Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Crataegus; Crati; Crato; Crau; Cravant; Craveiro; Craven; Crawford

328

Crataegus - Crawford.

gen mit dem parthischen Feldherrn ein und wurde bei der Unterredung hinterlistig ermordet (9. Juni 53). Sein Kopf soll auf Befehl des Königs Orodes mit Gold ausgegossen worden sein.

Crataegus L. (Weißdorn), Gattung aus der Familie der Rosaceen, dornige Sträucher und Bäume mit mehr oder weniger gelappten, im Umriß eiförmigen Blättern, vielblütigen Doldenrispen und roten oder schwarzen Früchten mit harten Steinen. C. Azarolus L. (Azarolbaum, Azarolbirne, welsche Mispel), 4-8 m hoher Strauch aus dem Orient und vielleicht auch aus Nordafrika, in Südeuropa meist als kleiner Baum viel kultiviert und verwildert, hat mehr oder weniger zahlreiche lange Dornen, häufig büschelförmig stehende, keilförmige, an der Spitze drei- oder fünfteilige Blätter, dichte, wollig behaarte Blütentrauben und runde Früchte mit deltaförmigen, zurückgeschlagenen Kelchabschnitten. Die wilde Form mit kleinen Früchten, Aronia, hält bei uns aus; die Kulturform mit großen, roten oder gelben, wohlschmeckenden Früchten von 3-4 cm Durchmesser gedeiht nur in Italien und Südfrankreich. C. Oxyacantha L. (gemeiner Weißdorn, Hagedorn, Mehlbeerbaum, Christdorn), ein dichter, 2-5 m hoher, dorniger Strauch mit eiförmigen, flach drei- bis fünflappigen, gesägten, kahlen Blättern, wenigblütigen Doldentrauben und rundlichen, mit dreieckigen Kelchabschnitten gekrönten, roten Früchten, wächst wild in buschigen Laubwäldern Europas, besonders der Gebirgsgegenden, wird kultiviert in Zäunen, Garten- und Parkanlagen und gedeiht in jeder Lage und Bodenart. Die Fortpflanzung geschieht durch Samen, welcher, im Herbst gesäet, erst im zweiten Frühling aufgeht. Eine Form mit gefüllten weißen oder roten Blüten von rosenartigem Bau ist ein prachtvoller Zierstrauch. Das Holz des Weißdorns ist äußerst hart und eignet sich vorzüglich zu Zähnen für Kammräder, für Drechslerarbeiten, Beilstiele, Dreschflegel, Nägel etc. Aus den jungen, geraden Ruten fertigt man Spazierstöcke, welche in heißem Kalk hellbraun gebeizt werden. Die Reiser werden in den Gradierhäusern benutzt. C. monogyna Jacq., dem vorigen sehr ähnlich, blüht 14 Tage später, ist äußerst veränderlich, durch ganz Europa verbreitet, wird bei uns am häufigsten in Hecken und Gärten in vielen Varietäten mit weißen und roten, auch gefüllten Blüten und panaschierten Blättern kultiviert. C. sanguinea Pall. (Blutdorn), aus Sibirien und Nordchina, hat eirunde, mit einer Spitze versehene, oberflächlich siebenlappige, scharf gesägte, bewimperte Blätter und weiche, blutrote, frühreife Früchte. C. crus galli L. (gemeiner Hahndorn), 2-6 m hoher Strauch mit langen Dornen, eikeilförmigen, gesägten, lederartigen, oben glänzend grünen Blättern, rispenförmigen oder einfachen Doldentrauben und kugelrunden, harten, ziegelroten Früchten, in Nordamerika. Diese wie noch andre Arten werden gleichfalls als Ziersträucher kultiviert und durch Pfropfen auf unsre heimischen Weißdorne vermehrt. C. Pyracantha, s. Cotoneaster. Vgl. Görner, Der Weißdornzaun von C. monogyna (2. Aufl., Berl. 1879); Keller, Der Weißdornzaun (Weim. 1883).

Crati, Fluß in der ital. Provinz Cosenza (Kalabrien), entspringt bei Aprigliano im Silawald, nimmt bei Cosenza den kleinen Busento, dann den Mucone und den Coscile auf und mündet nach einem Laufe von 89 km in den Golf von Tarent. Der Unterlauf des C. und Coscile, welche beide Flüsse mit ihrem Gerölle die Stätte des alten Sybaris überschüttet haben, ist eine mit Gestrüppe bewachsene, sumpfige Fiebergegend, an deren Meliorierung in neuerer Zeit gearbeitet wird.

Crato, Ortschaft in der brasil. Provinz Amazonas, am Madeira, der noch bis oberhalb für große Schiffe fahrbar ist, mit etwa 3000 Einw., die sich mit Einsammlung von Kakao, Sassaparille und Nelkenzimt beschäftigen.

Crau, La (spr. kroh, Plain de C., provençalisch Craou, bei den Römern Campi lapidei), großes Kieselfeld im franz. Departement Rhônemündungen, westlich vom Rhône, südlich vom Meer, östlich vom Strandsee von Berre und nördlich vom Bergzug der Alpines begrenzt, hat einen Flächenraum von 200 qkm und bildete wahrscheinlich früher eine Meeresbucht, die von dem Kies und den Geröllmassen des Rhône und der Durance ausgefüllt ward. Das Kieselgerölle ist von einem überaus harten Tuff bedeckt, auf welchem eine sehr dünne Schicht von Ackererde liegt. Mit heißem Sonnenbrand wechselt der heftig wehende, eisige Mistral. Bäume fehlen, aber zwischen den Steinen sprießen Gras und aromatische Futterkräuter hervor. Früher nur den Schafherden eine willkommene Weide (jährlich ca. 300,000 Stück), ist die Ebene durch die Kanäle von Craponne und Arles und deren Irrigationsarme schon an vielen Stellen urbar gemacht, in Wiesenland und in Oliven-, Maulbeer- und Obstpflanzungen umgewandelt worden.

Cravant (spr. krawang), Flecken im franz. Departement Yonne, Arrondissement Auxerre, an der Yonne, über die eine schöne, alte Brücke von drei Bogen führt, Station der Lyoner Eisenbahn, hat ein altes Schloß und (1876) 1330 Einw., die Weinbau treiben. Hier 1423 Sieg der Engländer und Burgunder über die Franzosen.

Craveiro, s. Pimenta.

Craven, Elisabeth Berkeley, Lady, die jüngste Tochter des Grafen Berkeley, geb. 1750, vermählte sich 1767 mit dem Grafen Wilhelm von C. und gebar ihm sieben Kinder, ließ sich aber 1781 von ihm scheiden und lebte darauf nacheinander an fast allen Höfen Europas, zuletzt in Ansbach, wo der Markgraf Karl Alexander in nahe Beziehungen zu ihr trat und sich 1791 mit ihr vermählte, worauf sie von Franz II. zur Reichsgräfin erhoben wurde. Der Markgraf folgte ihr nach England; nach des Markgrafen Tod 1806 hielt sie sich teilweise auch in Neapel auf und starb 13. Jan. 1828. Sie schrieb unter anderm: "Journey through the Crimea to Constantinople" (Lond. 1789, neue Aufl. 1814; deutsch, Leipz. 1789), interessante "Memoirs of the Margravine of Ansbach, formerly Lady C., Written by herself" (Lond. 1825, 2 Bde.; deutsch, Stuttg. 1825), auch Gedichte, Theaterstücke und Romane.

Crawford (spr. krahford), 1) Robert, brit. General, geb. 1769, diente eine Zeitlang in Ostindien, kehrte 1793 nach England zurück, begleitete im folgenden Jahr leinen Bruder, den nachmaligen Generalleutnant Charles C., zum österreichischen Heer, vertrat eine Zeitlang seine Stelle und empfahl sich der Regierung durch seine klaren, einsichtsvollen Berichte. Infolgedessen wurde er 1798 Oberstleutnant und Vize-Generalquartiermeister in Irland, kam 1799 zur österreichischen Armee in der Schweiz, dann zur holländischen Expeditionsarmee des Herzogs von York und befehligte 1807 als Brigadegeneral bei der Expedition unter General Whitelock gegen Buenos Ayres die Vorhut. Als Generalmajor ging er 1808 mit Sir David Baird nach Coruña, führte bei Talavera 29. Juli 1809 dem Lord Wellington Verstärkung zu, zeichnete sich bei Almeida und Coimbra und

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]