dem zwischen diesen Bergzügen gelegenen, meist versumpften und wegen Malaria unbewohnbaren Thal des Crati und seiner Mündungsebene. Die Provinz ist gut bewässert (Crati, Coscile, Savuto, Esaro, Trionto etc.), hat aber keinen Hafen, sondern nur zwei erträgliche Reeden, Rossano am Golf von Tarent, Paola am Tyrrhenischen Meer. Sie ist fruchtbar und erzeugt außer Getreide Reis, Safran, Hanf, Honig, Süßholz, namentlich aber Öl, Wein und Südfrüchte, welche nebst Salami, Seide und Schiffbauholz viel ausgeführt werden. Das Silagebirge enthält Zinn, Blei, Silber, Alabaster, Steinsalz. Man züchtet auch schöne, starke Pferde, hält große Herden Schafe und bereitet trefflichen Käse. Die Industrie beschränkt sich auf etwas Seiden-, Flanell- und Baumwollweberei, Teerschwelerei und Sägemühlenbetrieb. Die Provinz zerfällt in vier Kreise: C., Castrovillari, Rossano, Paola. - Die gleichnamige Hauptstadt liegt in nicht sehr gesunder Gegend am Fuß des Silawaldes in 256 m Meereshöhe, am obern Crati, wo links der kleine Busento in ihn fließt, 18 km vom Tyrrhenischen Meer, ist durch Zweigbahn mit der Kalabrischen Küstenbahn verbunden, wird von einem großartigen Kastell überragt und von mehreren Hundert Meierhöfen (Casali) umringt, die im schönen Thal verstreut sind, und zerfällt in eine Altstadt mit engen, steilen Gassen und eine Neustadt mit großen, stattlichen Bauten. Die Stadt hat einen großen, schönen Dom (1750 renoviert), ein geistliches Seminar, ein Gymnasiallyceum, eine technische Schule, 2 wissenschaftliche Akademien, ein Nationalkonvikt, eine Handelskammer und (1881) 12,590 Einw., welche Thon-, Eisen- u. Stahlwaren erzeugen, rege Landwirtschaft u. Seidenhandel betreiben. C. ist Sitz eines Erzbischofs und der Provinzialbehörden. - C. hieß bei den Alten Consentia und war die Hauptstadt von Bruttium. Das dortige Erzbistum ward im 11. Jahrh. gestiftet. Die Stadt wurde oft durch Erdbeben verwüstet, am schrecklichsten 1638 und 1783 (wobei alle ältern Bauwerke zerstört wurden) und auch neuerdings 1854 und 1870. 410 starb hier der Westgotenkönig Alarich, der von den Seinen, der Sage nach, im abgedämmten Flußbett des Busento begraben ward, und 1270 Isabella, Gemahlin Philipps III. von Frankreich.

Cos Gayon, Fernando, span. Rechtsgelehrter und Staatsmann, machte die üblichen Universitätsstudien, wurde 1855 Promotorfiskal in Madrid, 1857 Beamter im Ministerium des Innern, Theaterzensor des Königreichs, Administrator der Staatsdruckerei und Redakteur der offiziellen "Gazeta de Madrid", 1862 Sekretär der Generalintendanz des königlichen Hauses, 1875 Oberaufseher der Münze, Generalsteuerdirektor, dann Unterstaatssekretär im Finanzministerium und war vom März 1880 bis Februar 1881 Finanzminister. Außerdem war er wiederholt Vizepräsident der Cortes. Sein erster litterarischer Versuch war die Herausgabe der Vorlesungen, die er am Ateneo von Madrid 1848-50 gehalten, und die unter dem Titel: "Historia de la administracion publica de España des de la dominacion romana hasta nuestros dias" erschienen. Später schrieb er eine Menge Monographien und Artikel in Zeitschriften, namentlich in der "Revista de España". Am 15. Juni 1879 wurde er in die Academia de las ciencias morales y politicas aufgenommen.

Cosihuiriáchi (Santa Rosa de C.), eine Stadt im mexikan. Staat Chihuahua, im W. von Chihuahua, in tiefer Schlucht am Fuß des Bufa de C. (2380 m), früher durch Silberminen blühend.

Cosimo, Pietro di, ital. Maler, geb. 1462 zu Florenz, war Schüler des Cosimo Rosselli, bildete sich unter dem Einfluß des Filippino Lippi und der mailändischen Schule weiter aus. Er zeigt eine sonderbar phantastische Richtung in der Komposition und große Vorliebe für die Landschaft. Wichtig ist C. durch seinen Einfluß auf Andrea del Sarto, Pontormo, Franciabigio und andre hervorragende Meister der nächsten Periode. Seine interessantesten Schöpfungen sind einige mythologische Kompositionen (Geschichte des Perseus in den Uffizien zu Florenz, Venus, Amor und Mars im Berliner Museum), die sich durch eigenartige Auffassung bemerklich machen. Seine Werke sind selten. Er starb 1521 in Florenz.

Cosimo de' Medici, s. Medici.

Cosini, Silvio, da Fiesole, ital. Bildhauer, s. Fiesole 3).

Cosmas, s. Kosmas.

Cosmaten, merkwürdiges röm. Steinmetzen- oder Künstlergeschlecht, das von der zweiten Hälfte des 12. bis zum Anfang des 14. Jahrh. in Söhnen und Enkeln unter den Namen Cosma, Lorenzo, Jacopo, Luca, Giovanni und Deodato blühte und in der einheimischen Kunstgeschichte Roms während dieses Zeitraums die wichtigste Rolle spielt. Die C. nahmen durch Vermittelung Toscanas das gotische Prinzip auf und erfüllten in rastloser Thätigkeit nicht nur Rom selbst, sondern auch die weitere Umgebung (Latium, Tuscien, selbst Umbrien) mit zahlreichen, zum Teil höchst anmutigen Werken, die ihrem Wesen nach meist eine Vereinigung von Architektur, Skulptur und musivi-^[folgende Seite]

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