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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Csokonay - Cuatro Ciénegas.

seltenen dramatischen Instinkt ersetzt, was ihm an Technik und Erfahrung etwa noch abgeht.

Csokonay (spr. tschóckonaj), Vitez Michael von, ungar. Dichter, geb. 17. Dez. 1773 zu Debreczin, besuchte das Kollegium seiner Vaterstadt, wurde 1794 Professor der Poetik daselbst, studierte dann die Rechte, wurde Lehrer zu Csurgo, widmete sich aber in der Folge ganz der Dichtkunst. Er starb 28. Jan. 1805. Reiche Sprache und leichter Versbau zeichnen seine Gedichte aus. Er schöpfte aus der Quelle der Volkspoesie und half dadurch eine wahrhafte ungarische Nationallyrik begründen. Seine Werke sind: "Magyar-Musa" ("Ungarische Muse", Preßb. 1797); "Amaryllis" (Pest 1803); das komische Epos "Dorotya" (neue Ausg., Wien 1816); "Lina" (neue Aufl., das. 1816); "Galatea" (Großwardein 1806); "A pásztor király" (das. 1806); "Oden" (neue Aufl., Wien 1816); "Anakreoni dalok" ("Anakreontische Lieder", neue Aufl., das. 1816); "Békaegérhartz" ("Froschmäusekrieg", das. 1816). Viele seiner Lieder sind in den Mund des Volkes übergegangen, insbesondere klingt sein berühmtes Liebeslied an seinen Weinschlauch (kulacs) durch ganz Ungarn. Seine "Gesammelten Werke" gab Márton heraus (Wien 1813, 9 Bde.; 2. Aufl. 1816) wie auch "Csokonays Leben und einige hinterlassene Schriften" (Pest 1817). Eine kritische Ausgabe der Werke besorgte später Toldy (Pest 1846, 2 Bde.). Sein Leben beschrieben Th. Szana (Pest 1869) und J. Haraszti (das. 1880). 1871 wurde in Debreczin ein ehernes Standbild des Dichters (von N. Izso) enthüllt.

Csoma (spr. tscho-), Alexander, ungar. Reisender und berühmter Tibetist, geb. 1798 zu Körös im Szeklerland Siebenbürgens, studierte 1816-18 in Göttingen und wurde durch eine Bemerkung Blumenbachs, die Magyaren seien wohl die Uiguren der chinesischen Annalen, bestimmt, die Ursitze seines Volkes in Asien aufzusuchen. Er brach 1821 mit einer Karawane, als Armenier verkleidet (der armenischen Sprache war er völlig mächtig), von Chorasan nach Bochara auf und gelangte von da über Balch und Lahor nach Leh, der Hauptstadt Ladaks. Hier zog er sich als Schüler in das buddhistische Kloster Zamskar in der jetzt britischen Landschaft Kamaon am Satledsch zurück und widmete unter großen Entbehrungen im Umgang mit den Priestern, den Lamás, der Erlernung des Tibetischen mehrere Jahre seines Lebens. Als Frucht seiner eifrigen Studien publizierte er die erste wissenschaftlich gehaltene Grammatik: "A grammar of the Tibetan language" (Kalkutta 1834), und das erste tibetische Wörterbuch: "Essay towards a dictionary Tibetan and English" (das. 1835). Durch diese Arbeiten, seine "Analysis of the Kandjur" (über die Grundlehren des Buddhismus, Kalk. 1835) und seine kleinern Schriften brach C. dem Studium des Tibetischen in Europa Bahn. Er selbst sprach das Tibetische so geläufig, daß die Kunde hiervon nach Lhassa gelangte und ihm, was sonst noch jedem Europäer versagt blieb, vom Dalai Lama die Erlaubnis zur Reise dahin erwirkt wurde. Doch starb C., noch ehe er die Reise antreten konnte, plötzlich 11. April 1842 zu Dardschiling im Himalaja. Vgl. Duka, Life and travels of Alex. C. de Köro (Lond. 1884).

Csongrád (spr. tschón-), ungar. Komitat zwischen der Donau und Theiß, wird östlich von den Komitaten Békés, Csanád, südlich von Torontál und Bács-Bodrog, westlich vom Pester Komitat und nördlich von Jász-N.-Kun-Szolnok begrenzt, hat 3414 qkm (62,1 QM.), bildet eine fruchtbare, von Hügeln durchzogene Tiefebene, die jährlich den Überschwemmungen der Theiß, Körös, des Korogy und der Maros ausgesetzt und durch viele Sümpfe und schlechtes Trinkwasser ungesund ist. ⅛ des Areals ist Wald, ¼ Weideland. Die Zahl der Einwohner beträgt (1881) 228,413 (Ungarn, davon ⅔ Katholiken). Erzeugnisse sind: Weizen, Gerste, Hafer, Kukuruz, Hanf, guter Tabak (Szegediner) und Wassermelonen. Die Wiesen nähren viel Rindvieh, Pferde, Schafe, das Rohrdickicht viele Schweine; Wild, Geflügel und Fische sind in Menge vorhanden. Der Handel mit Vieh, Wolle, Tabak, geräucherten Fischen, Binsenmatten etc. ist lebhaft. Hauptort des Komitats, welches von der Österreichisch-Ungarischen Staatsbahn und der Alföld-Fiumaner Bahn gekreuzt wird, ist Szegedin. - Der Markt C., am Zusammenfluß der Körös mit der Theiß, hat (1881) 17,837 Einw., Acker- und Weinbau, Viehzucht, Fischerei, Sodasiederei, Gymnasium und Bezirksgericht.

Csorich de Monte Creto (spr. tschóritsch), 1) Franz, Freiherr von, k. k. Feldmarschallleutnant, aus kroatischem Geschlecht, geb. 3. Okt. 1772 zu Zengg im Litorale, trug als Oberleutnant 13. Mai 1800 viel zum Sieg bei Monte Creto bei, daher er bei seiner Erhebung in den Freiherrenstand 1818 den Namen Monte Creto erhielt. Er machte die Kriegsjahre von 1801, 1809 und 1813 mit und trat 1821 für kurze Zeit in den Ruhestand, wurde dann Brigadier in Siebenbürgen, 1832 Divisionär in Galizien, 1839 Kommandierender in Tirol und 1842 im Banat. Er starb 4. März 1847 in Temesvár.

2) Anton, Freiherr von, k. k. Feldmarschallleutnant und Kriegsminister, geb. 1795 zu Machichno in Kroatien, Neffe und Adoptivsohn des vorigen, machte die Feldzüge von 1809 und 1813-15 mit, ward 1842 Generalmajor und Brigadier in Italien, 1843 in Wien, 1846 Festungskommandant von Salzburg und 1848 Feldmarschallleutnant. Er befehligte 1848 beim Oktoberaufstand in Wien in der Leopoldstadt und übernahm später das Kommando der Truppen, welche die innere Stadt zernierten. Im ungarischen Feldzug zeichnete er sich unter anderm bei Schemnitz und Kapolna aus. Im Juli 1850 ward er an Gyulays Stelle zum Kriegsminister ernannt, schied aber im Februar 1853 wieder aus und erhielt das Kommando des 3. Armeekorps in Graz, 1854 das des 1. Armeekorps in Wien und ward später zum Feldzeugmeister ernannt. Er starb 15. Juli 1864 in Dornbach bei Wien.

Csorna (spr. tschor-), Markt im ungar. Komitat Ödenburg, an der Eisenbahn Raab-Ödenburg, mit Prämonstratenserstift (1180 gegründet) und (1881) 5549 Einw. Hier 19. Juli 1849 Treffen zwischen den Ungarn und Österreichern.

Csutoren (spr. tschu-), s. Holzflaschen.

Cu, in der Chemie Zeichen für Kupfer (Cuprum).

Cuādra, Längenmaß in Chile, = 150 Varas (Ellen).

Cuartál, früheres Feldmaß in Aragonien, = 2,384 Ar; Getreidemaß, = ¼ Fanega = 7,473 Lit.

Cuartilla (spr. -tillja), früheres span. Getreidemaß, = ¼ Fanega = 13,7 Lit.; Flüssigkeitsmaß, = ¼ Cantara = 4,033 l.

Cuartillo (spr. -tilljo), früheres span. Getreidemaß, = 1,156 Lit.; Flüssigkeitsmaß, = 0,504 L.; Kupfermünze, = 5,3 Pf.

Cuarto, frühere span. Kupfermünze, = 2,555 Pf.; Flüssigkeitsmaß, s. Frasco.

Cuati, s. v. w. Nasenbär.

Cuatro Ciénegas, Stadt im mexikan. Staat Cohahuila, 70 km westlich von Monclova, mit Weinbau und 3200 Einw.

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]