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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Cyanophyceen - Cyathea.

die Luft. Je mehr sich aber der Wasserdampf in Bläschenform kondensiert, um so trüber und undurchsichtiger wird die Luft, um so weißer der Himmel erscheinen. Bei dem C. von Parrot befestigt man auf einer sich drehenden schwarzen oder weißen Scheibe so lange gleich große und gleich intensiv gefärbte blaue Sektoren, bis das Blau des Himmels erreicht ist. Aus der Zahl der gebrauchten Sektoren schließt man auf die Intensität der Farbe des Himmels. Ein von Fr. Arago vorgeschlagenes C. gründet sich darauf, daß doppeltbrechende Kristallblättchen bei bestimmter Dicke im polarisierten Licht blau erscheinen und die Intensität der Farbe abnimmt, je unvollständiger polarisiert das einfallende Licht ist. Vgl. Atmosphäre, S. 11.

Cyanophyceen, Ordnung der Algen (s. d., S. 342).

Cyanosis (griech.), s. Blausucht.

Cyanotisch, in der Medizin: bläulich gefärbt infolge der Blausucht.

Cyanotypie (Blauprozeß), photograph. Kopierverfahren, bei welchem mit Eisenchlorid getränktes und getrocknetes Papier unter einem Negativ belichtet und dann mit rotem Blutlaugensalz behandelt wird. Das Eisenchlorid wird durch das Licht in Eisenchlorür verwandelt, welches mit rotem Blutlaugensalz Berliner Blau gibt. Man erhält also ein blaues Positiv. Dies von Herschel 1840 angegebene Verfahren ist in der Weise vereinfacht worden, daß man das Papier mit rotem Blutlaugensalz und zitronensaurem Eisenoxydammoniak tränkt. Man erhält dann direkt ein blaues Bild, welches durch Waschen mit Wasser fixiert wird. Tränkt man Papier mit gummihaltiger Eisenoxydsalzlösung, belichtet unter einem Positiv und behandelt mit gelbem Blutlaugensalz, so erhält man wieder ein Positiv. Diese Methoden benutzt man vielfach zum Kopieren von Zeichnungen. Vgl. Pizzighelli, Anthrakotypie und C. (Wien 1881).

Cyanquecksilber, s. Quecksilbercyanid.

Cyansäure CNOH entsteht, wenn Cyan über glühendes kohlensaures Kali oder in wässerige Alkalien geleitet wird, und beim Glühen von Cyanverbindungen unter Luftzutritt, mit Salpeter oder Braunstein. Reine C. erhält man durch Erhitzen von getrockneter Cyanursäure C3N3O3H3 ^[C_{3}N_{3}O_{3}H_{3}] in einer Retorte. Sie bildet eine wasserhelle Flüssigkeit von höchst durchdringendem, stechendem, der Essigsäure ähnlichem Geruch, ist sehr flüchtig und verursacht, auf die Haut gebracht, unter heftigen Schmerzen augenblicklich weiße Blasen; sie reagiert stark sauer, ist nur unter 0° beständig, wird bei gewöhnlicher Temperatur trübe, breiartig und geht unter sehr starker Erhitzung in festes, weißes, geruchloses Cyanmelid über, welches gleiche prozentische Zusammensetzung wie C. hat, in Wasser und Alkohol unlöslich ist und beim Erhitzen wieder C. liefert. Wasser wird von der C. augenblicklich absorbiert, wodurch sie zersetzt wird und Ammoniak und Kohlensäure bildet. Die C. bildet mit Basen die Cyansäuresalze (Cyanate), die mit verdünnten Mineralsäuren Kohlensäure entwickeln, welche von einem Anteil unzersetzt sich verflüchtigender C. den Geruch der letztern hat, während sich in der Flüssigkeit Ammoniak findet. Die cyansauren Salze der fixen Alkalien werden selbst in der Rotglühhitze nicht zersetzt. Die Salze mit alkalischer Basis sind im Wasser löslich, alle übrigen unlöslich. Cyansaures Kali (Kaliumcyanat) CNOK erhält man durch Schmelzen von gelbem Blutlaugensalz (Kaliumeisencyanür) mit kohlensaurem Kali und Bleioxyd und Ausziehen der Schmelze mit Alkohol. Es ist dem chlorsauren Kali ähnlich, löst sich leicht in Wasser, schwerer in Alkohol, zersetzt sich in wässeriger Lösung schnell in kohlensaures Kali und Ammoniak. Cyansaures Ammoniak (Ammoniumcyanat) CNONH4 ^[CNONH_{4}] entsteht aus Cyansäuredampf und trocknem Ammoniak als farbloses Pulver. Seine Lösung gibt beim Verdampfen, ohne daß etwas hinzukommt oder hinweggeht, Harnstoff CO(NH2)2 ^[CO(NH_{2})_{2}]. Wenn man über erhitzten Harnstoff Chlor leitet und den dabei gebildeten Salmiak mit Wasser auszieht, so bleibt Cyanursäure C3N3O3H3^[C_{3}N_{3}O_{3}H_{3}] zurück, die in farb- und geruchlosen, wasserhaltigen, an der Luft verwitternden Kristallen erhalten werden kann, in Wasser und Alkohol löslich ist und beim Erhitzen in 3 Moleküle C. zerfällt. Aus einer Lösung von cyansaurem Kali scheidet sich auf Zusatz von Essigsäure cyanursaures Kali in glänzenden, wenig löslichen Kristallen ab.

Cyansilber, s. Silbercyanid.

Cyanür, s. Cyanmetalle.

Cyanursäure, s. Cyansäure.

Cyanus, s. Korund.

Cyanus, Pflanzengattung, s. Centaurea.

Cyanwasserstoffsäure, s. v. w. Blausäure.

Cyathea Smith, Farngattung aus der Familie der Cyatheaceen, charakterisiert durch rückenständige Sori und durch einen unterständigen, vollständigen Schleier, begreift die größten, bisweilen gegen 12 m hohen, baumartigen Farne, welche ihrem Wuchs nach den Palmen ähneln (s. Figur). C. medullaris Sw., mit rauhen Stämmen und klafterlangen, dreifach gefiederten Wedeln, deren Blättchen linealisch, etwas sichelförmig, gekerbt und am Rand umgerollt und mit zweireihig dicht stehenden Sori besetzt sind, auf Neuseeland, enthält eßbares Mark; C. arborea Smith, mit klafterhohen, schenkeldicken, stachligen Stämmen und zweifach gefiederten, fast ebenso langen Wedeln, deren Blättchen sitzend, lanzettförmig, gezahnt, zugespitzt, am Grund unterseits beschuppt und mit zweireihigen, sich berührenden Sori besetzt sind, in Westindien, liefert in den jungen Schößlingen Gemüse und Schweine-^[folgende Seite]

^[Abb.: Cyathea (Baumfarn).]

^[Artikel, die unter C vermißt werden, sind unter K oder Z nachzuschlagen.]