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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Cranberry; Cranbrook; Crane; Crangon; Cranium; Cranmer; Crannoges; Cransac; Craon; Craonne; Crapaud; Crapelet

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Cranberry - Crapelet.

dies sehr seltenen Blätter denen von Dürer, Beham, Aldegrever und Pencz weit nach, da er den Grabstichel nicht mit gleicher Sicherheit zu führen verstand. Viel bedeutender war seine Thätigkeit für den Holzschnitt, für den er eine große Menge zum Teil recht wirkungsvoller Zeichnungen geliefert hat. Vgl. Heller, L. Cranachs Leben und Werke (Bamb. 1821); Schuchardt, L. Cranachs des ältern Leben und Werke (Leipz. 1851-71, 3 Bde.; Kupferheft dazu, Weim. 1851); Warnecke, Lukas C. der ältere (Görl. 1879).

Cranachs zweiter Sohn, Lukas, genannt der jüngere, geb. 4. Okt. 1515 zu Wittenberg, war ebenfalls Maler und als solcher Schüler seines Vaters. Ihm gehören sehr viele Bilder an, die seinem Vater zugeschrieben werden. In Weimar, Dresden, Leipzig u. a. O. sieht man Werke seiner Hand, die im Stil seines Vaters gehalten sind, aber an größerer Mangelhaftigkeit der Zeichnung und schwererer Farbe leiden. C. wurde 1549 Ratsherr, 1555 Kämmerer und 1565 Bürgermeister von Wittenberg und starb 25. Jan. 1586 in Weimar.

Cranberry, s. Vaccinium.

Cranbrook (spr. krännbruk), Gathorne Hardy, Viscount, engl. Staatsmann, Sohn des Parlamentsmitglieds für Bradford, John Hardy, geb. 1. Okt. 1814 zu Bradford, studierte in Oxford, war eine Zeitlang als Sachwalter und als Friedensrichter thätig und trat 1856 für Leominster ins Unterhaus. Ein Tory nach der alten Schule und von wirksamer Beredsamkeit, wurde C. schon 1856 in Lord Derbys zweitem Kabinett Unterstaatssekretär des Innern; 1865, als Gladstone sich einer Neuwahl bei der Universität Oxford, die er eine lange Reihe von Jahren im Unterhaus vertreten hatte, unterziehen mußte, trat C. ihm als Kandidat der konservativen Partei gegenüber und errang den Sieg, da die Wähler der Universität mit Gladstones kirchlicher Richtung nicht länger einverstanden waren. 1866 erhielt C. infolge der hervorragenden Stellung, die er nun innerhalb seiner Partei einnahm, als dieselbe wieder ans Ruder kam, einen Sitz im Kabinett als Präsident des Armenamtes, welchen Posten er im Mai 1867 mit dem Portefeuille des Innern vertauschte; während seiner kurzen Verwaltung dieses Ministeriums (bis Dezember 1868) erwarb er sich allgemeine Achtung. In dem zweiten Kabinett Disraeli, das 1874 gebildet wurde, wurde C. Kriegsminister und erwarb sich durch einen neuen Mobilisierungsplan, der das ganze britische Heer, Linientruppen und Miliz, in acht auf lokale Bezirke angewiesene Armeekorps teilte, großes Verdienst. Im Frühjahr 1878 wurde er zum Minister für Indien ernannt und gleichzeitig mit dem Titel Viscount C. zum Peer und Mitglied des Oberhauses erhoben; im April 1880 nahm er mit dem Ministerium Beaconsfield seine Entlassung. Im Juni 1885 trat er als Kanzler des Herzogtums Lancaster in das von Lord Salisbury gebildete Kabinett ein.

Crane (spr. krehn), Walter, engl. Maler, geb. 1845 zu Liverpool, Sohn und Schüler des Porträtmalers Thomas C. (gest. 1859), lebt in London. Seine besten Ölbilder sind: Proserpina und die Geburt der Venus. Auch als Aquarellist ist er geschätzt, am bekanntesten aber durch seine Illustrationen zu Kinderschriften.

Crangon, Garneele.

Cranium (lat.), der Hirnschädel.

Cranmer, Thomas, Erzbischof von Canterbury, der Reformator der anglikanischen Kirche, geb. 1489 zu Aslacton in der Grafschaft Northampton aus einer altnormännischen Adelsfamilie, begann in Cambridge das Studium der Theologie, ward 1524 Professor daselbst und erwies sich 1528 hinsichtlich des Scheidungs- und Wiederverheiratungsprojekts des Königs Heinrich VIII. als ein so kluger Ratgeber, daß der König ihn sogleich zu seinem Kanzler ernannte und ihm befahl, seine Ansicht in einer Schrift weiter auszuführen, welche C. 1530 in Rom dem Papst vorlegte. Heinrich VIII. ernannte ihn 1532 zum Erzbischof von Canterbury. Als aber der König 1533 seine Vermählung mit Anna Boleyn öffentlich bekannt machte, erfolgte von Rom ein Bannstrahl, infolge dessen sich Heinrich auf Cranmers Rat 1534 für das alleinige weltliche und geistliche Oberhaupt des Reichs erklärte (s. Anglikanische Kirche). Alles Gute, welches bei der despotischen Verfahrungsweise und den katholischen Neigungen des Königs dennoch geschah, dankt die Nation Cranmers 14jährigem Ministerium. Ungehemmter gedieh die Sache der Reformation unter Eduard VI., und C. gebührt der Ruhm, tüchtige Professoren, z. B. Martin Bucer und Peter Martyr, berufen und gründlichen theologischen Studien den Weg gebahnt zu haben. Als aber 1553 die blutige Maria den Thron bestieg, brach eine dreijährige schwere Haft seine Kraft so, daß er sich durch die Vorspiegelung vollständiger Verzeihung zum Widerruf bewegen ließ; als er denselben jedoch vor allem Volk wiederholen sollte, klagte er sich desselben vielmehr an und wurde darauf zum Feuertod verurteilt und 1556 zum Scheiterhaufen geführt. Seine Werke wurden gesammelt herausgegeben von Jenkins (Oxford 1834, 4 Bde.), seine "Memorials" von Strype (Lond. 1794; neue Ausg., Oxf. 1840, 2 Bde., u. öfter) und von Barnes (das. 1853, 2 Bde.). Biographien Cranmers lieferten Gilpin (1784), Todd (Lond. 1831, 2 Bde.) und Norton (New York 1863).

Crannoges, s. Steinberge.

Cransac (spr. krangssack), Flecken im franz. Departement Aveyron, Arrondissement Villefranche, an der Orléansbahn, hat Mineralquellen mit Badeanstalt und starker Versendung des Wassers in Flaschen, Kohlenbergbau und (1876) 733 Einw. In der Nähe gibt es seit Jahrhunderten in Brand geratene Kohlenlager; im Boden über denselben angebrachte Schwitzkammern, welche Schwefeldämpfe von 45-50° C. enthalten, werden mit größtem Erfolg gegen Rheumatismus angewendet.

Craon (spr. krang, lat. Credonium), Stadt im franz. Departement Mayenne, Arrondissement Château-Gontier, am Oudon und an der Westbahn, mit einem schönen, neuen Schloß, Gerbereien, Säge- und Getreidemühlen und (1876) 3874 Einw. C. ist Volneys Geburtsort.

Craonne (spr. krann), Stadt im franz. Departement Aisne, Arrondissement Laon, nahe am Wald von Corbeny, mit 635 Einw., bekannt durch das Gefecht zwischen den Russen und Napoleon I. 7. März 1814.

Crapaud (franz., spr. krapoh), Kröte, auch als Schimpfname.

Crapelet (spr. krap'lä), Charles, Buchdrucker, geb. 13. Nov. 1762 zu Bourmont, erlernte bei Ballard in Paris die Buchdruckerkunst und errichtete 1789 hier eine eigne Offizin, aus der treffliche Ausgaben von Lafontaines Fabeln (1796), dem "Telemach" (1796), Boileaus Werken (1798), Larchers "Herodot" (1802) u. a. hervorgingen. Ein seltenes Kunstwerk ist Audeberts "Histoire des grimpereaux et des oiseaux de paradis" (Par. 1802, 2 Bde.), wovon 12 Exemplare des Textes mit Gold und ein 13. auf Pergament mit Gold gedruckt wurde. Er starb 19. Okt. 1809. - Sein Sohn George Auguste, geb. 1789, gab dem Geschäft noch größere Ausdehnung und Vollkommen-^[folgende Seite]

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